Checkliste

10 Dinge, auf die Ärzte beim Praxisverkauf achten sollten

Bis 2020 könnten in Deutschland Tausende Hausarztpraxen verschwinden, weil sich kein Nachfolger findet. Laut einer Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) plant fast jeder vierte Haus- und Facharzt, in den nächsten Jahren seine Praxis zu verkaufen. Allerdings ist das Angebot derzeit höher als die Nachfrage, denn immer mehr junge Ärzte bevorzugen die Festanstellung. Wer sein Lebenswerk noch gewinnbringend losschlagen will, muss professionell vorgehen. Unsere Checkliste zeigt, was beim Praxisverkauf wirklich wichtig ist.

1. Marktsondierung

Wer seine Praxis verkaufen will, sollte sich frühzeitig Gedanken über die Praxisabgabe machen. Eine rechtzeitige Marktsondierung ist für den Praxisverkäufer oberste Priorität, wenn er einen optimal geeigneten Nachfolger finden möchte. Das bedeutet: Mindestens 5 Jahre vor der geplanten Abgabe sollten die ersten Schritte bereits eingeleitet werden.

2. Der richtige Nachfolger

Praxisinhaber können sich zwar zivilrechtlich über den Praxisverkauf einigen, ob der Bewerber fachlich geeignet ist, entscheidet jedoch der Zulassungsausschuss. Diese Punkte sollten bei der Nachfolgersuche immer berücksichtigt werden. Nicht nur der Praxisinhaber braucht Zeit für die Suche und die Beurteilung der potentiellen Nachfolger: Auch der Zulassungsausschuss nimmt die Kandidaten genau unter die Lupe und entscheidet dann über die Nachfolge. Im Idealfall holt man sich den Nachfolger deshalb vorab schon als Partner in die Praxis.

3.Preisvorstellungen nach unten korrigieren

Es ist ein psychologischer Effekt, der auch beim Praxisverkauf zu Tage tritt: Der Anbieter schätzt den Wert seiner „Ware“ meist deutlich höher ein als der Käufer. Deshalb ist ein neutrales Gutachten immer sinnvoll. Außerdem darf man nicht vergessen: Auch bei Ärzten gibt es wirtschaftliche Hürden, die der Käufer überspringen muss. Selbstständigkeit im Gesundheitsbereich hat in den letzten Jahren zudem an Attraktivität verloren. Liegt eine Praxis nicht unbedingt in begehrter Lage, sollten Sie die Preisvorstellungen ebenfalls nach unten korrigieren.

4. Zahlen auf den Tisch

Der Nachfolger benötigt alle notwendigen Dokumente und Zahlen. Dazu gehören unter anderem: die Gewinnermittlung der vergangenen drei Jahre mit Anlageverzeichnis, die Arbeitsverträge sowie eine aktuelle Gehaltsübersicht der Mitarbeiter, der Mietvertrag der Praxisräume, sofern diese nicht Eigentum des Praxisinhabers sind.

5. Keine Verschleierung, sondern Transparenz

Wer seine Praxis als wirtschaftliches Top-Unternehmen anpreist obwohl das nicht der Wahrheit entspricht, täuscht sich selbst und den Käufer. Alle Fakten sollten klar, offen und wahrheitsgemäß präsentiert werden, sodass der Nachfolger mit gutem Gefühl und Gewissen die Praxis übernehmen kann.

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