PKV

PKV: Prämien explodieren

Die PKV-Beitragssteigerungen zum Jahresanfang belebten die Diskussion um die Finanzierbarkeit der Beiträge. Stellen Sie sich schon mal auf einen Systemwechsel ein.

Zwar steigen die Mitgliederzahlen, doch mit ihnen die Klagen über die PKV. Auch ältere Ärzte merken an Ihren eigenen Verträgen, wie exorbitant die Prämien explodieren. Generell müssen Bestandskunden besonders hohe Aufpreise zahlen. In Einzelfällen von über 35 Prozent bei gleichzeitigem Anstieg des Selbstbehalts um 20 Prozent. Ehedem gut situierte PKV-Mitglieder können so im Alter zu Sozialhilfeempfängern werden.

In allen Parteien will man deshalb vom Dogma „einmal PKV, immer PKV“ wegkommen. Sollten SPD und Grüne 2013 das Ruder übernehmen, kommt mit großer Wahrscheinlichkeit die Bürgerversicherung. Selbst die CDU will eine Reform. Grundidee: Es muss eine Wechselmöglichkeit GKV/PKV geben – unabhängig vom Einkommen. Ärzte sollen an beiden Systemen gleich verdienen. Das verlangt aber eine neue Vergütungsordnung, die Mediziner müssen von den Kassen erheblich mehr erhalten als jetzt.

Die PKV wankt dann, fällt aber nicht zwingend um. Wer in die GKV wechselt, verliert seine Altersrückstellung. Damit kann die PKV gut leben. Denn nach wie vor gibt es genügend Nachfrager, die Zusatztarife für alles Mögliche abschließen werden. Der PKV-Verband sieht die Situa- tion anders: „Diese Pläne bedeuten massive Steuer- und Beitragserhöhungen. Fatal wäre die von der SPD geplante Sondersteuer auf Arbeitsplätze, denn nichts anderes ist die Abschaffung der Bemessungsgrenze für Arbeitgeber beim Krankenkassenbeitrag“, kritisiert Reinhold Schulte, Vorsitzender des PKV-Verbands. Die SPD-Pläne seien eine Mogelpackung, die Vernichtung wertvoller Arbeitsplätze und Belastung nachfolgender Generationen bedeute.

 

A&W-DOKU

Eckpunkte der Bürgerversicherung

  • Jeder wird versichert; es gibt keine Versicherungspflichtgrenze;
  • GKV und PKV bieten die Bürgerversicherung an, von der alle Tarife in den Risikostrukturausgleich einbezogen werden;
  • Einkommensbezogene Beiträge: Jeder zahlt seine Beiträge nach seiner Leistungsfähigkeit aus Erwerbs- und Kapitaleinkommen;
  • Kontrahierungszwang: jede Versicherung – ob gesetzliche oder private – muss jeden ohne Gesundheitsprüfung aufnehmen;
  • Gesetzlicher Leistungskatalog: alles medizinisch Notwendige ist zu 100 Prozent versichert;
  • Sachleistungsprinzip: Die Versicherten erhalten die Leistungen ohne in Vorleistung zu treten;
  • Jeder kann die Krankenkasse (GKV oder PKV) frei wählen. Wer schon privat versichert ist, kann dies bleiben oder in ein Bürgerversicherungsangebot seiner Wahl wechseln;
  • In der Bürgerversicherung sind Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen und Kinder beitragsfrei mitversichert.
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