Geldanlagen

6 Gründe, warum der Brexit Anlegern Chancen bietet

Einen No-Deal-Brexit wird es nicht geben. Man kann davon ausgehen, dass die EU bis Ende 2020 einen Freihandelsvertrag mit dem Königreich zustande bringen wird. Daran ist speziell Deutschland interessiert, denn England ist der fünftwichtigste Handelspartner. Anlagen in Großbritannien sind daher aussichtsreich, meint Wolfgang Köbler*.

Hier sind sechs Gründe, warum Anleger jetzt handeln sollten:

Der Wettbewerb um Steuervorteile für Unternehmen in Europa wird neu angefacht.

Es ist davon auszugehen, dass die britische Führung eine Unternehmenssteuerreform auf den Weg bringen wird. Die durchschnittlichen Unternehmenssteuersätze liegen derzeit bei rund 20 Prozent. Premier Johnson wird sich die Reform in den USA von 2018 als Beispiel nehmen, um den Standort deutlich attraktiver zu machen und das europäische Festland unter Zugzwang setzen.

Die Brexit-Schockstarre löst sich.

Die seit dem Austrittsvotum gehemmte Investitionsbereitschaft wird steigen. Die Investmentbank Goldman Sachs geht von einer deutlichen Zunahme von Investitionen und Wachstum aus. Das kann die Grundlage für einen mittelfristigen Aufschwung darstellen.

Die City of London bleibt ein Weltfinanzzentrum.

Es hat sich gezeigt, dass es eben nicht so einfach ist, vorhandene Kompetenz ohne weiteres auf das europäische Festland zu verlagern. Durch die Befreiung von der Brüsseler Bürokratie dürfte der Finanzplatz London mit der eigenen Währung profitieren. Die Finanzindustrie erwartet regulatorische Lockerungen nach dem Vorbild der USA unter der Regierung Trump.

Die demografische Entwicklung ist positiv.

England bleibt ein qualifiziertes Zuwanderungsland. Nach Angaben der europäischen Statistikbehörde wird England 2050 die Einwohnerzahl von Deutschland übertroffen haben. Großbritannien hat jetzt die Chance, ein eigenes qualifiziertes Einwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen. So will die britische Regierung eine Zuwanderung in das eigene Sozialsystem vermeiden. Die Weltsprache Englisch macht den Standort zusätzlich attraktiv.

Starke marktwirtschaftliche Historie

Über Jahrhunderte pflegte man auf der Insel die marktwirtschaftliche Tradition, den Märkten Freiraum zu lassen und die persönlichen Freiheitsrechte an erste Stelle zu setzen. Eine Entbürokratisierung führt zu einem schlankeren Staat und bringt neue Wachstumsimpulse.

Die Notenbankpolitik der Bank of England wirkt unterstützend

In den jüngsten Inflationszahlen für das Königreich sind die Steigerungen auf das Niveau von vor 2016 zurückgegangen. Die Bank of England hat bereits angekündigt, weitere geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaft stärker zu stimulieren.

Die Nachrichten rund um den Brexit werden sicher noch weiter zu Schwankungen im Pfund und an der Börse führen. Anleger sollten diese nutzen, um sich am britischen Aktienmarkt deutlicher zu positionieren als in den vergangenen dreieinhalb Jahren.

*Der Autor: Wolfgang Köbler ist Vorstand der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg

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