Patienten bewusst falsch informiert

126.880 Euro bei Patienten abkassiert: Arzt zahlt Geld zurück

Am Landgericht Darmstadt wurde ein einsichtiger Arzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte Patienten bewusst falsch informiert, um bei ihnen für angebliche Selbstzahlerleistungen abzukassieren. Das Geld zahlt er zurück, dennoch droht ihm nun der Entzug der Approbation.

„Arzt sein bedeutet mir alles“, sagte der 60-jährige Mediziner während der Verhandlung mehrfach. Ob er seinen Beruf weiterhin ausüben darf, ist jedoch mehr als fraglich, denn ihm droht der Entzug der Approbation. Tatsächlich dürfte das Vertrauen der Patienten in diesem Fall nachhaltig erschüttert sein.

Der Facharzt für Innere Medizin wurde vom Landgericht Darmstadt zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er seine Patienten in insgesamt 3.172 Fällen um jeweils 40 Euro betrogen hatte.

Er hatte Patienten, denen eine Magen- oder Darmspiegelung bevorstand, bewusst falsch informiert. Sie müssten entweder die unangenehme Untersuchung ertragen oder 40 Euro für ein Anästhesiemittel bezahlen, um die Untersuchung schmerzfrei überstehen zu können. Leider übernehme die Krankenkasse die Kosten nicht, es handle sich um eine IGel-Leistung.

Die Patienten zahlten. Bei der Krankenkasse, die die Kosten sehr wohl übernahm, kassierte der Arzt ebenfalls für das verwendete Anästhesiemittel Propofol ab.

Der Arzt legte ein umfassendes Geständnis ab und hat einen Teil der Gelder bereits an betroffene Patienten zurückgezahlt. Das restliche Geld wird vom Staat eingezogen. Außerdem muss er 30.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen.

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