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Aktienmarkt: Der Bedarf an Cybersecurity wächst rasant


Schloß vor Datenströmen

Die Schäden, die jedes Jahr weltweit durch Cyberkriminalität entstehen, gehen in die Billionen – Tendenz steigend. Aktien von Anbietern aus dem Cybersecurity-Sektor, die lange Zeit im Schatten milliardenschwerer Tech-Highflyer notierten, gelten inzwischen als attraktive und langfristig robuste Geldanlage.

Das Geschäft scheint relativ krisenfest: Die Investmentbank Jefferies schätzt, dass die weltweiten Ausgaben für IT-Sicherheit bis 2023 auf 158 Milliarden US-Dollar steigen werden. Dies entspricht Wachstumsraten von zehn Prozent pro Jahr.

Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen einer weltweiten Umfrage der Allianz wider, die zum Jahresstart erschienen sind: Insgesamt 2.650 Manager und Sicherheitsfachleute aus 89 Ländern sehen in Cyberangriffen demnach aktuell die größte Gefahr für Unternehmen. Dem „Risikobarometer“ des Versicherers zufolge liegen kriminelle Hacker mit ihren Aktivitäten vor Betriebsunterbrechungen, Naturkatastrophen und Pandemien. Der Ausblick geht also über die Corona-Krise hinaus.

Massive Schäden durch Cybercrime

Das US-Unternehmen Cybersecurity Ventures rechnet immerhin damit, dass die durch Cyberkriminalität verursachten weltweiten Schäden bis zum Jahr 2025 auf 10,5 Billionen US-Dollar steigen könnten. Die Summe beinhaltet Datendiebstahl und -zerstörung, Finanzkriminalität, Produktivitätsverluste, Diebstahl geistigen Eigentums und andere Delikte ebenso wie die Kosten der Schadenbeseitigung.

Analysten von Blackrock gehen davon aus, dass viele Unternehmen angesichts der Umstellungen auf Homeoffice und hybrides Arbeiten ihren Schutz vor neuen und anhaltenden Cyberbedrohungen noch erheblich ausbauen müssen. Dabei geht es nicht nur um geeignete Hard- und Software, sondern auch um einen wachsenden Bedarf an Unterstützung. Der weltweit größte Vermögensverwalter benennt deshalb den beschleunigten digitalen Wandel und Cybersecurity als einen aktuellen Megatrend am Anlagemarkt.

Demzufolge erhöhten bessere Konnektivität, mehr virtueller Datenspeicher und stärkere Nutzung cloudbasierter Anwendungen das Risiko von Cyberattacken. 2021 ist die Zahl der Angriffe durch Erpressungssoftware laut Blackrock im Vergleich zum Vorjahr um das 10,7-Fache angestiegen. Auch in diesem Jahr hat Ransomware weiter Hochkonjunktur.

IT-Aktien legen überproportional zu

Trotz des großen Gefahrenpotenzials verfügen IT-Sicherheitsspezialisten über weit weniger Prestige als Alphabet, Microsoft und Co. Das macht Einzelinvestments für Privatanleger Recherche-intensiv. Bei trendigen Spezialthemen und noch jungen Wachstumsmärkten sollten sie ohnehin auf ausreichend Risikostreuung achten. Als Beimischung fürs Depot eignen sich börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Gleich mehrere bündeln Aktien der Marktführer im globalen Abwehrkampf gegen Cyberkriminelle. Sie bringen in Zeiten enormer Börsenschwankungen etwas Stabilität.

Die Verwaltungsgebühren sind verhältnismäßig niedrig, während die Renditen hoch ausfallen. Seit zwei bis drei Jahren legen ETFs zum Thema Cybersecurity regelmäßig zweistellig zu. Doch allgemeinen Marktbewegungen können auch sie nicht trotzen. Zuletzt haben sie im Zuge des Tech-Abverkaufs an den Börsen deutlich eingebüßt. Zwischenzeitliche Tiefs könnten sich im Nachhinein allerdings als günstige Einstiegschance erweisen.

Mit diesen ETFs profitieren Sie vom weltweiten Cybersecurity-Boom

Der L&G Cyber Security UCITS ETF hat in diesem Segment das größte Fondsvolumen und aufgrund seiner Auflage im September 2015 die längste Historie. Der ETF bildet die Entwicklung des NASDAQ ISE Cyber Security UCITS NR USD nach. Enthalten sind 56 Unternehmen, 68 Prozent davon sind in den USA ansässig. Darunter sind einerseits Infrastrukturanbieter, die Hardware und Software entwickeln, um Daten, Websites und Netzwerke vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Andererseits gehören dazu Anbieter, die Beratungs- und
Sicherheits-Services erbringen.

Prominent vertreten sind Juniper Networks, Qualys, Check Point Software Technologies, Palo Alto Networks, Akamai Technologies, NetScout Systems, Cisco Systems, Fortinet und NortonLifeLock. Die Top 10 sind zu gut einem Drittel gewichtet. 2021 legte der ETF um 16,20 Prozent zu. Seine jährliche Gesamtkostenquote beträgt 0,69 Prozent. Damit ist er der teuerste aus dem hier vorgestellten Trio.

Der im September 2018 aufgelegte iShares Digital Security UCITS ETF soll die Wertentwicklung des STOXX Global Digital Security Index widerspiegeln. Er enthält Aktien von 122 Unternehmen, die laut der Blackrock-Fondsgesellschaft „signifikante Umsätze aus spezifischen Sektoren im Kontext der digitalen Sicherheit erzielen“. Neben überwiegend IT-Unternehmen sind einige Betreiber von Rechenzentren und Hersteller von elektronischen Instrumenten vertreten – sie sitzen zu 63 Prozent in den USA.

Unter den Top 10 sind Player wie Tech Mahindra, Datadog, New Relic, Arista Networks, Accenture, Zscaler, Cloud­flare und Rapid7. Dabei sind auch Palo Alto Networks und Fortinet. Die Gewichtung aller Wertpapiere ist allerdings ausgeglichen. Damit ist der ETF, der mit der günstigsten Gesamtkostenquote von 0,40 Prozent pro Jahr zu Buche schlägt, deutlich diversifizierter als andere Themenfonds und zeigt somit geringere Kursausschläge nach oben oder unten. Das Vorjahr beendete er mit einem Plus von 26,13 Prozent.

Der First Trust Nasdaq Cybersecurity UCITS ETF existiert seit Mai 2020 und hat schon eine beachtliche Kursrallye hingelegt. Er bildet die Wertentwicklung des Nasdaq CTA Cybersecurity IndexSM nach und enthält zu 93,4 Prozent Technologieunternehmen beziehungsweise zu 6,4 Prozent Industriewerte. Die stärksten Anteile haben CrowdStrike Holdings, Leidos Holdings, VMware und Booz Allen Hamilton Holding Corporation sowie erneut die Branchenfavoriten Cisco Systems, Palo Alto Networks, Check Point Software Technologies, Accenture und Juniper Networks.

Zusammen machen sie fast die Hälfte des ETF aus, der 36 Werte umfasst – beinahe alle aus den USA. Von den vorgestellten Themenfonds konnte er mit einem Anstieg um 29,38 Prozent im Jahr 2021 das beste Ergebnis vorweisen. Seine jährliche Gesamtkostenquote liegt bei 0,60 Prozent.

Aussichtsreiche ETFs zum Thema CyberSecurity
  • L&G Cyber Security UCITS ETF (ISIN: IE00BYPLS672, WKN: A14WU5, Gesamtkostenquote p.a.: 0,69 %)
  • iShares Digital Security UCITS ETF (ISIN: IE00BG0J4C88, WKN: A2JMGE, Gesamtkostenquote p.a.: 0,40 %)
  • First Trust Nasdaq Cybersecurity UCITS ETF (WKN: A2P4HV, ISIN: IE00BF16M727, Gesamtkostenquote p.a.: 0,60 %)
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