Nullrunde fällt aus, KBV trotzdem enttäuscht

2018: Honorare für niedergelassene Ärzte steigen – theoretisch

Vertragsärzte in Deutschland erhalten 2018 mehr Geld: Bei den Honorarverhandlungen wurde eine Vergütungserhöhung von in der Summe rund einer Milliarde Euro beschlossen. Zufrieden ist damit allerdings nur der GKV Spitzenverband.

Am Dienstag hat der Erweiterte Bewertungsausschuss, in dem jeweils drei Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und des GKV-Spitzenverbandes sowie drei unparteiische Mitglieder vertreten sind, über die Vergütung niedergelassener Ärzte im Jahr 2018 entschieden. Ergebnis: Unterm Strich ergibt sich in der Summe eine Vergütungserhöhung von rund einer Milliarde Euro.

Diese Summe gliedert sich nach Angaben des GKV Spitzenverbandes wie folgt auf:

  • Der Orientierungswert („Preis“) steigt im kommenden Jahr um insgesamt 410 Millionen Euro.
  • Die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung steigt aufgrund der Morbiditätsveränderung um 100 Millionen Euro.
  • Für extrabudgetäre Leistungen, wie beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen, wird mit einem Plus in Höhe von 400 Millionen Euro gerechnet.
  • Für die Stärkung des nichtärztlichen Praxispersonals erhalten die niedergelassenen Ärzte noch einmal 50 Millionen Euro.

Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes zeigte sich zufrieden: „Das ist eine maßvolle Entscheidung, die sowohl den Honorarinteressen der niedergelassenen Ärzte als auch denen der Beitragszahler gerecht wird“. KBV-Sprecher Dr. Roland Stahl nannte das Ergebnis hingegen „enttäuschend“. Wenigstens konnte die ursprünglich geforderte Nullrunde für die Vertragsärzte abgewendet werden.

Nach der Entscheidung auf Bundesebene werden nun in den kommenden Wochen weitere Verhandlungen zur regionalen Umsetzung und ggf. zu regionalen Anpassungen zwischen den 17 Kassenärztlichen Vereinigungen und den Vertretern der Krankenkassen geführt.

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