Ärzte und E-Health – Mehr Frust als Fun?

Im nun zu Ende gehenden E-Health-Jahr 2015 wurden die Weichen für neue digitale Trends in der Arztpraxis gestellt: Online-Services, Telematik und telemedizinische Anwendungen erleichtern und verbessern die Arbeit in Arztpraxen sowie die Patientenversorgung. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der aktuellen Neugestaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wieder. (Stichwort „E-Health-Gesetz“). Doch wie ist die Stimmung in der deutschen Ärzteschaft gegenüber dem Thema E-Health? Werden die neuen Chancen und Möglichkeiten genutzt?

Am 3. Dezember 2015 hat der Bundestag das als E-Health-Gesetz bezeichnete „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“ beschlossen. Schlüsselrollen spielen darin die elektronische Gesundheitskarte (eGK) und die Telematikinfrastruktur. Zwei wichtige Vorhaben zur Förderung der intersektoralen Vernetzung. Es liegt nun an den Herstellern von Praxis-IT, den Akteuren des Gesundheitswesens aufzuzeigen, welche Vorteile die Telematikinfrastruktur und die damit verbundenen E-Health-Anwendungen mit sich bringen. Angefangen bei der gesetzlich vorgesehenen finanziellen Förderung des elektronischen Arztbriefes bis hin zu dem vorgesehenen sektorenübergreifend vorliegenden Medikationsplan und der elektronischen Patientenakte, in der Ärzte und Patienten alle relevanten Behandlungsdaten ablegen können.

Mehrheit der Ärzte unterstützt stärkere Vernetzung im Gesundheitssektor

Wie eine Umfrage des CGM HEALTHMONITOR zeigt, herrscht bei den niedergelassenen Ärzten eine überwiegend positive Einstellung zum Thema E-Health. Die Mehrheit der 340 befragten Ärzte unterschiedlichster Fachrichtungen sprach sich für eine Förderung des sektorenübergreifenden digitalen Informationsaustausches aus. So ist der elektronische Arztbrief für fast drei Viertel der Befragten eine hilfreiche bis sehr hilfreiche Maßnahme zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Dabei befürworten 73,3 Prozent der Hausärzte und 70,5 Prozent der Fachärzte die Nutzung eines elektronischen Arztbriefes. Zugleich versprechen sich 44,6 Prozent der Hausärzte und 37,8 Prozent der Fachärzte durch das E-Health-Gesetz eine Vereinfachung des Verwaltungsaufwands in der Praxis.

IT in der Praxis – Noch immer ein ungeliebtes Thema?

Bisher schöpfen noch nicht alle Ärzte die Chancen und Möglichkeiten, die sich im Bereich E-Health eröffnen, in vollem Umfang aus. Die Ursache liegt nicht selten in einer allgemeinen Unsicherheit bzw. Unwissenheit gegenüber EDV-Anwendungen. Ein Arzt ist kein IT-Experte, dass muss er auch nicht sein. Zentraler Kern des Berufsbildes Arzt ist die Medizin. Somit ist bei allen Möglichkeiten die E-Health-Lösungen mit sich bringen, immer zu beachten, dass die medizinische Behandlung und die Versorgung von Patienten im Vordergrund stehen. IT soll Ärzten bei der Ausübung ihres Berufes hilfreich zur Seite stehen, sie soll dagegen nicht alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen oder gar zusätzlichen Arbeitsaufwand schaffen. Bei der richtigen Auswahl von E-Health-Anwendungen ist deswegen entscheidend zu beachten, dass für jeden Arzt das für ihn individuell passende Produktportfolio identifiziert und gewinn- und nutzenbringend im Praxisalltag implementiert wird.

Ausblick

Das E-Health-Gesetz schafft eine wichtige Voraussetzung für die Unterstützung der Ärzte und Kliniken. Durch hilfreiche E-Health-Lösungen, die den Praxisalltag effizienter gestalten und letztlich dem Patientenwohl dienen sowie durch die Vereinfachung von Arbeitsprozessen, gewinnt der Arzt Zeit, die ihm für die umfassende Behandlung seiner Patienten zur Verfügung steht. Die niedergelassenen Ärzte fürchten nicht die Konsequenzen, die die Umsetzung des E-Health-Gesetzes für die Arbeitsprozesse in den Praxen bedeutet, sondern verbinden sie vielmehr mit der positiven Erwartung, Verwaltungsabläufe zu vereinfachen und somit mehr Zeit für die Patientinnen und Patienten zur Verfügung zu haben. Intelligente Software-Lösungen können dazu beitragen, dass Ärzten bei der Erfüllung der neuen gesetzlichen Anforderungen kein Mehraufwand entsteht.



The following two tabs change content below.

Jürgen Veit

Jürgen Veit

Leiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Jürgen Veit ist bei der CompuGroup Medical Deutschland AG für die Kommunikation D-A-CH verantwortlich. Der Kommunikationswirt war vorher rund 25 Jahre in führenden Funktionen in internationalen Kommunikationsagenturen tätig.

Anzeige

Datenschutz in der Arztpraxis Teil 2: Auch Ärzte müssen sich gegen Cyber-Attacken absichern

Recherchen im Internet und die Kommunikation per E-Mail gehören in vielen Arztpraxen zum Arbeitsalltag. Gleichzeitig sind im Praxisnetzwerk die Gesundheitsdaten der Patienten und somit hochsensible P... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Aktion gilt für alle Neuwagen

VW-Aktionsangebote für Ärzte


Buchtipp der Woche

Taschendolmetscher für Ärzte


IGeLn - aber richtig

Neuer Ratgeber für Ärzte


Privatversicherung

Entscheidungshilfen für Patienten


Anzeige