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Keine Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die soziale Entwicklung von Kleinkindern

von Melanie Söchtig

Kleinkind
Foto: Brebca - stock.adobe.com

Die Corona-Pandemie hat das normale Leben auf den Kopf gestellt. Neben der Angst vor Krankheit und Tod hat auch die soziale Isolation psychische Probleme in der Bevölkerung befeuert. Doch wie hat sich das auf die Entwicklung von Säuglingen ausgewirkt?

Dieser Frage sind Forschende der Universität Zürich jetzt im Rahmen einer Studie mit insgesamt 213 Kleinkindern im Alter zwischen zwölf und 15 Monaten nachgegangen. Hierfür verglichen sie die Fähigkeit, dem Blick einer anderen Person zu folgen, bei Kleinkindern, die während (n = 80) bzw. vor der Pandemie (n = 133) zur Welt gekommen sind. „Diese Fähigkeit ist grundlegend, um soziale Interaktionen eingehen zu können, Beziehungen aufzubauen und die Sprache zu entwickeln“, erklärt Studienautorin Dr. Stephanie Wermelinger.

Den Kindern wurden verschiedene Videos gezeigt, in denen eine Person ihren Blick auf eines von zwei Objekten richtete. Dabei wurden ihre Augenbewegungen gemessen, um zu beurteilen, wie oft und wie schnell die Kinder dem Blick der Person folgten.

Eltern scheinen negative Effekte abzufedern

Generell zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Verhalten zwischen den Kindern mit und ohne Pandemieerfahrung. So folgten die Kinder in beiden Gruppen dem Blick der Person gleich oft und gleich schnell. Darüber hinaus konnte innerhalb der Gruppe mit Pandemieerfahrung kein Zusammenhang zwischen dem Blickverfolgungsverhalten der Kinder und der Anzahl der Kontakte mit maskierten Personen bzw. der Anzahl der Kontakte ohne Maske festgestellt werden.

Das Fazit der Studienautoren: Obwohl die Säuglinge während der Pandemie insgesamt weniger Personen zu Gesicht bekamen und mehr mit maskierten Personen interagierten, scheinen sie sich sozial nicht anders zu entwickeln als Kinder vor der Pandemie.

„Wir gehen davon aus, dass die unveränderten sozialen Interaktionen mit Eltern und Bezugspersonen im häuslichen Rahmen ausreichen, um einen möglichen Einfluss der Corona-Pandemie auf Kleinkinder abzufedern“, so Wermelinger. „Diese Kontakte könnten also ausreichen, um den Säuglingen den sozialen Input zu geben, den sie brauchen, um soziale und emotionale Kompetenzen wie das Verfolgen von Blicken zu entwickeln.“

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Author's imageIlias TsimpoulisChief Medical Officer bei Doctolib
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