Selbstbestimmung in Finanzfragen

Alle reden über Geld, aber nicht mit ihrer Bank

Früher galt für die Meisten „über Geld spricht man nicht“. Diese Einstellung ist offenbar überholt: Drei Viertel der Deutschen reden einer aktuellen Umfrage zufolge gerne und offen über ihre Finanzen.

Mit den Kollegen reden die meisten Bundesbürger nach wie vor nicht so gerne über den Verdienst, ansonsten ist „Geld“ inzwischen für die Hälfte der Deutschen nach eigener Aussage mittlerweile ein Gesprächsthema wie jedes andere. Sicherlich ist es nicht zuletzt auf Grund der aktuellen Geldpolitik in aller Munde und die Bundesbürger zeigen sich bei dem Thema offener als noch vor einigen Jahren.

Eine repräsentative Umfrage der norisbank unter mehr als 1.000 Personen zeigt, dass lediglich 12 Prozent der Befragten noch der Devise folgen „über Geld spricht man nicht“. Sie tauschen sich mit niemandem detailliert über ihre Finanzen aus, auch nicht mit Familienangehörigen und Partnern.

Bei der Mehrheit der Befragten sieht es aber anders aus: Insgesamt 86 Prozent derer, die in einer Beziehung leben, geben an, mit ihrem Lebensgefährten vollkommen offen über ihre persönliche Einkommenssituation zu sprechen. Deutlich seltener wird mit den Eltern (35 Prozent), engen Freunden (32 Prozent), Geschwistern (18 Prozent) oder den eigenen Kindern (17 Prozent) über das Thema Geld diskutiert.

Interessanterweise ist der Bankberater beim Thema Geld nicht mehr erste Wahl: Legte 2015 noch jeder dritte Deutsche bei der Wahl der Hausbank Wert auf persönliche Beratung, spricht heute nur noch ein Fünftel mit dem Bankberater freiwillig über seine Finanzen. Offenbar hat das entsprechende Vertrauen stark nachgelassen: Immer häufiger werden Geldgeschäfte stattdessen selbstbestimmt erledigt. Das zeigt im Besonderen auch die Entwicklung bei der Online-Banking-Nutzung.

Online-Banking auf dem Vormarsch

Laut dem Statistischen Bundesamt nutzen 62 Millionen Menschen in Deutschland das Internet. 54 Prozent davon erledigen mittlerweile auch ihre Bankgeschäfte online. „Die Nutzung von Online-Angeboten und -Services ist für viele Menschen ein selbstverständlicher Teil des täglichen Lebens. Und dies zeigt sich auch bei der Online-Nutzung der Bank-Services sowie der weiter wachsenden Akzeptanz von Direktbanken“, erklärt Thomas große Darrelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der norisbank. „Die umfassende Verfügbarkeit von Bank-Services gewinnt immer mehr an Bedeutung. Sie sollten idealerweise immer und überall sowie ganz ohne die Bindung an Öffnungszeiten oder lokale Standorte verfügbar sein. Insofern verändert das Internet den Bankenmarkt – mit vielfältigen Vorteilen für die Kunden. Für die Banken eine besondere Herausforderung, aber auch eine große Chance“, so Thomas große Darrelmann weiter.

Über die Umfrage: Die norisbank hat zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Innofact AG 1.001 Personen ab 18 Jahren bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht zum Thema „Online-Banking“ befragt. Die Online-Befragung wurde im Juni 2016 durchgeführt.

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