Goldene Regeln der Steuerprüfung

5 Sätze, die Ärzte niemals zu einem Betriebsprüfer sagen sollten

Es ist einer jener Momente, wo das Herz anfängt zu klopfen und die Schnappatmung einsetzt – die Betriebsprüfung in der Arztpraxis beginnt. Vor lauter Nervosität hat sich so mancher Arzt hier schon um Kopf und Kragen geredet. Besser wäre es, Sie halten sich an die goldenen Regeln der Steuerprüfung und sagen gewisse Sätze niemals zu einem Finanzbeamten, der sich gerade durch Ihre Unterlagen wühlt.

Leider ist die Prüfung ein sehr intensiver Eingriff in die Rechtssphäre des Steuerpflichtigen. Da sitzt aufgrund der Prüfungsanordnung ein Betriebsprüfer in der Arztpraxis, der Fragen stellt, Unterlagen verlangt, elektronische Daten absaugt. Er wiegt den Arzt in Sicherheit, spielt den Verständnisvollen, nur um den Steuerpflichtigen dann möglicherweise einer Steuerhinterziehung oder irgendwelcher Fehler überführen zu können.

Da müssen Praxisinhaber und -mitarbeiter auf der Hut sein. Wir haben die wichtigsten Sätze aufgelistet, die Sie oder Ihre Mitarbeiter besser niemals zu einem Betriebsprüfer sagen sollten:

Bitte, schauen Sie sich alles an!

„Bitte, schauen Sie sich alles an!“: Offenheit dürfte ein Kardinalsfehler bei Prüfungen der Ärzte sein. Betriebsprüfer haben zwar das Recht, bestimmte Unterlagen zu verlangen. Der Prüfer muss dann aber immer mitteilen, welche Unterlagen er konkret wünscht. Und nur die sollte er bekommen – keine anderen. „Bitte sehr, in diesem Schrank sind alle Ordner, die Sie benötigen könnten, bedienen Sie sich“ – das ist eine willkommene Einladung für den Prüfer. Denn dort kann er viele Zufallsfunde machen, die man hätte vermeiden können. Die Unterlagen, die der Prüfer verlangt, geben Sie ihm, nicht mehr. Damit steht man stets auf der sicheren Seite.

Setzen Sie sich doch an den Schreibtisch meiner Kollegin

„Setzen Sie sich doch an den Schreibtisch meiner Kollegin“: Sollte der Prüfer nicht bei Ihrem Steuerberater prüfen, sondern in die Praxis kommen, müssen Sie ihm kein eigenes Zimmer, wohl aber einen eigenen Schreibtisch anbieten. Es ist jedoch sehr empfehlenswert, dem Prüfer ein eigenes Zimmer zu geben. Denn wenn er in einem größeren Büro sitzt, wird er vielleicht Dinge hören, die ihn nichts angehen. Und der Prüfer darf alle Informationen verwerten, die er hört. Weisen Sie alle Mitarbeiter im Betrieb an, dem Prüfer keine Auskünfte zu erteilen. Alle Anfragen des Prüfers sind an die festgelegten Auskunftspersonen weiter zu verweisen – also Chef oder Buchhalter.

Darf ich Sie zum Mittagessen einladen?

„Darf ich Sie zum Mittagessen einladen?“: Psychologie spielt immer eine wichtige Rolle – selbst bei mit allen Wassern gewaschenen Beamten. Sorgen Sie deshalb für eine angenehme Atmosphäre im Prüfungszimmer, und bieten Sie Kaffee, Gebäck und Erfrischungsgetränke an. Allerdings sollte die Contenance gewahrt werden. Auf keinen Fall sollte der Prüfer zum Mittagessen eingeladen werden. Es gibt überkorrekte Prüfer, die so etwas als Bestechungsversuch empfinden. Fragen Sie den Prüfer nicht nach dem Stand seiner Arbeit, ob er etwa schon etwas gefunden hat. Wenn der Prüfer etwas von Ihnen will, meldet er sich schon.

Auf meinem Dachboden liegt noch Schwarzgeld!

„Auf meinem Dachboden liegt noch Schwarzgeld!“: Scherze dieser Art sind unbedingt zu vermeiden. Selbst dann, wenn der Prüfer eine echte Humor-Rakete sein sollte. Dem Prüfer gegenüber immer höflich distanziert und korrekt auftreten, keinesfalls feindselig, überschwänglich oder gar freundschaftlich. In der Regel startet die Betriebsprüfung mit Small Talk und formlosen Gesprächen. Falls sich die Lage des Unternehmens seit der letzten Prüfung verschlechtert hat, sollte das einschließlich der Gründe dafür plausibel erklärt werden. Bloß nicht um Mitleid betteln. Andererseits aber lassen sich gerade erfahrenere Prüfer besänftigen, wenn sie sehen, dass es der geprüften Praxis nicht besonders gut geht. Haben sich die Geschäfte hingegen sehr positiv entwickelt, dann weisen Sie auf den Nutzen für das Gemeinwesen hin, etwa hohe Steuerzahlungen, Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

Ich verzichte auf die Schlussbesprechung

„Ich verzichte auf die Schlussbesprechung“: Im Anschluss an eine Betriebsprüfung haben Sie Anspruch auf eine abschließende Schlussbesprechung. In der Regel kommen hier noch einmal alle Feststellungen zur Sprache. Die Schlussbesprechung ist stets empfehlenswert, weil es sich hier um eine der letzten Möglichkeiten handelt, den Prüfer von Ihrer Sichtweise zu überzeugen und die Aufnahme bestimmter Feststellungen in den Prüfungsbericht zu verhindern. Hier gibt es Verhandlungsspielraum – und diese Chance sollten Sie nutzen. An der Schlussbesprechung sollte unbedingt der Steuerberater teilnehmen. Denn er kann auf Überraschungsfeststellungen des Prüfers entsprechend reagieren oder Schlimmeres durch geschicktes Taktieren verhindern.

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