Wirtschaftliche Praxisführung

Kennzahlen zum Personaleinsatz: Effizienz der MFA berechnen

Wirtschaftliche Praxisführung wird vor dem Hintegrund rückläufiger Praxisgewinne immer bedeutsamer. Stichwort Personaleinsatz! Wir geben Ihnen eine Orientierungshilfe, wie Sie die Effizienz Ihrer MFA richtig einschätzen.

Einer der „Klassiker“ bei vielen Finanzberatern für Ärzte ist die Kennzahl „Personalstunden/Fall“, die besonders geeignet ist, die Effizienz des Personaleinsatzes in Praxen aufzuzeigen. Denn anders als bei der häufig verwendeten Kennzahl „Personalkosten/ Umsatz“ fließen in „Personalstunden/ Fall“ keine verzerrenden Einflussfaktoren ein. So etwa spielt das im Vergleich zu anderen Praxen vielfach ja unterschiedliche Gehaltsniveau ebenso wenig eine Rolle, wie der ebenfalls nicht immer vergleichbare Praxisumsatz. Bewertet werden ausschließlich die für den einzelnen Behandlungsfall eingesetzten Arbeitsstunden von Medizinischen Fachangestellten und Azubis.

Die Kennziffer für die eigene Praxis zu ermitteln, ist gar nicht schwierig:

  • Errechnen Sie zuerst die Ihnen zur Verfügung stehenden Arbeitsstunden Ihrer medizinisch tätigen Mitarbeiter pro Quartal. Berücksichtigen Sie bei dieser Rechnung aber nur MFAs sowie Azubis und lassen Sie ebenso für Sie tätige Schreibkräfte, Reinigungskräfte, Buchhalter und Ehepartner außen vor.
  • Nun ermitteln Sie die von Ihnen in einem Quartal durchschnittlich behandelte Patientenzahl, die sowohl Ihre GKV- wie auch Ihre PKV-Patienten einschließt.
  • In einem letzten Schritt setzen Sie die beiden ermittelten Zahlen ins Verhältnis. Sie haben jetzt die individuelle Kennziffer „Personalstunden/Fall“ für Ihre Praxis.

Und wie sieht es nun bei Ihnen aus? Liegt Ihre persönliche Kennzahl über dem, den die unten stehende Tabelle für Ihre Fachgruppe ausweist? Wenn ja, kann das ein Indiz dafür sein, dass Ihre persönliche Praxisorganisation einen höheren Personalaufwand erzeugt, als viele Praxen Ihrer vergleichbaren Kollegen. Dies bedeutet aber auch, dass Sie Ihr Personal vermutlich ganz besonders effizient einsetzen, wenn Ihre Kennzahl unter dem Referenzwert liegt. Merke: Da die Personalkosten in den meisten Fachgruppen der größte Kostenblock sind, lohnt sich der effiziente und schonende Umgang mit dieser Ressource ganz besonders.

Fachgruppe – MFA-Std./Fall

Allgemeinmedizin – 1,5 h

Dermatologie – 1,2 h

Gynäkologie – 1,3 h

Augenheilkunde – 1,1 h

Chirurgie – 2,1 h

HNO-Heilkunde – 1,1 h

Kinderheilkunde – 1,5 h

Innere Medizin – 2,0 h

Orthopädie – 1,7 h

Radiologie – 1,7 h

Urologie – 1,5 h

Bitte beachten Sie: es handelt sich nur um Durchschnittswerte zur groben Orientierung, die nicht die individuelle Situation in jeder Arztpraxis berücksichtigen können.

FeedbackSenden
Anzeige

MRSA als Problem beim Wundmanagement – ein Haftungsrisiko?

Die Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämme (MRSA) gehören zu den häufigsten Infektionserregern im Krankenhaus. Das Satphylococcus aureus-Bakterium kommt üblicherweise bei rund 30 % a... Mehr
Author's imageDr. Siegfried HammerlGeschäftsführer bei PAS Dr. Hammerl

Weitere Artikel zum Thema:

Vorteile für Selbständige und Gewerbetreibende

Telefontarif für Selbständige


Marburger Bund

Sonderkonditionen für Mitglieder


Informationspflichten

Bürokratie belastet Praxen


Medizinische Fachangestellte

Prämiengutscheine für Fortbildungen


Finanzgerichte

Aktuelle Urteile für Ihre Praxis


Anzeige
Drucken