Vermögens-Check

Bankberater oder Honorarberater – wer ist besser?

Bankberatung kostet Geld. Meist versteckt. Die Alternative: Unabhängige Honorarberater. A&W-Autor Florian Bogner findet die besser, weil weniger anfällig für Interessenskonflikte, rät allerdings auch bei denen zu Vorsicht.

Geld verdienen müssen alle Anlageberater. Ganz gleich, ob sie ihren Platz hinter einer Stellwand in einer kleinen Filiale haben, an einem Schreibtisch in einer schicken Altbauvilla oder zu Hause beim Kunden am Couchtisch. Doch es gibt Unterschiede, wie der Berater an sein Geld kommt – und vor allem, was das für die Qualität der Finanzdienstleistung bedeuten kann.

Vereinfacht gesagt, handeln Bankmitarbeiter, Vermögensverwalter und freie Finanzvertriebler ganz menschlich: Also stets im Sinne dessen, der sie am Ende dann auch bezahlt. Erhalten sie Geld vom Hersteller eines Fonds oder einer Versicherung, werden sie möglichst viele von diesen Produkten verkaufen wollen. Stammt die Überweisung dagegen vom Kunden selbst, werden sie sich nach seinen Bedürfnissen richten.

Die Krux freilich: Objektive Empfehlungen wollen alle Anleger, doch dafür Stundensätze von 90 bis 180 Euro zahlen, die wenigsten. Und einem Berater für eine wirklich ausgiebige Finanzanalyse 1.000 Euro Honorar zu überweisen – schon der Gedanke daran löst bei vielen eine Blockade aus. Entsprechend ist das Angebot auch dürftig. Der Anteil der Vermögensverwalter, die nach Aufwand oder pauschal vom Kunden bezahlt werden und dafür Vertriebsprovisionen an diesen weiterreichen, liegt hierzulande unter einem Prozent. In den USA wird er auf 20 Prozent geschätzt.

Das über viele Jahrzehnte von deutschen Banken und Versicherungen geförderte und uns vertraute Beratungsmodell ist aber auch nur vordergründig kostenlos. Lediglich bis ein Vertrag unterschrieben wird. Investiert ein Anleger etwa 10.000 Euro in einen Investmentfonds, sind schnell 500 Euro Provision weg. Und bei Lebensversicherungen erreichen die Vertriebskosten sogar schnell mehrere Tausend Euro. Das läuft bei unabhängigen Honorarberatern dagegen ganz anders. In einem ersten Gespräch analysieren sie das Depot ihres Mandanten und geben eine Empfehlung ab – ohne Rücksicht auf mögliche Provisionen und sonstige Zahlungen.

Und so soll es ja auch sein. Das Problem ist aber auch in dieser Branche immer noch mangelnde Transparenz. Honorarberater ist nämlich nicht gleich Honorarberater. Schwarze Schafe, die es auch hier gibt, kassieren nämlich beim Kunden, bekommen aber trotzdem auch noch Provisionen vom Produktlieferanten. Vor Interessenkonflikten sind Sparer also auch bei solchen Modellen nicht grundsätzlich gefeit.

Zu Beginn eines Gesprächs sollte deshalb immer die Frage stehen, welche Einnahmequellen der Berater hat. Das schafft Klarheit und der Anleger kann Produktempfehlungen dann besser einordnen. Es muss aber kein K.-o.-Kriterium sein. So gibt es auch bei Sparkassen und Finanzvertrieben hoch qualifizierte Experten. Auf der anderen Seite können Honorarberater den Kunden genauso unsinnige Produkte aufschwätzen.

A&W-TIPP

Erkundigen Sie sich …
… bei Ihrer Bank oder auch bei Ihrem Vermögensverwalter nach den Kosten für die Beratung! Gemäß Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs haben Sie einen Anspruch darauf zu erfahren, was Ihr Finanzberater bei Abschluss der Sparverträge verdient.

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