HONORARPOLITIK

„Abstruses Honorarsystem!“

Philipp Rösler kritisiert das „abstruse Honorarsystem“ der Ärzte. Und womit? Mit Recht! Jetzt muss der zutreffenden Diagnose die Therapie folgen.

Sorgenvoll blicken die Hausärzte in die Zukunft. 2010 hat Nerven gekostet. In der Öffentlichkeit war von einem milliardenschweren Geldsegen zu hören. Bei kaum einem Hausarzt stiegen Umsatz und Ertrag überproportional. Die Erwartungen der Hausärzte sind klar: Sie erwarten eine angemessene Vergütung ihrer Leistungen. Der Arzt als Unternehmer braucht eine Stabilisierung seines Praxisertrags durch Senkung der Praxiskosten. Die Schwachstellen im geltenden Vergütungssystem müssen unverzüglich abgebaut werden.

Da richtet sich an den Bundesgesundheitsminister die Erwartung, seinen vollmundigen Versprechungen endlich konkrete Taten folgen zu lassen. Schwarzgelb versprach den Ärzten eine kritische Überprüfung der Honorarreform und ein einfaches, verständliches Vergütungssystem, das ihre Leistungen adäquat abbildet. Von konkreten Maßnahmen ist hier noch nichts zu sehen. Dafür aber bekräftigte Phillip Rösler jetzt noch einmal die Absicht, ein „intelligentes System“ der Kostenerstattung einzuführen und spricht davon, dass ein neues Honorarsystem hierfür Grundvoraussetzung sei. Dazu sei unvorstellbar, dass etwa ein Handwerker für Punkte und unter Budgetbedingungen arbeiten würde. Nur die Ärzte hätten dieses abstruse System, das Leistung nicht belohne.

Röslers Erklärung weckt bei den Hausärzten große Erwartungen, darf aber nicht den Blick darauf verstellen, dass sein Ministerium letztlich für das „abstruse Honorarsystem“ verantwortlich ist und jederzeit in der Lage wäre, bei KBV und Kassen eine Kursänderung anzumahnen. Die letzte (gescheiterte) Honorarreform hatte sein Haus unter Federführung der KBV-Führungsspitze entwickelt. Was der Bewertungsausschuss beschließt wird nur wirksam, wenn der Bundesgesundheitsminister die Sache geprüft und genehmigt hat.

Die Hausärzte erwarten von Rösler nun konkrete Maßnahmen zur Sicherung einer einheitlichen Vergütung der ärztlichen Leistungen in allen Regionen. Hier sind nachhaltige KBV- und KV-Initiativen gefordert. Bis 30. April 2011 muss der Bewertungsausschuss ein Konzept für eine schrittweise Konvergenz der Vergütungen vorlegen. Die zentrale Forderung der Hausärzte: Da darf niemand benachteiligt werden. Vergütungsangleichung „nach unten“ – keinesfalls!

A&W-TIPP

Die Ausgangslage …
… für angemessene Umsätze und Erträge in den hausärztlichen Praxen für 2011 ist miserabel. Die Punktwerte wurden für zwei Jahre auf zu niedrigem Niveau eingefroren. Die Gesamtvergütungen auf der Ebene der KVen wachsen nur gering. Die bisher „freien Leistungen“ wurden budgetiert. Der Arzt als Unternehmer muss jetzt eine Gegenstrategie entwickeln. Nach wie vor gilt: Wenn der Umsatz stagniert oder sinkt, müssen die Praxiskosten runter. Hier schlummern in jeder hausärztlichen Praxis noch Effizienzreserven, die ausgeschöpft werden müssen.

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