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Ärzte brauchen im Durchschnitt 25 Stunden pro Woche für Pandemiebekämpfung


person with mask and protective clothing holding hand up for stop

Die Corona-Pandemie beschert niedergelassenen Ärzten zusätzliche Arbeit. Wie viel genau, wollte jetzt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) wissen. Für die Erhebung wurden Schwerpunktpraxen in Berlin befragt.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mussten in den vergangenen Monaten eine Menge zusätzlicher Zeit für pandemiebezogene Aufgaben einplanen – im Schnitt rund 25 Stunden pro Woche.

Die befragten Mediziner gaben an, in ihrer Praxis pro Woche etwa 41 Patienten in Zusammenhang mit COVID-19 zu betreuen. Darunter Verdachtsfälle ebenso wie bestätigte positive Fälle. Darunter sind im Durchschnitt knapp 22 Personen, die nicht zum üblichen Patientenstamm der Praxis gehören. Außerdem werden im Schnitt zusätzlich noch weitere 26 pro Woche zu COVID-19 beraten, aber anschließend nicht weiter in der Praxis betreut.

So setzt sich der Mehraufwand im Details zusammen

Insgesamt entfielen laut der Befragung im Durchschnitt 7,85 Stunden des Mehraufwands auf die Beantwortung telefonischer Anfragen zu COVID-19. Etwa 10,2 Stunden brauchen die Arztpraxen für Corona-Tests und Dateneingaben. Bei den positiv getesteten Patientinnen und Patienten haben die Praxen zudem durchschnittlich 2,85 Stunden pro Woche für die Kommunikation mit Gesundheitsämtern, zur Patientenberatung und zum Monitoring gebraucht. Allein auf bürokratische Aufgaben wie Dateneingaben und Abrechnung entfielen 10 Stunden in der Woche. Das Praxisteam war damit im Schnitt 9,1 Stunden die Woche gebunden.

Damit entsteht der größte Zeitaufwand in den Praxen durch die Beratung und Testung besorgter Bürgerinnen und Bürger. Aufgrund des sehr niedrigen Anteils positiver Tests entfällt nur etwa ein Zehntel des pandemiebedingten Zeitaufwands auf die Begleitung und Behandlung positiv getesteter Patienten.

Die meisten COVID-19-Patienten werden ambulant versorgt

„Arztpraxen, die sich an der Versorgung von COVID-19-Patienten beteiligen, haben damit alle Hände voll zu tun. Die Erhebung macht einmal mehr deutlich, wie wichtig der ambulante Schutzwall der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte für die Kliniken ist. Denn mittlerweile werden 19 von 20 positiv getesteten COVID-19-Patienten in Deutschland ambulant versorgt“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Dr. Margret Stennes, Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, kritisert in diesem Zusammenhang vor allem die anfallende Bürokratie, die den Niedergelassenen ohnehin schon zu schaffen macht. „Es ist nicht gut, dass die Praxen fünfmal mehr Zeit für Bürokratie aufwenden müssen als für die Behandlung der bestätigten COVID-19-Fälle. Mit Blick auf die Infekt-Saison im Herbst müssen die Praxen hier dringend entlastet werden. Auch eine Verbesserung der Vergütung für die Testungen unterstützt das Pandemiemanagement. Die anstehende Überarbeitung der Testverordnung durch das Bundesgesundheitsministerium bietet hierzu eine gute Gelegenheit“. Zwar sei die Zahl der Praxen, die an der Umfrage teilgenommen haben, nicht sehr hoch (78), aber deren Aussagen würden doch sehr deutlich machen, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

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