Prognose der Bestseller-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich

2017: Kommt jetzt das Ende des Euros und der Ära Merkel?

Die beiden Bestseller-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich haben in ihren Büchern schon mehrfach bewiesen, dass sie mit ihren langfristigen Einschätzungen zur wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen erschreckend richtig liegen. Wir haben Sie um eine Prognose für dieses Jahr gebeten.

Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Was ist 2016 geschehen und was wird uns 2017 noch erwarten? Eines ist jedenfalls sicher: Wir leben in einer neuen Zeitrechnung und 2016 war der Wendepunkt. Das System ist politisch und wirtschaftlich aus den Fugen geraten und wir alle spüren dies zumindest intuitiv.

Nehmen Sie beispielsweise den verheerenden Terroranschlag in Nizza. Das Votum für den Brexit. Die Wahl Donald Trumps in den USA. Das Referendum in Italien. Oder auch die Verlängerung des wahnsinnigen EZB-Programms und die Angst vor einer erneuten Banken- und Eurokrise sowie die regelwidrige Verstaatlichung der Dauerkrisenbank Monte dei Paschi in Italien. Zweifellos ist die Welt heute eine andere als noch vor einigen Jahren.

2016 ist auch der Terror in Deutschland angekommen. Das Jahr 2016 ging mit einem unfassbar grausamen und unendlich traurigen Ereignis mitten in unserer Hauptstadt zu Ende: dem Terrorakt auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin. Wir befürchten, dass dies leider erst der Anfang ist.

Brexit und Trump lassen die Märkte kalt

Haben der Brexit oder die Wahl Donald Trumps Sie eigentlich überrascht? Uns leider nicht. Bereits am 1.11.2016 hat Marc Friedrich bei NTV korrekt vorhergesagt, dass Donald Trump gewinnen wird, und dass es zu keinerlei Verwerfungen an den Finanzmärkten kommen wird. Und? Obwohl viele Experten regelrechte Horrorszenarien gemacht haben, sind weder Großbritannien nach dem Brexit noch die USA nach der Wahl Trumps im Meer versunken. Die Märkte sind auch nicht nachhaltig eingebrochen – im Gegenteil, sie sind sogar gestiegen und der Dow Jones befindet sich auf dem absoluten Höchstkurs.

Dennoch sorgten Brexit und Wahl für große Nervosität – zumindest in bestimmten Kreisen. Mit der Wahl Trumps zum US-Präsidenten wurden die realitätsfernen Eliten nach dem Brexit ein weiteres Mal vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt und in den Elfenbeintürmen geht nun die Angst um.

Und das ist auch gut so: All diese Ereignisse zeigen, dass es an der Zeit für eine drastische Kehrtwende ist. Ein weiter so und immer mehr vom Gleichen ist heute nicht mehr möglich. Ansonsten werden Extreme die Welt verändern und unser Wohlstand und Demokratie werden langfristig auf dem Spiel stehen.

Unserer Ansicht nach werden 2017 die Ereignisse global weiterhin an Dynamik gewinnen und wir können uns auf zahlreiche Überraschungen gefasst machen. Doch der Reihe nach.

Der Wandel ist nicht mehr aufzuhalten

Das wir hier einen echten Wandel erleben, spüren insbesondere die immer hilfloser agierenden Protagonisten in der Politik. Ihre sichere und privilegierte Welt gerät ins Wanken, denn das Volk agiert anders als zuvor und vor allem anders als von ihnen gewollt. Nach den Wahlen in Großbritannien und den USA und nach dem Referendum in Italien konnte man die Unsicherheit und die Angst der Politiker um ihre Pfründe in ihren Auftritten spüren. Doch anstatt die eigenen Fehler zu reflektieren, wird man immer trotziger. Dieses Verhalten wird die Sache weiter verschlimmern, den Frust der Bürger auf die Herrschenden vergrößern und die Wähler in die Hände von Populisten treiben. Folglich werden wir bei den Wahlen 2017 in Frankreich, Holland und Deutschland heftige Überraschungen erleben.

Was kommt in Zukunft also in Europa und in den einzelnen Ländern auf uns zu?

2017: Das Ende des Euros und der EU

Deutschland

Der deutsche Wirtschaftsmotor boomt. Noch. Denn angetrieben wird er durch den abgewerteten Euro und das viele billige Geld. Insbesondere die großen exportorientierten Konzerne machen gegenwärtig ein Riesengeschäft.

Bei vielen Arbeitnehmern sieht das leider anders aus. 22,5 Prozent von ihnen arbeiten heute im Niedriglohnsektor. Sie zahlen weder in die Rentenkassen ein noch können sie selbst für ihr Alter vorsorgen. Diese langfristige Problematik wird angesichts des aktuellen Exportüberschusses und der sprudelnden Steuereinnahmen von der Politik völlig verkannt. Es ist außerdem eine Schande, dass die Arbeitnehmer an den Produktivitätssprüngen nicht teilhaben können.

Die Entwicklung mag momentan für die Wirtschaft noch von Vorteil sein. Schließlich werden Produkte „Made in Germany“ so immer billiger. Langfristig wird sich dieser Irrsinn jedoch bitter rächen. Die Konsequenzen werden uns als Gesellschaft auf die Füße fallen mit extremen Kollateralschäden.  Es wäre also an der Zeit, die äußerst problematische Wirtschaftspolitik schleunigst zu überdenken. Ansonsten steuert Deutschland tatsächlich auf unlösbare Probleme zu.

Prognose für Deutschland für 2017

Das Model Deutschland steht kurz vor dem Scheitern. Sie mögen jetzt denken, dass das eine ziemlich gewagte These ist, aber leider bestätigen die Eckdaten nur unsere Prognose. Es wird jetzt beispielsweise über einen Nettolohn-Anteil von 40 Prozent für die Rente gesprochen. Wir haben schon 2014 in unserem Buch „Der Crash ist die Lösung“ auf genau diese Problematik hingewiesen. Unser gegenwärtiges Wohlstandsniveau werden wir in Zukunft ganz bestimmt nicht mehr halten können.

Ohnehin ist das Land spätestens seit dem Terroranschlag in Berlin ein anderes. Spätestens seit dem 19. Dezember 2016 ist ein lascher Umgang in der Sicherheits- und Flüchtlingspolitik kaum noch zu vermitteln. Als Ergebnis wird das politische Klima  bis zur Bundestagswahl weiter vergiftet werden – jedenfalls, wenn die Devise der großen Parteien weiterhin „weiter so“ lautet. Wir werden auf jeden Fall einen knallharten und hochemotionalen Wahlkampf erleben. Dieser und das Ergebnis der Wahlen werden die Spaltung unserer Gesellschaft schonungslos offenlegen. Populistische Kräfte werden bei der Bundestagswahl erhebliche Erfolge verzeichnen und es ist keinesfalls sicher, dass Frau Merkel auch die kommende Kanzlerin sein wird. Wir glauben sogar, dass die Ära Merkel 2017 ein Ende findet und eine rot-rot-grüne Regierung übernimmt.

Des Weiteren gehen wir davon aus, dass zukünftig einerseits die kommunalen Abgaben weiter steigen und andererseits die Leistungen weiter zurückgehen werden. Falls die PKW-Maut kommt, werden in Zukunft wohl auch die deutschen Autofahrer zur Kasse gebeten. Ferner wird die finanzielle Repression weiter voranschreiten, Konto- und sonstige Bankgebühren werden weiter ansteigen. Nach dem Gebührenhammer bei der Krankenversicherung sehen wir auch zukünftig weitere Erhöhungen bei den Krankenkassengebühren. Langfristig ist unser Gesundheitssystem in Anbetracht der demographischen Entwicklung nicht finanzierbar. Solange die EZB die Märkte weiterhin mit viel billigem Geld flutet, werden wir (insbesondere in städtischen Ballungszentren) weiterhin mit steigenden Immobilienpreisen rechnen können.

Italien

Volkswirtschaftlich gesehen, liegt Italien am Boden. Bis zum Euro-Beitritt war es dank seiner Weichwährung ökonomisch überlebensfähig, italienische Waren blieben aufgrund von kontinuierlichen Abwertungen auf den Weltmärkten konkurrenzfähig. Zwischen 1971 und dem Euro-Start verlor die italienische Währung zur D-Mark mehr als 80 Prozent. Im Korsett des Euros ist eine Abwertung und damit das Päppeln der eigenen Wirtschaft ohne schmerzhafte Reformen, nicht mehr möglich.

Italien geht es heute wesentlich schlechter als noch vor der Einführung des Euros. Die Staatsverschuldung liegt mittlerweile bei 137 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit beträgt über 40 Prozent, die Gesamtarbeitslosigkeit 12,6 Prozent. Die Industrieproduktion stagniert auf dem Niveau von 1986. Damit lassen sich keinesfalls die Schulden von 2016 bezahlen.

Auch Italiens Banken stehen weiterhin mit dem Rücken zur Wand. Mehr als 360 Mrd. Euro an faulen Krediten haben sie in ihren Büchern, 198,9 Milliarden Euro davon mit mehr als 90 Tage im Zahlungsverzug. Die Bank Monte dei Paschi, das drittgrößte Kreditinstitut Italiens und eine der ältesten Banken der Welt, steht vor immensen Problemen und wird entgegen der EU Gesetze verstaatlicht. Von knapp 110 Milliarden Euro Kreditvolumen gelten laut EZB mindestens 47 Milliarden als akut ausfallgefährdet.

Prognose für Italien für 2017

Italiens Banken werden die Hand schon in Kürze wieder nach frischem Geld aufhalten müssen. Wir gehen davon aus, dass nicht die Gläubiger, sondern die Steuerzahler zur Kasse gebeten werden. Wir prognostizieren jetzt schon, dass immer neue Milliardenlöcher bei der Monte dei Paschi und anderen Geldinstituten gefunden werden. Tiefgreifende Strukturreformen sind wieder nicht zu erwarten, dafür wohl bald Neuwahlen und eine neue Regierung. In Italien gab es seit 1948 insgesamt 60 Regierungen. Wir glauben, dass bei diesen Neuwahlen die Euro- und EU-feindlichen Parteien als Sieger hervorgehen werden. Im Falle eines Wahlsieges der 5-Sternebewegung und einer starken Lega Nord ist von einem Referendum für einen Euroaustritt auszugehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Italiener in diesem Falle für einen Austritt aus der Eurozone entscheiden, schätzen wir als extrem hoch ein. Die Folgen möchte sich heute weder in Rom, noch in Brüssel, Berlin oder bei der EZB in Frankfurt, irgendjemand ausmalen.

Frankreich

Die Wirtschaftsmacht Nummer zwei in der Eurozone kommt leider auch nicht auf die Beine. Ebenso wie die Italiener haben auch die Franzosen ihrer Währung früher fleißig abgewertet, um Wettbewerbsfähig zu bleiben. Allein zwischen 1971 und 1989 verlor der Französische Franc mehr als die Hälfte seines Wertes. Tiefgreifende Strukturreformen sind im Lande des „savoir-vivre“ dringend erforderlich, jedoch von der Bevölkerung nicht erwünscht. Dazu kommt, dass der französische Arbeitsmarkt stark reguliert und damit starr und international nicht konkurrenzfähig ist. Somit ist der Euro  für Frankreich genauso wie für Italien viel zu stark.

Die volkswirtschaftlichen Eckdaten zeigen den desaströsen Zustand des Landes schonungslos auf. Die Industrieproduktion liegt nach wie vor auf dem Niveau von 1995. Die Verschuldung liegt mittlerweile bei 2,17 Billionen Euro. Das sind 98,4 Prozent des BIP. Bereits 2013 haben die drei großen Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitsch Frankreich das Spitzenrating aberkannt. Das Land hat auch 2016 seine Arbeitslosigkeit nicht in den Griff bekommen. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 24 Prozent. Nur wenn sich Frankreich reformiert und wieder auf die Beine kommt, kann die Euro-Zone langfristig existieren. Dies sehen wir gegenwärtig jedoch nicht.

Prognose für Frankreich für 2017

In Frankreich wird am 23. April 2017 ein neuer Präsident bzw. eine neue Präsidentin gewählt. Es ist davon auszugehen, dass es zu einer Stichwahl am 7. Mai 2017 kommt. Sollte sich die wirtschaftliche Lage in Frankreich nicht verändern – wovon wir nicht ausgehen – dann ist ein Wahlsieg Marie Le Pens vom Front National keineswegs abwegig. Dieser Wahlsieg wird dann Europa vollends auf den Kopf stellen und das schleichende Ende der EU und des Euros endgültig einläuten.

Griechenland

Griechenland ist nach wie vor pleite! Hier wird seit Jahren und von höchster Ebene nichts weiter als Insolvenzverschleppung betrieben. Wir werden das Steuergeld für die „Griechenlandrettungspakete“ nie wiedersehen, das sollte uns allen klar sein. Bei der letzten Tranche für Griechenland, Ende Oktober 2016, in Höhe von 2,8 Milliarden Euro, war es eigentlich Bedingung, dass der IWF sich an dieser ebenfalls beteiligt. Der IWF hatte sich jedoch mit der Begründung verwahrt, dass Griechenland niemals in der Lage sein wird, seine Schulden zurückzuführen. Kein Politiker konnte uns bisher erklären, wie das bankrotte Griechenland das Geld jemals zurückzahlen kann, wenn nicht einmal Deutschland – als Exportweltmeister mit Rekordsteuereinnahmen im Zuge einer Niedrigzinsphase – es schafft, seine Schulden zu bezahlen. Es ist an der Zeit aufzuhören, gutes Geld schlechtem hinterher zu werfen.

Für die Bürger ist die Lage dramatisch: Laut der Athener Zeitung „Ta Nea“ erhalten 90 Prozent der Arbeitslosen heute kein Geld mehr vom Staat. In mehr als 350.000 Familien hat niemand einen Job. Das Arbeitslosengeld gibt es nur ein Jahr lang, danach für ein weiteres Jahr eine monatliche Unterstützung von 200 Euro. Wer danach keinen Job findet, erhält kein Geld mehr. In den vergangenen sechs Jahren haben mehr als 300.000 gut ausgebildete Menschen das Land verlassen. Ein Land ohne Jugend ist jedoch ein Land ohne Zukunft.

Prognose Griechenland

Griechenland wird auch in Zukunft am Tropf der EU hängen, es wird wirtschaftlich weiter bergab gehen, die Privatisierung von Volkseigentum wird weiter voranschreiten. Weiterhin werden viele junge Menschen mangels Perspektiven ihr Land verlassen. Einen Austritt aus der EU sehen wir für 2017 nicht. Wir gehen davon aus, dass der bitter notwendige Schuldenschnitt/Erlass für Griechenland spätestens nach der Bundestagswahl kommen wird, da das Land niemals seine Schulden bezahlen kann. Staaten bezahlen niemals ihre Schulden. Aus diesem Grunde ist übrigens auch von Investments in Staatsanleihen wie beispielsweise Lebensversicherungen, Riester, Rürup… grundlegend abzuraten und in Sachwerte zu investieren.

Ohne Zins und Verstand –  Wahnsinn EZB

Das Epizentrum des Kapitalismus ist in seiner Verzweiflung und mangels Lösungen zur Planwirtschaft der Notenbanken übergegangen. Mittlerweile haben die EZB und die nationalen Notenbanken unvorstellbare 1,23 Billionen Euro mit ihrem fragwürdigen Aufkaufprogramm in die Märkte gepumpt und unser Finanzsystem ad absurdum geführt. Die Politik der EZB ist ganz klar gegen die Kleinen und für die Großen. Heute wird der belohnt, der Schulden macht und der bestraft, der gesund wirtschaftet. Die Bundesrepublik Deutschland, aber auch einige Konzerne, wie beispielsweise Henkel und Sanofi, verdienen ihr Geld mit Schulden machen. Das ist weder sinnvoll noch nachhaltig! Die EZB enteignet mit ihrer wahnwitzigen Notenbankpolitik die Sparer, sorgt für immer höhere Bankgebühren, beraubt junge Menschen der Altersvorsorge, zerstört solide wirtschaftende Banken (Volksbanken, Spar- und Bausparkassen), zerstört Pensions- und Krankenkassen. Und zusätzlich sorgt sie für eine gigantische Blase nach der anderen an den Aktien- und Immobilienmärkten. Der Wohnraum wird dadurch für immer mehr Menschen in vielen Regionen unerschwinglich gemacht, da die Löhne keinesfalls mit den kontinuierlichen Preissteigerungen am Immobilienmarkt mitziehen. Im Dezember 2016 hat Draghi das Aufkaufprogramm verlängert. Folglich werden weitere 540 Milliarden Euro in die Märkte gepumpt und die Blasen an den Aktien- und Immobilienmärkten weiter aufgeblasen. Leider hat sich mit dieser Entwicklung unsere Erwartung erfüllt.

Prognose EZB für 2017

Auch 2017 wird die EZB die Märkte weiter mit billigem Geld „beglücken“ und für Verzerrungen an den Aktien und Immobilienmärkten sorgen. In Zukunft – wir gehen allerdings nicht schon für 2017 davon aus – wird die EZB Negativzinsen einführen. Diese Politik wird zu massiven Bargeldabhebungsbeschränkungen führen. Sollte schlussendlich die von der EZB herbeigesehnte Inflation in ihrer vollen Härte kommen, dann werden wir uns alle warm anziehen müssen. Es stellt sich die Frage wie lange sich die Sparer die Enteignung durch die EZB noch bieten lassen. Das Auflaufprogramm wird auch 2017 weiter Bestand haben um somit den maroden Süden Europas am Leben zu erhalten.

Fazit: Der Euro und die EU sind gescheitert

Spätestens seit der Flüchtlingskrise ist es offensichtlich, dass innerhalb der EU mehr gegeneinander anstatt miteinander gearbeitet wird. Auch heute sind die Positionen zwischen vielen Ländern in der Causa unvereinbar. Während sich die deutsche Wirtschaft nach der Finanzkrise erholt hat und die Industrieproduktion stetig steigt, ist der Sachverhalt in Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Griechenland bekanntlich ein anderer. Die Südschiene Europas liegt wirtschaftlich am Boden, die Industrieproduktion bewegt sich auf dem Niveau der 1980er beziehungsweise 1990er Jahre. Die Arbeitslosigkeit ist hoch und die Jugendarbeitslosigkeit extrem hoch. Hunderttausende Jugendliche unter 25 Jahren mussten und müssen noch immer auf Grund mangelnder Perspektive ihr Land verlassen. Über 800.000 Spanier, 150.000 Portugiesen, über 120.000 Italiener und 100.000 Griechen haben bisher ihrer Heimat den Rücken gekehrt. Wenn die jungen Fleißigen und Gebildeten ihr Land verlassen, dann hat ein Land keine Zukunft. Obendrein sind die Länder – auch dank der Rettung ihrer Banken – bis zur Halskrause verschuldet. Kurzum: den Ländern geht es heute mit dem Euro wesentlich schlechter als unter ihren eigenen Währungen.

Fakt ist: der Euro ist zu schwach für Deutschland und zu stark für die Südschiene Europas. Folglich sollten wir uns nicht wundern, wenn populistische Kräfte in vielen Ländern weiter auf dem Vormarsch sind und aus der EU und der Eurozone austreten wollen. Niemals werden die Länder Südeuropas innerhalb der Eurozone wirtschaftlich auf einen grünen Zweig kommen. Trotzdem können sich diese Länder so günstig wie nie zuvor verschulden. Dies bedeutet, dass die Länder praktisch mit billigem Geld dafür belohnt werden, dass es ihnen wirtschaftlich gesehen immer schlechter geht. Das ist volkswirtschaftlicher Wahnsinn und alles andere als nachhaltig.

Prognose für die EU und den Euro

Die Chancen, dass der Euro 2017 scheitert, stehen nicht schlecht. Wir sehen das Scheitern momentan bei über 50%. Vielleicht wird man nochmals alles in die Waagschale werfen und sich teuer ein wenig mehr Zeit erkaufen. Aber in spätestens fünf Jahren wird das Notenbankexperiment Euro Geschichte sein. Zu gravierend sind die Missstände und Fehlkonstruktionen, zu krass die Zerstörungskraft im Zinskorsett der EZB für die Länder.

EU- und Eurokritische Parteien werden weiterhin auf dem Vormarsch sein. Wir gehen in den Niederlanden von einem Sieg von Geert Wilders aus, in Frankreich sehen wir momentan Marie Le Pen als zukünftige Präsidentin der Republik und die AFD wird bei der Bundestagswahl eine entscheidende Rolle in Deutschland spielen. Diese Entwicklungen werden die EU weiter demontieren.

Sollte keine radikale Kehrtwende bei den politischen Eliten innerhalb der EU stattfinden ist diese zum Scheitern verurteilt. Dieses Umdenken ist sehr unwahrscheinlich. Die Problematik der Migration wurde keinesfalls gelöst. Nirgendwo werden die unterschiedlichen Weltbilder innerhalb der EU deutlicher als hier. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass sich diese grundverschiedenen Positionen in Zukunft verändern werden.

Die Visegrád-Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn werden auch zukünftig keine Flüchtlinge aufnehmen und Schweden, Dänemark, Frankreich und Österreich haben ihre Einwanderungspolitik grundlegend geändert. Dennoch wird in Zukunft die Migration in Richtung Europa weiter erheblich zunehmen, da die Krisen in der Welt nicht gelöst sind. Wir sprechen hier bewusst von Europa, da andere klassische Einwanderungsländer wie beispielsweise die USA und Australien ihre Türen für Flüchtlinge faktisch zu gemacht haben. Die Wirtschaftsmacht Japan hat diese niemals geöffnet und bis Ende Mai 2016 ganze 27 Flüchtlinge aufgenommen.

Insbesondere in Italien und Griechenland werden zukünftig immer mehr Flüchtlinge auf dem Seeweg ankommen. Alleine in Afrika sitzen Abermillionen auf gepackten Koffern. Ein Blick auf die demographische Entwicklung Afrikas ist diesbezüglich hilfreich. Bis 2050 wird sich die afrikanische Bevölkerung verdoppeln. Laut UN-Kriterien befindet sich die Mehrheit der 48 „am wenigsten entwickelten Länder“ in Afrika. 2050 werden in 29 Ländern doppelt so viele Menschen leben werden wie heute – fast alle davon sind in Afrika. Im Niger ist sogar mit einer Verdreifachung der Bevölkerung zu rechnen. In Subsahara-Afrika befinden sich die Top-Ten-Länder mit den höchsten Geburtenraten. Eine Frau bekommt dort im Schnitt fast überall sechs Kinder.

Wie diese Länder in Zukunft noch wesentlich mehr Menschen ernähren können, konnte uns bis dato noch niemand erklären. 41 Prozent der Bevölkerung sind in den am wenigsten entwickelten Ländern unter 15. In den Industriestaaten sind es nur 16 Prozent. In Äthiopien wird die Bevölkerung von 101 Millionen auf 168 Millionen, in Nigeria von 186 Millionen auf 387 Millionen, in der Demokratischen Republik Kongo von 79 Millionen auf 213 Millionen und in Tansania von 54 Millionen auf 134 Millionen ansteigen.  Ob der Kontinent eine solche Anzahl an Bewohnern ernähren kann, ist äußerst fraglich.

Prognose Märkte

Wir erwarten, das die Finanzmärkte im Laufe des Jahres neue Hochs erreichen, aber das Jahr insgesamt negativ beenden werden. Die Wirkungen der planwirtschaftlichen Eingriffe der Notenbanken lassen nach, das Vertrauen schwindet in die Allmacht der immer währenden Geldspritzen. Die Dosis der Marktmanipulationen muss erhöht werden. Das werden die Notenbanken auch weltweit versuchen, weil sinkende Kapitalmärkte nicht gern gesehen werden. Aus diesem Grund gehen wir von einer Verlängerung des EZB-Aufkaufprogramms über 2017 hinaus aus. Markante Zinserhöhungen werden wir nicht sehen. Eher das Gegenteil. Mittel- bis langfristig werden wir Negativzinsen auf breiter Front sehen – die finanzielle Repression gegen die Bürger und Sparer wird weiter zunehmen. Positiv gestimmt sind wir für Sachwerte und Edelmetalle. Auch Bitcoins werden sich ebenfalls positiv entwickeln. Allerdings gepaart mit den üblichen Gefahren.

Die EU, „der Kapitalismus“, „die Marktwirtschaft“ und „die Weltwirtschaft“ stecken in ihrer historisch schwersten und dauerhaftesten Krise. Weltweite Schuldenorgien, Bargeldflut, Nullzinsen, Investment-Blasen, Bankencrashs und Inflationsgefahren bedrohen unser Erspartes und unsere Altersrücklagen. Es ist weder Zeit für Pessimismus noch für Optimismus – es ist Zeit für Realismus.

Die Experten:

Die beiden Ökonomen, Querdenker, Redner und Honorarberater Matthias Weik und Marc Friedrich schrieben 2012 gemeinsam den Bestseller “Der größte Raubzug der Geschichte – warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“. Es war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2013. In ihrem zweiten Buch, „Der Crash ist die Lösung – Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten“, haben sie u.a. die EZB Leitzinssenkung und Minuszinsen für die Banken, die Absenkung des Garantiezinses bei den Lebensversicherungen sowie den Ausgang der EU-Wahl richtig prognostiziert. Der Crash ist die Lösung war das erfolgreichste Wirtschaftsbuch 2014. Im Mai 2016 ist ihr drittes Buch „Kapitalfehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ erschienen welches es auf Anhieb auf die Spiegelbestsellerliste geschafft hat. Am 24.04.2017 erscheint ihr viertes Buch „Sonst knallt´s!: Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ das sie gemeinsam mit Götz Werner (Gründer des Unternehmens dm-drogerie markt) schreiben. Matthias Weik und Marc Friedrich sind Initiatoren von Deutschlands erstem offenem Sachwertfonds,dem FRIEDRICH&WEIK WERTEFONDS. Weitere Informationen über die Autoren finden Sie unter: www.friedrich-weik.de, bei Facebook unter www.facebook.com/friedrichundweik/ und bei Twitter unter www.twitter.com/FRIEDRICH_WEIK.

Bitte beachten Sie: Der Beitrag dient der allgemeinen Information und gibt lediglich die Meinung der Experten wieder. Er kann aber keine individuelle Beratung durch Steuer- oder Vermögensberater ersetzen und ist auch keine Kauf- oder Anlageempfehlung der Redaktion. Bei konkreten Fragen zur Geldanlage wenden Sie sich bitte an einen Bank- oder Vermögensberater Ihres Vertrauens.

FeedbackSenden
Anzeige

Kürzungen durch die PKV unter Verweis auf „medizinische Notwendigkeit“ – so können Sie reagieren

Ärzte freuen sich eigentlich über Privatpatienten. Doch leider gestaltet sich die Erstattung der Forderungen durch die Kostenträger manchmal etwas schwierig. Wir geben Praxisinhabern Tipps, wie sie... Mehr
Author's imageDr. Siegfried HammerlGeschäftsführer bei PAS Dr. Hammerl

Weitere Artikel zum Thema:

Aktuelle Übersicht

Top-Tarife für Ärzte werden immer teurer


Statistisches Bundesamt

Öffentliche Schulden auf 2 060,5 Milliarden Euro gestiegen


Weiterentwicklung der Vergütung

Arztgehalt wird erst 2016 angepasst


Anzeige
Drucken