Firmenfahrzeug

Angemessene Anschaffungskosten für einen Pkw

Betriebsausgaben dürfen den Gewinn nicht mindern, wenn sie die Lebensführung des Arztes berühren, soweit sie als unangemessen anzusehen sind. Häufigster Anwendungsfall: die Anschaffungskosten für Kraftfahrzeuge.

Eine Unangemessenheit der Anschaffungskosten kann sich ergeben, wenn kein besonderes Repräsentationsbedürfnis besteht und sich die Anschaffung eines teuren Pkw nicht auf den geschäftlichen Erfolg auswirkt. Das Finanzgericht des Saarlandes hat entschieden, dass Aufwendungen eines Praktischen Arztes für zwei hochwertige Fahrzeuge unangemessen sind, soweit die Anschaffungskosten 100.000, damals noch DM und nicht Euro (Streitjahre 1995 bis 1997) pro Fahrzeug übersteigen (Urteil vom 17. Dezember 2008, Az. 1 K 2011/04). Die Abschreibung darf nur in Höhe des angemessenen Teils den Gewinn mindern.

Beispiel: Ein Arzt erwirbt einen Pkw für 75.000 Euro. Angemessen wäre nach diesem Urteil also umgerechnet eine Investition von 50.000 Euro. Die AfA in Höhe von 12.500 Euro (Nutzungsdauer sechs Jahre) darf den Gewinn nur in Höhe von 8.333 Euro mindern. Der unangemessene Betrag von 4.167 Euro ist dem Gewinn außerhalb der Gewinnermittlung hinzuzurechnen.

Im Urteilsfall nutzte der Arzt beide Fahrzeuge auch für private Zwecke. Da er keine ordnungsgemäßen Fahrtenbücher führte, war für beide Fahrzeuge die Ein-Prozent-Regelung auf Basis anzuwenden. Diese Berechnung ist vorzunehmen auf Grundlage der tatsächlichen und nicht der angemessenen Anschaffungskosten der Fahrzeuge.

A&W-Tipp

Der Bundesfinanzhof hat die Revision gegen diese Entscheidung nicht zugelassen (Az. BFH: VIII B 28/09). In Fällen hoher Anschaffungskosten für Fahrzeuge sollten Sie deshalb unbedingt ein Fahrtenbuch führen, damit zur Kürzung der AfA-Beträge nicht auch noch die erhöhte Besteuerung nach der Ein-Prozent-Regelung auf Basis des hohen Listenpreises hinzukommt.

Bernhard Mayer ist Rechtsanwalt und Steuerberater in München, Sie erreichen ihn unter Telefon: 089 88949490, Fax: 089 8201210 und eMail: kanzlei@bernhard-mayer.biz

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