Gastbeitrag von Michael Thaler und Thomas Wüst

Zwei Experten, zwei Meinungen: Sind Themenfonds sinnvoll?

Ob künstliche Intelligenz, Elektromobilität oder sogar Haustiere – Themenfonds boomen. Doch sind diese Produkte für Anleger sinnvoll? Wir haben zwei Vermögensverwalter gefragt und präsentieren zwei Meinungen.

Pro – Themenfonds sind eine Bereicherung im Portfolio!

Michael Thaler, Vorstand der TOP Vermögen AG in München: “Nimmt man den MSCI World als Ausgangsbasis, sieht man schnell, dass es Themenfonds gibt, die diesen im jeweiligen Vergleichszeitraum deutlich geschlagen haben. Daher denken wir, dass sie eine Bereicherung des Portfolios darstellen. Jedoch sieht man am Beispiel des MSCI BRIC-ETFs auch, dass einige Themen zu heiß gekocht wurden. Daher sollte man auf verschiedene Themen streuen und Positionen von 5 Prozent bis 10 Prozent pro Thema anvisieren.

Man darf aber nicht davon ausgehen, dass Themen, die in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum zeigten, in diesem Tempo weiterwachsen. Wer sein Portfolio dauerhaft in Wachstumsthemen investiert haben möchte, muss regelmäßig umschichten und neue Themen finden.

Oder man kauft einen Fonds wie den Allianz Thematica, der in unterschiedliche Zukunftsthemen streut. Allerdings werden im Normalfall ETFs günstiger sein als aktiv gemanagte Fonds. So hat auch die ansprechende Performance des Allianz-Thematica-Fonds im Vergleichszeitraum keine Chance, den in den letzten Jahren alles dominierenden MSCI World Information & Technology ETF zu schlagen.”

Contra – Finger weg von Themenfonds

Thomas Wüst , Geschäftsführerder valorvest Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG in Stuttgart: Themenfonds eignen sich wunderbar zum Storytelling und sind daher das am stärksten Marketing-getriebene Segment der Fondsbranche. Das Kernproblem dieses Segments ist, dass es sich gerade bei neuen, innovativen Themen, die oft über solche Fonds gespielt werden, eben nicht um frühphasige Investments in neue Trends handelt.

Die spielen sich zum allergrößten Teil außerhalb des Börsensegments im nicht börsennotierten Venture-Capital-Bereich ab. Vielmehr werden Modetrends aufgenommen, die längst in aller Munde sind und bei denen Venture-Capital-Investoren durch Börsengänge Kasse machen möchten.

Gute Negativbeispiele aus der Vergangenheit waren Spezialthemen wie 3-D-Druck oder seltene Erden. Die Rendite haben frühphasige Venture-Capital-Investoren mittels Börsengängen eingestrichen. Anleger, die die Papiere zu einem späteren Zeitpunkt über Themenfonds erwarben, erlitten mit ihren Investitionen zum großen Teil Schiffbruch.

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