Rahmenvorgaben 2016

1,2 Milliarden Euro mehr für Arzneimittel

Die bundesweiten Anpassungsfaktoren für Arznei- und Heilmittel steigen im kommenden Jahr um jeweils 3,7 %. Im Arzneimittelbereich bedeutet dies ein zusätzliches Finanzvolumen von etwa 1,2 Milliarden Euro. Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband geeinigt. Vereinbart wurde außerdem, dass für die seit 2014 zugelassenen Arzneimittel zur Behandlung von Hepatitis C ein gesonderter Eurobetrag ausgewiesen wird. Aufgrund der Ausgabenentwicklung im ersten Halbjahr 2015 wurden für die Jahre 2015 und 2016 jeweils 1,4 Milliarden Euro festgelegt.

Die KBV konnte ferner erreichen, dass die Ausgaben für diese neuen und sehr teuren Medikamente wie bereits für die Jahre 2014 und 2015 auch 2016 nicht bei der Bildung von Richtgrößen berücksichtigt werden. Die entsprechenden Verordnungskosten sind damit auch nicht Gegenstand von Richtgrößenprüfungen.

Auch durch den Einsatz weiterer innovativer Medikamente werden im nächsten Jahr Mehrausgaben erwartet. Der Anpassungsfaktor dafür schlägt mit einem Plus von 3,5 % (ohne Hepatitis-C-Präparate) am stärksten zu Buche.

Um weitere 0,5 % steigt das Ausgabenvolumen infolge der Leistungsverlagerung aus dem stationären in den ambulanten Sektor. Bei der Preisentwicklung werden Einsparungen berücksichtigt, die durch neue Festbeträge im nächsten Jahr erreicht werden sollen. Der Anpassungsfaktor liegt bei minus 0,3 %. Die auf Bundesebene ausgehandelten Rahmenvorgaben bilden die Grundlage für Verhandlungen der Kassenärztlichen Vereinigungen mit den regionalen Krankenkassen über die Höhe der regionalen Ausgabenvolumen 2016. Dabei fließen zusätzliche Faktoren ein wie zum Beispiel die Zahl und das Alter der Versicherten. Auch Wirtschaftlichkeitsreserven müssen laut Gesetz berücksichtigt werden. Dazu sehen die Rahmenvorgaben für einige Arzneimittelgruppen Leitsubstanzen und Verordnungsquoten vor, die die Ärzte vornehmlich verordnen sollen. Bei den Antihypertonika ACE-Hemmer, Sartane und Aliskiren sind das beispielsweise die Substanzen Enalapril, Lisinopril und Ramipril. In anderen Gruppen sollen beispielsweise biosimilare Arzneimittel einen bestimmten Verordnungsanteil erreichen.

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