Anlage-Strategie

Aktiencrash: So sichern Sie sich ab

Maximale Gewinne, minimales Risiko – das wollen alle Anleger. Wie Ärzte bei ihren Investitionen tatsächlich ein sehr gutes Rendite-Risiko-Profil erreichen, verrät Finanz-Experte Stephan Albrech*.

Dieser Jahresanfang war desaströs für die meisten Aktienanleger. Doch während Dax & Co in den ersten Handelswochen 2016 bis zu 13 Prozent verloren, gab es einige Anlageklassen, die ordentlich zulegten. Das zeigt: Vor herben Verlusten bewahrt nur eine wirklich breite Streuung – oder der Markteinstieg und -austritt nach feststehenden Regeln.

Die erste Lösung, um große Verluste zu vermeiden, ist: Das Vermögen wird derart breit auf mehrere Anlageklassen gestreut, dass die Gesamtverluste selbst in Stressphasen moderat ausfallen. Als verlässliche Stabilisatoren bei Krisen an den Aktienmärkten fungieren nach unseren langjährigen Auswertungen Staatsanleihen sowie Gold – beide Anlageklassen pufferten durch ihren Wertzuwachs die Aktienverluste nicht nur 2008 und 2011, sondern auch im Januar hervorragend ab. Fazit der „extremen Diversifikation“: Während Portfolios mit ähnlichen Risiken bis zu fünf Prozent unter Wasser stehen (22. Januar), verloren derart breit gestreute Strategiedepots nur ein halbes Prozent.

Die zweite Variante, stärker an den Möglichkeiten des Aktienmarkts teilzuhaben und das Vermögen dennoch weitgehend vor großen Verlusten zu schützen, ist die Trendfolge nach festen Regeln. Dabei kauft man einen Aktienindex per Indexfonds (ETF), wenn er etwa am Monatsende über dem Durchschnittswert der vergangenen 12 Monate liegt – und man verkauft den Index, wenn er am Monatsende unter diesem Wert notiert. Der Effekt: Der Anleger ist bei jedem größeren Aufwärtstrend auf jeden Fall dabei, und er ist bei jedem länger anhaltenden Abwärtstrend garantiert nicht mehr am Aktienmarkt investiert.

Voraussetzung ist jedoch, dass der Investor diese Handelssignale, die relativ selten vorkommen, genau befolgt. Eben dies fällt vielen Privatanlegern schwer, wie die Erfahrung und die vielfältigen Forschungen der „Behavorial Finance“ zeigen: Zum einen lassen sich viele Anleger zu sehr von (Finanz)Nachrichten und Stimmungen beeinflussen; zum anderen müssen sie es zwangsläufig hinnehmen, dass sie Fehlsignale bekommen. Das heißt: Sie kaufen etwa einen DAX-ETF nach ihrem Signal, müssen aber wenige Monate später mit einem kleinen Verlust verkaufen, weil der Markt nun doch sinkt. Oder sie verkaufen und müssen später teurer zurückkaufen, weil der Markt wider Erwarten steigt.

Anleger können beide Modelle kombinieren. Dabei kann ein sehr breit gestreutes Portfolio etwa aus Aktien, Anleihen, Immobilien-ETFs, Rohstoffen und Gold nach dem Prinzip der Trendfolge geführt werden. Auf lange Sicht, so zeigen es Kapitalmarkt-Untersuchungen, hat ein solches Portfolio wegen seiner geringeren Wertschwankungen ein sehr gutes Rendite-Risiko-Profil – und damit eine gute Basis für langfristigen Erfolg. Voraussetzung ist auch hier, dass der Anleger die Signale ohne Wenn und Aber befolgt.

*Stephan Albrech ist Vorstand der Albrech & Cie Vermögensverwaltung AG in Köln.

Bitte beachten Sie: Die Gast-Beiträge externer Finanzexperten geben immer nur die persönliche Meinung der Autoren wieder. Sie dienen der allgemeinen Information und stellen weder eine individuelle Beratung noch eine konkrete Anlageempfehlung der www.arzt-wirtschaft.de-Redaktion dar.

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