Benchmarking

Wann die Analyse der Praxiszahlen Sinn macht

Praxen nach bloßen Zahlen zu beurteilen, ist für Steuer- und Bankberater üblich. Doch das wird der Sache nicht wirklich gerecht, hier hilft regelmäßiges Benchmarking.

Praxiszahlen regelmäßig zu analysieren, ist wichtig. Aber nur ein Teilschritt der Gesamtbewertung. Erst der Vergleich mit anderen Praxen ähnlicher Größe, Struktur und Fachrichtung, erst der Benchmark klärt, wie gut man im Branchenvergleich abschneidet. Und belegt, wo spezifische Stärken und Schwächen der Praxis liegen.

Steuerberater bieten meist die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA). Sie dokumentiert die Einnahmen- und Ausgabenstruktur der Praxis, spiegelt im Endeffekt aber nur den Gewinn als Größe aller Einzahlungen minus aller Auszahlungen. Da Niedergelassene meist EinnahmeÜberschussrechner sind, ist die BWA-Aussagekraft auf Erfolg und Liquidität beschränkt. Wird etwa zum Jahresende eine große Praxismaterial-Rechnung nicht bezahlt, obwohl eigene Außenstände abgebaut sind, stellt sich der Gewinn laut BWA zu hoch dar. Umgekehrt passiert oft, dass die Praxis zwar alle offenen Betriebskosten- Rechnungen per Ultimo noch bezahlt hat, viele Patientenrechnungen aber noch offen sind. Die BWA weist dann einen niedrigeren Gewinn aus und verzerrt so den realistischen Blick auf die Praxisrentabilität.

Systematisches Benchmarking mit vergleichbaren Praxen verdeutlicht da, wie gut die eigene Praxis im Branchenvergleich abschneidet. Die Gegenüberstellung von individuellen Praxisdaten mit Branchenwerten schlüsselt exakt auf, an welchen Praxis-Positionen etwa überproportional hohe Kosten verursacht werden oder wo nur unterdurchschnittliche Einnahmen generiert werden. Zudem zeigt er punktgenau, an welchen Stellen die spezifischen Stärken und Schwächen der Praxis liegen. Schließlich

  • zeigt er detailliert auf, wie die eigenen Leistungs- und Kostendaten im Vergleich zum Branchendurchschnitt dastehen,
  • vergleicht er die eigenen Kennzahlen mit den Durchschnittszahlen der Wettbewerber im gleichen Marktsegment (Region und Praxisgröße) und
  • stellt die eigenen Kennzahlen den Durchschnittszahlen der Wettbewerber im gleichen Umsatzsegment gegenüber.

Die für den Benchmark notwendigen Vergleichsdaten liefern sowohl die zuständige KV sowie der Steuerberater, wenn er über ausreichende Mitbewerber-Mandate verfügt.

A&W-KOMPAKT

So läuft das Benchmarking ab

  • Definition des Vergleichsgegenstandes und Auswahl der Vergleichspraxen;
  • Ist-Analyse der eigenen Praxis;
  • Erhebung der relevanten Daten;
  • Vergleich eigene/externe Daten und Identifikation des Verbesserungspotenzials;
  • Definition von Handlungsempfehlungen und Maßnahmen;
  • Kontrolle der Umsetzung und regelmäßige Wiederholung des Benchmarkings.
FeedbackSenden
Anzeige

Telematikinfrastruktur: Die Installation

Um Arztpraxen schnell und sicher an die TI anzubinden und im Nachgang einen reibungslosen Praxisablauf zu gewährleisten, müssen TI-Komponenten und Arztinformationssystem wie Zahnräder ineinandergre... Mehr
Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

Weitere Artikel zum Thema:

Informationspflichten

Bürokratie belastet Praxen


Immobilien

Praxis in der eigenen Immobilie I


Geldanlage

Banken müssen Provisionen offenlegen


Anlageberatung

Schlechte Noten für die Banken


Finanzkrise

Finanzkrise: Kreditklemme erreicht Praxisinhaber


Anzeige
Drucken