Auf keinen Fall zahlen

Abzocke: Patentamt und Rentenversicherung warnen vor dreisten Betrügern

Um anderen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen, lassen Betrüger sich immer wieder neue Täuschungsmanöver einfallen. Aktuell warnen Patentamt und Rentenversicherung vor Missbrauch.

Patentamt warnt vor gefälschten Briefen

Das Logo ist gleich, der Brief wurde unterschrieben – trotzdem sind die Zahlungsaufforderungen falsch. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) weist darauf hin, dass derzeit gefälschte Rechnungen für Markeneintragungen per Post versendet werden. Empfänger sollten die geforderten Summen auf keinen Fall überweisen.

Nach der Markenanmeldung versendet das DPMA nach eigenen Angaben zwar einmalig eine Gebühreninformation. Für die Überweisung seien Anmelder aber selbst verantwortlich, eine Aufforderung wie in den Betrugsfällen gebe es nicht.

Zwischen Dienstagmittag und Freitagmorgen (22. November) hatte das Amt nach eigenen Angaben rund 1.300 Anfragen zu Briefen erhalten, die das Logo des DPMA verwenden und zur Zahlung bestimmter Summen auf ausländische Konten auffordern. Diese sind am Länderkürzel in der IBAN zu erkennen. Das DPMA fordert allerdings nur zu Überweisungen auf das Konto der Bundeskasse mit der IBAN DE84 7000 0000 0070 0010 54 auf. Überweisungsträger werden ebenfalls nicht beigelegt.

Betroffen sind nach Angaben eines Sprechers sowohl Menschen, die tatsächlich Marken angemeldet haben, als auch Bürger, die gleich oder ähnlich wie Markeninhaber heißen. Man vermutet deshalb, dass für die Betrügerei Namen aus dem öffentlich zugänglichen Markenregister kopiert wurden. Empfänger solcher Schreiben können sich an den Zentralen Kundenservice wenden.

Rentenversicherung fordert nur schriftlich zu Zahlungen auf

Aktuell versuchen Betrüger außerdem, sich am Telefon als Behördenmitarbeiter auszugeben. Von vermeintlichen Anrufen der Deutschen Rentenversicherung sollte man sich aber nicht verunsichern lassen. Egal, was Anrufer behaupten: Rentenkürzungen werden nicht telefonisch angekündigt.

So fordern Trickbetrüger derzeit beispielsweise Rentner am Telefon auf, Geld auf ein fremdes Konto zu überweisen. Für den Fall, dass sie es nicht tun, werden Rentenpfändungen, Rentenkürzungen oder andere Nachteile angedroht. Zu Zahlungen fordert die DRV allerdings immer schriftlich auf, so der Hinweis. Auf eine telefonische Aufforderung hin sollte deshalb niemand Geld überweisen.

Betrüger fragen Kontodaten ab

Vor einer anderen Masche warnt die Deutsche Rentenversicherung (DRV) in einer Broschüre, die von der Homepage heruntergeladen oder telefonisch bestellt werden kann: So geben Betrüger am Telefon vor, ein Computer sei ausgefallen oder Rentenbeiträge sollten zurücküberwiesen werden. Dann fragen sie nach den Kontodaten der Angerufenen. Diese werden von der echten Behörde aber ebenfalls nur schriftlich angefordert, erklärt die DRV. Echte Mitarbeiter rufen nur ausnahmsweise an, etwa wenn vor kurzem ein Antrag gestellt und dabei die Telefonnummer für Rückfragen angegeben wurde.

Angerufene sollten persönliche Daten nicht preisgeben und im Zweifelsfall das Telefonat beenden. Unter der kostenlosen Servicenummer 0800 1000 4800 können sie sich an die Deutsche Rentenversicherung wenden. (dpa)

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