Keine Weihnachtsgeschenke für den Fiskus

110-Euro-Freibetrag statt Freigrenze

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und die innerbetrieblichen Weihnachtsfeiern werden geplant. Damit sie für Arbeitnehmer steuerfrei bleiben, darf eine bestimmte Kostengrenze bei solchen Veranstaltungen aber nicht überschritten werden. Seit Anfang 2015 gelten für den Freibetrag zudem neue Regeln.

Firmenevents sollen die Stimmung und den Zusammenhalt in der Belegschaft fördern, daher werden sie grundsätzlich den Interessen des Betriebes zugerechnet und sind für Arbeitnehmer steuerfrei. Allerdings müssen sich die Ausgaben pro Person in bestimmten Grenzen halten. So darf ein Freibetrag von 110 Euro nicht überschritten werden, ansonsten wird Lohnsteuer fällig. Der Konsum von Speisen, Getränken etc. wird dann nämlich als geldwerter Vorteil bewertet.

Seit 2014 gibt es keine Freigrenze mehr

Bis Ende 2014 gab es eine 110-Euro-Freigrenze, seit einer entsprechenden Gesetzesänderung gibt es seit diesem Jahr einen Freibetrag in gleicher Höhe. Was nach Wortklauberei klingt, hat in der Praxis durchaus weitreichende Folgen.

Wird eine Freigrenze überschritten, muss anschließend der gesamte Betrag versteuert werden. Bei einem Freibetrag nur der überschrittene Anteil. Beispiel: Liegen die Ausgaben für die betriebliche Weihnachtsfeier in einer Arztpraxis bei 120 Euro pro Person, müssen nur 10 Euro versteuert werden. Der Freibetrag von 110 Euro bleibt weiterhin steuerfrei. Würde der Praxisinhaber eine Freigrenze in gleicher Höhe überschreiten, wird gar kein steuerfreier Anteil mehr gewährt.

110 Euro pro Person – das ist ein durchaus beachtlicher Betrag. Allerdings werden hier nicht nur Kosten berücksichtig, die den einzelnen Personen individuell zugeordnet werden können. Neben Speisen und Getränken werden auch Kosten für das Rahmenprogramm (auch Raummiete) anteilig mitgerechnet. Wird der Mitarbeiter von einem Partner oder Familienmitglied begleitet, sind auch diese Kosten entsprechend zu berücksichtigen. Bis zur Gesetzesänderung wurde dies von den meisten Finanzgerichten (z.B. Bundesfinanzhof Az.: VI R 94/10 und VI R 7/11) abgelehnt.

Beachtet werden muss außerdem, dass der Fiskus in der Regel nicht mehr als zwei Betriebsfeste pro Jahr anerkennt. Wer öfter feiert, kann die dazugehörigen Kosten nicht mehr steuerlich geltend machen.

Wer sich bei seinen Angestellten oder Geschäftspartnern mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk für die bisherige Leistung bedanken möchte, kann diese Präsente in der Steuererklärung als Betriebsausgaben geltend machen. Allerdings sollte man darauf achten, dass die Freigrenze von 35 Euro (pro Jahr/Person) hierbei nicht überschritten wird.

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