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Apotheken: Kaufpreise steigen weiter, Gründer werden jünger


Medikamente in einer Apotheke

Wer sich als Apotheker selbstständig machen will, muss tief in die Tasche greifen. Wie eine Analyse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank zeigt, mussten Existenzgründer 2018 durchschnittlich 12 Prozent mehr investieren als noch im Vorjahr.

Die Preise für Apotheken sind 2018 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 73.000 Euro auf 458.000 Euro angestiegen. Somit mussten Existenzgründer durchschnittlich 12 Prozent mehr investierten, um sich durch Übernahme einer Apotheke niederzulassen. Das zeigt die jüngste Analyse der Apothekengründungen, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) jährlich durchführt.

Ideeler Wert ist gestiegen

Die höheren Gesamtinvestitionen sind laut Analyse vor allem auf den gestiegenen ideellen Wert der Apotheken zurückzuführen (plus 23 Prozent). Dieser orientiert sich unter anderem an der Kundenstruktur, dem bisherigen Umsatz und dem Standort der Apotheke. Der materielle Wert, der die Einrichtung und die IT-Ausstattung umfasst, sowie die Investitionen in das Warenlager, haben sich im Vergleich zum Vorjahr hingegen kaum verändert.

Insgesamt beliefen sich die gesamten Gründungskosten für die Niederlassung in einer Einzel- beziehungsweise Hauptapotheke (inklusive Kaufpreis) auf knapp 600.000 Euro – das ist ein Anstieg von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings ist das eben nur der Durchschnitt und trifft nicht auf jede Niederlassung zu. Den Spitzenverkaufspreis oder mehr erzielte demnach jede vierte Apotheke. Fast genauso groß ist aber auch der Anteil (23 Prozent) der „günstigen“ Apotheken mit einem Kaufpreis von unter 150.000 Euro.

Niederlassung durch Apothekenübernahme am häufigsten

Insgesamt ist der Apothekengründungsmarkt bereits seit Jahren ein klassischer Übernahmemarkt: Die meisten Gründer kaufen eine Bestandsapotheke, um sich in dieser niederzulassen: 2018 waren es 55 Prozent. Lediglich drei Prozent entschlossen sich für die Neugründung einer Einzel- beziehungsweise Hauptapotheke und investierten dafür durchschnittlich 440.000 Euro. 31 Prozent haben sich entschieden, ihre Apothekentätigkeit zu erweitern und eine Filiale zu gründen. Auch in diesen Fällen haben lediglich 5 Prozent Filialen neugegründet, denn in der Regel übernahmen die Apotheker auch dafür eine bereits bestehende Offizin (2018: 26 Prozent).

Apothekenverbünde attraktiv

Neben der klassischen Übernahme einer Einzelapotheke wird etwa ein Fünftel der Apotheken im Verbund gekauft. Auch hierfür haben sich 2018 die durchschnittlichen Gesamtinvestitionen erhöht; ausschlaggebend für den Zuwachs ist auch hier der Anstieg des Kaufpreises von 1,22 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,32 Millionen Euro. Denn die Übernahme der Warenlager (325.000 Euro) und weitere Investitionen (77.000 Euro) in die Modernisierung und Ausstattung lagen im Schnitt unter den Vorjahreswerten. Der erneute Anstieg der Übernahmepreise spricht dafür, dass größere Apothekeneinheiten an Bedeutung gewinnen. Die kleinste Verbundvariante aus Haupt- und einer Filialapotheke kommt am häufigsten vor. Doch größere Verbundübernahmen, also mit zwei oder drei Filialen, nehmen zu.

Gemeinsame Selbstständigkeit zunehmend beliebt

Der Apothekenmarkt verzeichnet immer mehr Offizinen, die als Offene Handelsgesellschaften (OHG) organisiert sind. Diese Form bietet eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Apothekern gemeinsam niederzulassen. Die apoBank-Analyse zeigt, dass sich 2018 acht Prozent der Apothekengründer als Gesellschafter für die OHG entschieden haben.

Existenzgründer werden jünger

2018 waren die Existenzgründer, die sich zum ersten Mal niedergelassen haben, 36,3 Jahre alt und damit rund zwei Jahre jünger als in den Jahren davor. Ein Blick auf die Altersgruppenverteilung zeigt, dass der Anteil jüngerer Existenzgründer (bis 39 Jahre) stark gestiegen ist: 73 Prozent der Apothekengründer waren 2018 unter 40 Jahre alt (2017: 60 Prozent). Der Anteil der Gründer ab 45 Jahren ist hingegen deutlich zurückgegangen.

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