Kirchensteuer auf Zinserträge

Ab 2015 kein Entrinnen mehr vor der Kirchensteuer

Sparen macht bald noch weniger Freude: Nicht nur die jüngste Leitzinssenkung erschwert es vorausschauenden Ärzten, Erträge zu erwirtschaften: Ab 2015 gibt es zudem kein Entrinnen mehr bei der Kirchensteuer.

Auf den Kontoauszügen war es schon zu lesen. „Sehr geehrter Kunde“, schrieben beispielsweise viele Sparkassen dort, „Kirchensteuer auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge (zum Beispiel Zinsen) wird ab dem 1. Januar 2015 automatisch einbehalten und an die steuererhebenden Religionsgemeinschaften abgeführt.“ Im Klartext heißt das: Die Kreditinstitute führen die Kirchensteuer auf Kapitalerträge künftig direkt ans Finanzamt ab.

Härtere Gangart gegenüber Gläubigen

Zinserträge waren schon immer kirchensteuerpflichtig.Sie werden vom Staat für die Kirche erhoben. Je nach Bundesland entfallen acht oder neun Prozent Kirchensteuer auf Kapitalerträge, daran ändert sich auch künftig nichts. Wer geringe Erträge hat, zahlt nichts. Für Singles gilt weiter ein Freibetrag von 801 Euro pro Jahr, Verheiratete haben 1602 Euro frei.

Bislang konnte der Anleger allerdings selbst entscheiden, ob die Bank die Kirchensteuer auf Zinsen und Dividenden vornehmen sollte oder ob er sie in der Einkommensteuererklärung angab. Offenbar nahmen es einige Bürger nicht so genau mit dieser Pflicht, und so gingen der Kirche Gelder durch die Lappen.

Das soll sich nun mithilfe der Kreditinstitute ändern. „Die Banken müssen nun auf elektronischem Weg beim Bundeszentralamt für Steuern für jeden Kunden der Kapitalerträge bezieht, das Kirchensteuerabzugsmerkmal erfragen“, erklärt der Münchner Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Curt Schuler. „Dahinter verbirgt sich ein elektronischer Schlüssel, der aus zwei Komponenten besteht: Die ersten fünf Ziffern bilden den Kirchensteuersatz ab, die letzten sechs die Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft – also beispielswiese dem Erzbistum Köln.“ Damit kann quasi jeder Bankmitarbeiter, der das Kirchensteuerabzugsmerkmal eines Kunden kennt, dessen Konfession ableiten. „Es sei denn, ein Kunde hat keine Religionszugehörigkeit oder der Übermittlung der Daten an die Bank widersprochen. Dann wird ein Nullwert eingetragen“, so der Experte.

Sperrvermerk mit Konsequenzen

Wer der Weitergabe seiner Daten mit dem entsprechenden Formular schriftlich widerspricht, bekommt einen Sperrvermerk vom Bundeszentralamt für Steuern. „In den meisten Fällen wird es aber heute schon zu spät sein, da bereits seit dem 1. September 2014 die Kirchensteuermerkmale der Kunden abgerufen werden können und die Banken somit Bescheid wissen. Die vorliegenden Informationen gelten dann für den Steuerabzug des ganzen Jahres 2015“, erklärt Schuler. Mit einem Sperrvermerk kann also nur die Übermittlung für künftige Anfragen verhindert werden.

A&W-Kompakt
Pflichtübung
Jeder Steuerzahler, der einen Sperrvermerk eintragen lässt, muss zwingend eine Steuererklärung bei seinem Finanzamt einreichen. Schließlich wollen die Kirchen ja an ihr Geld kommen. Das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt aus diesem Grund für jedes Veranlagungsjahr, für das ein Sperrvermerk eingetragen ist, die Daten des jeweiligen Steuerzahlers an dessen Wohnsitz-Finanzamt.

 

Angelika Steffen

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