ÄRZTE-PKV

Ärzte-PKV: Weniger Beitrag im Ruhestand!

Zunehmend klagen Ärzte über heftige PKV-Beitragssteigerungen. Die PKV verweisen auf die Kosten und bieten jetzt verstärkt ihre Beitragsentlastungstarife an. Ein zweischneidiges Schwert, meint A&W-Autor Claus Cory.

Auch fürs neue Jahr gibt es wieder traditionsgemäß Beitragserhöhungen. In den Anpassungsschreiben werden die üblichen Verdächtigen genannt: Allgemeine Kostenerhöhungen, medizinischer Fortschritt, längere Lebenserwartungen, gestiegene Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen, Gesundheitsreform, Verzicht auf die Kollegenbehandlung. Gerade Letzteres tritt immer mehr in den Vordergrund. „Durch die starken Veränderungen bei der kollegialen Behandlung waren Arzttarife von Beitragsanpassungen betroffen“, heißt es etwa bei der Central. Die kalkulatorischen Voraussetzungen seien kaum mehr gegeben.

Der PKV-Verband wirbt seit geraumer Zeit mit dem Slogan: „Vorbildlich – eine Krankenversicherung mit eingebauter Altersvorsorge“. Die Allianz ergänzt: „Die einfache und günstige Lösung: Sichern Sie sich heute schon ihre Beitragsentlastung für später!“ Es geht darum, jetzt noch mehr Beitrag zu zahlen, um im Alter weniger entrichten zu müssen. Unser Beispiel auf dieser Seite zeigt die Funktion anschaulich. Bei der DKV etwa zahlt ein 40-jähriger selbstständiger Arzt für seine Vollversicherung 485 Euro im Monat. Wenn er im Alter 65 eine Beitragsentlastung von 100 Euro haben möchte, würde seine jetzige Prämie auf 513 Euro steigen. Er müsste also 28 Euro monatlich mehr zahlen.

Der Entlastungsbetrag kann in der Regel zwischen zehn und 100 Euro gewählt werden – und zwar zwischen vollendetem 21. und 59. Lebensjahr. Je früher, desto günstiger. Zudem sind die Mehrprämien steuerlich absetzbar. Eine Gesundheitsprüfung findet nicht statt. Weiterer Vorteil: Eine vertraglich vereinbarte Beitragsreduzierung im Alter gibt Planungssicherheit. Im Ruhestand steht dann mehr Geld zur Verfügung.

Dafür muss jetzt mehr bezahlt werden. Und lohnen kann sich die Sache ohnehin nur, wenn man noch lange im Ruhestand lebt. Böswillige Kritiker sagen: Jetzt machen die Versicherer noch ein zusätzliches Geschäft mit der Angst vor nicht finanzierbaren Rentnerprämien. Das gelte vor allem für jene Unternehmen, die statt Beitragsentlastung eine private Rentenversicherung offerieren. Und wer weiß schon, wie in 20, 30 Jahren die sozialpolitische oder steuerliche Situation aussieht? Oder was passiert, wenn der Versicherte wechseln will? Per saldo sollte man Vor- und Nachteile exakt miteinander abwägen.

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