Umfrage

Ärzte leiden unter zu viel Bürokratie

Der Arztberuf gilt als überaus attraktiv, doch machen der zunehmende Verwaltungsaufwand und komplizierte Abrechnungsmodalitäten insbesondere niedergelassenen Medizinern zu schaffen. Eine stärkere digitale Kommunikation, wie sie das E-Health-Gesetz vorsieht, könnte die Ärzte entlasten.

Ärzte erhalten viel gesellschaftliche Anerkennung, verfügen über einen hohen sozialen Status und das monatliche Einkommen gilt als attraktiv. Diese positiven Facetten des Berufs schlagen sich auch in einer im Vergleich zu anderen Berufszweigen außergewöhnlichen Zufriedenheit mit ihrer Tätigkeit nieder. 76 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage des Online-Netzwerks esanum unter 158 Ärzten geben an, dass ihnen ihre Profession “sehr viel” oder “viel” Spaß mache. Lediglich 18 Prozent antworten, ihre Tätigkeit sei “durchschnittlich” interessant und sechs Prozent sagen, dass ihnen der Beruf “eher weniger” Freude bereite.

Allerdings leiden Ärzte unter zu viel Bürokratie. 86 Prozent sind der Meinung, Bürokratie erschwere ihnen die Ausübung ihres Berufs. 45 Prozent der Mediziner finden die Interaktion mit den Krankenkassen und die Abrechnung als stressig. Zusätzlich halten es die Ärzte für unangenehm, dass sich die Patienten im Internet in ein Thema einlesen und dann versuchen, mögliche Selbst-Diagnosen zu stellen.

Auch im Gesundheitswesen ist die digitale Revolution längst angekommen. Fast alle Praxen und Krankenhäuser nutzen die digitale Datenverarbeitung. Nur in der Patientenkommunikation regieren immer noch viel zu häufig Brief und Fax. Auch beim Bezug von medizinischen Fachinformationen haben Fachzeitschriften, Bücher und Kongresse immer noch die Nase vor den Online-Medien.

E-Health-Gesetz soll Prozesse digitalisieren
Deswegen wurde es mehr als Zeit, dass die Bundesregierung jetzt mit dem E-Health-Gesetz endlich eine zukunftsfähige Telematikinfrastruktur sicherstellen will. Das Gesetz soll Praxen und Krankenhäuser sicher miteinander, so dass sie einfacher miteinander kommunizieren können. Versicherte wiederum sollen den Behandlern wichtige Gesundheitsdaten zeitnah und sicher zur Verfügung zu stellen. Auch markiert das Gesetz einen Einstieg in die Telemedizin.

Wie sich das Gesetz auf die Bürokratie der Ärzte auswirkt, ist zwar noch unklar. Doch generell stimmt die Richtung, Ärzte von Verwaltungsaufgaben zu entlasten und diese zu digitalisieren, damit sie sich mehr ihrer Kernaufgabe – der Versorgung ihrer Patienten – widmen können. Gerade die Bürokratie und „Papierkram“ sorgen zunehmend dafür, dass der Arztberuf bei jungen Leuten an Attraktivität verliert.
Zunehmend entwickelt sich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für die Ärzte zu einem Problem. 38 Prozent der Befragten erklärten in der oben erwähnten Umfrage, den Arztberuf mit dem Privatleben “eher weniger gut” vereinbaren zu können. Eine gute Work-Life-Balance notieren lediglich 23  Prozent der Teilnehmer. Nur 40 Prozent der Ärzte sind der Meinung, ihnen bleibe genug Zeit für Kind und Familie. Rund 60 Prozent hingegen sagen, der Arztberuf lasse ihnen nicht genug Zeit für ihr Familienleben.

Ein Grund dafür könnte die Arbeitszeit sein. 39 Prozent der befragten Ärzte meinen, sie  würden mehr als zehn Stunden täglich arbeiten. Bei 15 Prozent sind es sogar mehr als zwölf Stunden. 63 Prozent antworten, dass sie zudem außerhalb ihrer Arbeitszeit per Email und Handy erreichbar seien. Ein Burn-out mit der Folge einer zeitweisen Berufsunfähigkeit haben immerhin bereits 13 Prozent der Ärzte erlitten.

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