Betrug an Krankentagegeldversicherung

Ärztin kassiert 65.000 Euro Krankentagegeld: Approbation weg!

Eine Ärztin, die ihre Krankentagegeldversicherung um 65.000 Euro betrogen hat, muss nicht nur mit einer Verurteilung wegen Betruges leben, sondern auch ihre Approbation abgeben.

Insgesamt 22 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen legte eine Ärztin ihrer Krankentagegeldversicherung vor und kassierte Zahlungen von 255,64 Euro pro Tag.

Offenbar war sie aber gar nicht krank: Die Versicherung konnte ihr nachweisen, dass sie während der Krankschreibung in ihrer Praxis arbeitete, ausgiebige Reisen unternahm und sogar für einen Monat als Schiffsärztin anheuerte. Der Schwindel flog auf, die Versicherung klagte: Wegen Betrugs in 22 Fällen wurde die Ärztin vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Die Regierung von Oberbayern wiederrief nach der Verurteilung die Approbation der Medizinerin. Sie sei aufgrund ihres Verhaltens nicht würdig, den Beruf des Arztes weiter auszuüben.

Dagegen klagte die Ärztin zunächst erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Regensburg, doch der Verwaltungsgerichtshof kassierte die Entscheidung wieder. Der Widerruf einer Approbation diene dem Schutz des Vertrauens der Bevölkerung in die Ärzteschaft. Beim Beurteilen der Würdigkeit der Berufsausübung komme es nicht nur auf das Verhalten beim Behandeln von Patienten an.

Die Verurteilung wegen Betrugs gegenüber der Versicherung hätte u.a. in Hinblick auf die Höhe des Schadens erhebliches Gewicht. „Ein Gewinnstreben um jeden Preis, das die Taten der Klägerin offenbare, steht in einem unauflösbaren Widerspruch zu dem in der Öffentlichkeit vorhandenen Bild des helfenden Arztes, der … seinen Beruf gewissenhaft auszuüben hat und sein ärztliches Handeln am Wohl des Patienten auszurichten hat“, heißt es im Urteil. Einer Gefahrenprognose für die Zukunft bedürfe es in solchen Fällen nicht.

 

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