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Berufsausübungsgemeinschaften: Diese Regeln gelten bei der Abrechnung


Ärzte einer Berufsausübungsgemeinschaft am Tisch

Die Zahl der Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) steigt. Neben praktischen Vorteilen, die eine BAG bietet, müssen alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen aber auch einige besondere Regelungen beachten. So vermeiden Sie Ärger bei den regelmäßig stattfindenden Prüfungen.

Das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz präzisiert, was unter einer BAG oder einer Teil-BAG zu verstehen ist. Die bisherige Gemeinschaftspraxis wurde damit abgelöst. Alle Teilnehmer einer BAG treten als Gemeinschaft auf, behandeln die Patienten gemeinsam, rechnen gemeinsam ab. Sie haften für Verbindlichkeiten gemeinsam und haben gemeinsame Praxisräume und -mitarbeiter. Zu den juristischen Aspekten, die an anderer Stelle genauer ausgeführt werden, gehört unter anderem ein Vertrag über die BAG und eine Zulassung als BAG durch die regionale Kassenärztliche Vereinigung (KV).

Nachfolgend werden nur die Abrechnungsregelungen betrachtet

Die Abrechnungsregeln gelten auch bei ausschließlicher Videosprechstunde im Behandlungsfall. Dann wird der Aufschlag ausgehend vom reduzierten Honorar berechnet.

Neben den juristischen Aspekten sind auch bei der Abrechnung in der BAG einige Regelungen zu beachten. Unter Punkt 5.2 der Allgemeinen Bestimmungen steht, dass jede abgerechnete GOP sowohl mit der Betriebsstätte oder Nebenbetriebsstätte als auch dem erbringenden Arzt über die lebenslange Arztnummer zugeordnet wird. Damit gab es anfangs erhebliche Probleme, weil zum Beispiel bei einer Plausibilitätsprüfung erstmals auffiel, dass in einer BAG ein Kollege sehr viel mehr abgerechnet hat, als er realistisch gearbeitet haben kann. Während die mit ihm verheiratete Kollegin in der BAG kaum etwas abgerechnet hat.

Auf die Ausschlüsse der Nebeneinanderberechnung geht Punkt 5.3 der Allgemeinen Bestimmungen ein. So ist eine Nebeneinanderberechnung von Kleinchirurgie und Anästhesie dann möglich, wenn zwei Kollegen die unterschiedlichen Leistungen erbringen.

BAG vs. Praxisgemeinschaft

Im Gegensatz zu einer BAG löst ein Patient, der zwei hausärztliche Kollegen einer Praxisgemeinschaft in einem Quartal besucht, bei beiden einen Behandlungsfall aus. Das führt unter anderem dazu, dass geprüft wird, wie viele Patienten von beiden (oder mehr) Teilnehmern einer Praxisgemeinschaft behandelt werden. Bei missbräuchlicher Nutzung einer Praxisgemeinschaft ist dementsprechend der Ärger vorprogrammiert.
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