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Infusionstherapie: Was Internisten jetzt mehr abrechnen dürfen


Patientin kriegt Infusion

Zum 1. April 2022 wurde die Infusionsleistung nach der Gebührenordnungsposition 02101 um einen weiteren Leistungsinhalt erweitert. Hausärzte gehen dabei leer aus.

Die intravasale Gabe von Immunglobulinen kommt in vielen Fällen zur Anwendung, vor allem in internistischen Praxen. Bisher fehlte im EBM (Einheitlicher Bewertungsmaßstab) eine adäquate spezielle Abrechnungsmöglichkeit – ein Manko, das zum 1. April 2022 korrigiert wurde.

Kassenabrechnung

Im EBM existieren insgesamt drei Abrechnungsziffern für die Infusionstherapie:

Während mit der GOP 02100 alle Arten von Infusionen abgerechnet werden können, gibt die Leistungslegende der GOP 02101 spezielle Infusionen und Indikationen vor, bei denen diese Position abrechenbar ist (Einzelheiten s. Textkasten).

Neu ab dem 1. April 2022 ist die Möglichkeit, auch die intravasale Infusionstherapie von Immunglobulinen korrekt abzurechnen. Finanziert wird der zu erwartende Mehrbedarf innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütungen.

Grundsätzlich ist erwähnenswert, dass sowohl die GOP 02100 als auch die GOP 02101 sowohl für Hausärzte als auch für Kinderärzte ein Teil der jeweiligen Versichertenpauschale (Anhang 1 EBM) und damit in der Regelversorgung nicht gesondert abrechenbar sind. Eine Ausschlussregelung besteht neben den Notdienstpauschalen (GOP 01210 bis 01218), sodass im organisierten Notfalldienst beide Leistungen berechenbar sind.

Privatabrechnung

In der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) ist die Abrechnung von Infusionen deutlich differenzierter:

Die Zeitangaben beinhalten die Zeit für das Anlegen und die Abnahme der Infusion. Die Nrn. 271 und 272 sind an einem Behandlungstag maximal zweimal abrechenbar, aber nur bei zweimaliger Punktion verschiedener Blutgefäße (Allg. Best. Abschnitt C.II).

Mit gesonderten Abrechnungsnummern sind die Infusionen von Zytostatika abzurechnen. Hier gelten

Die Leistungen nach den Nrn. 275 und 276 sind lediglich einmal am Behandlungstag abrechenbar.

Insgesamt sind die Leistungen nach den Nrn. 271 bis 276 nicht nebeneinander abrechenbar. Ist jedoch nach beendeter Zytostatikainfusion eine weitere Infusion erforderlich, kann diese (mit erneuter Punktion) dennoch mit Nr. 271 oder 272 abgerechnet werden. Um Probleme zu vermeiden, sollte dies in der Rechnung dann angegeben und in der Patientenakte dokumentiert werden.

GOP 02101: Infusionstherapie
  • intravasale Infusionstherapie mit Zytostatika, Virustatika, Antimykotika und/oder Antibiotika bei einem Kranken mit konsumierender Erkrankung (fortgeschrittenes Malignom, HIV-Erkrankung im Stadium AIDS) und/oder
  • intraperitoneale bzw. intrapleurale Infusionstherapie bei einem Kranken mit konsumierender Erkrankung (z. B. fortgeschrittenes Malignom) und/oder
  • intravasale Infusionstherapie mit monoklonalen Antikörperpräparaten und/oder
  • intravasale Infusionstherapie mit Immunglobulinen
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