Neue Serie: Was Sie heute über Geldanlage wissen sollten

Anlegerthema des Monats: Kostenkontrolle bei Magerzinsen

Früher reichte es, sein Geld in Lebensversicherungen zu bunkern, Bundesschatzbriefe zu kaufen oder auf dem Sparbuch für schlechte Zeiten zurückzulegen. Solang es praktisch kaum sichere Zinsen gibt, funktioniert das alles nicht mehr. Deswegen müssen Ärzte sich heute deutlich besser informieren, um Geld noch rentabel und sicher anzulegen. Alles, was Sie jetzt über Kapitalanlagen wissen müssen, erklären Finanzprofis in unserer neuen Serie. Im Januar geht es um die erfolgreiche Kostenkontrolle bei Magerzinsen.

Lebensversicherungen oder Fonds können unter dem Strich mehr kosten als sie bringen. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen sollten Ärzte deshalb besonders auf Gebühren, Provisionen und Aufschläge achten.

Wer schon mal eine Lebensversicherung als Altersvorsorge abgeschlossen hat, kennt das Kostenproblem wahrscheinlich. In den ersten Jahren ist die eingezahlte Summe der Beiträge oft erheblich niedriger als die garantierte Auszahlung. „Denn was viele vergessen, der zum 1. Januar erneut gesenkte Garantiezins von 0,9 Prozent für Lebensversicherungen ist nicht gleichbedeutend mit einer Mindestrendite, sondern die Abschlussgebühren und laufenden Verwaltungskosten werden da noch abgezogen“, sagt Anton Vetter, Vorstand der BV&P Vermögen AG aus Kempten.

Gerade in den ersten Jahren kann das bedeuten, dass trotz Garantie unter dem Strich ein Minus stehen bleibt. In Zeiten niedriger Zinsen, in denen das angesparte Kapital weniger abwirft, dauert es so oft sehr lange bis überhaupt eine Rendite erzielt wird. Aber das gilt nicht nur für die Versicherungsbranche. Auch so mancher Fonds bringt letztendlich deutlich weniger ein.

Teure Sicherheit

Denn beim Kauf von Fonds zahlen viele Anleger sogenannte Ausgabeaufschläge und für die Verwaltung der angelegten Gelder werden jährliche Gebühren fällig. „Gerade klassischen Renten- oder Geldmarktfonds, die im Bereich der quasi risikolosen Rendite anlegen, können im derzeitigen Umfeld nur noch geringe Erträge erwirtschaften“, weiß Anlagefachmann Vetter von der BV&P Vermögen AG. Auch bei sicherheitsorientierten Mischfonds mit einer hohen konservativen Anleihenquote und kleineren Aktienbeimischung sind die Gebühren im Vergleich zu den momentan erzielbaren Renditen zum Teil zu hoch. Abzüglich der Kosten bleibt unter dem Strich oft kein Ertrag stehen. Aber was sind die Alternativen? Denn Geld wie früher einfach weiter auf dem Sparkonto bei der Bank liegen zu lassen, bringt bei den derzeitigen Minizinsen und einer gerade anziehenden Inflation ein sicheres reales Minus.

Günstige Alternativen

Schon beim Kauf ist es wichtig, die genauen Kosten von Finanzprodukten zu kennen und Anbieter zu vergleichen. „Alle Abschluss- und Eingangsprovisionen sind tödlich für ein Sparprodukt“, sagt Ingo Schweitzer, Vorstand bei der AnCeKa Vermögensbetreuungs AG aus Kaufbeuren, „das was am Anfang aus dem Vertrag genommen wird, kann durch die aktuellen niedrigen Zinsen nie aufgeholt werden.“

Wer etwa Fonds über eine Direktbank kauft kann den Ausgabeaufschlag teilweise oder sogar ganz einsparen. Auch bei den laufenden Kosten gibt es große Unterschiede, denn mancher Aktienfonds hat eine Total Expanse Ratio (TER) von bis zu 2,5 Prozent im Jahr, andere liegen im Bereich von einem Prozent. Das muss ein Fondsmanagement unter den heutigen Marktbedingungen dann erstmal wieder reinholen, damit unter dem Strich ein Plus steht.

Oftmals sind passive Lösungen, die zum Beispiel einfach den deutschen Aktienindex DAX oder den weltweiten MSCI World abbilden, mit einer TER ab 0,01 Prozent die günstigere Wahl. „Wer lange sparen möchte, kann monatlich in sogenannten ETF ohne Ausgabeaufschlag investieren“, rät AnCeKa-Finanzexperte Schweitzer, „außerdem ist er unabhängig von Laufzeiten, Kündigungsfristen und kann jederzeit Geld entnehmen oder zusätzlich einzahlen.“ Allerdings gibt es auch hier erhebliche Unterschiede in der Konstruktion und den Kostenstrukturen einzelner Produkte. Um Geld günstig in Eigenregie anzulegen, braucht es Finanzwissen, auch damit Risiken durch eine breite Streuung reduziert werden. Wer dafür keine Zeit hat, kann gut beraten sein, zunächst in professionelle Hilfe zu investieren.

Aber statt bei Banken und Versicherungen versteckte Kosten zu bezahlen, lohnt es sich, eher auf direkte Expertenunterstützung zu setzen. Unabhängige Honorarberater bieten gegen transparente Bezahlung fachlich fundierten Rat. Bei langfristigen Sparvorhaben, etwa für die Altersvorsorge, geht es selbst bei kleinen monatlichen Beträgen auf einen Zeitraum von 30 bis 40 Jahren schnell um hohe Summen und selbst kleine Kostenvorteile haben eine große Wirkung. Da am Anfang einige hundert Euro in guten Rat zu investieren, kann auf Dauer viele tausende Euro sparen.

Lesen Sie dazu bitte auch: Hartwig, Webersinke, Prof. für Finanzdienstleistungen und Wirtschafts- und Rechtsfakultät der Hochschule Aschaffenburg über die Bedeutung von Finanzwissen für ganz normale Anleger.

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