Auf welche Policen Sie verzichten können

Arzt in Rente: Diese Versicherungen benötigen Sie wirklich

Vor dem Ruhestand empfiehlt es sich, die Versicherungen der neuen Lebenssituation anzupassen. Denn viele Policen sind im Alter für Ärzte schlichtweg überflüssig.

Einige Versicherungen braucht jeder – doch es lohnt sich immer, die Policen auf den Prüfstand zu stellen und der jeweiligen Lebenssituation anzupassen. Das gilt bei Ärzten vor allem, wenn sie demnächst in Rente gehen.

Auf diese Versicherungen können Sie wahrscheinlich verzichten

Ganz oben auf der Liste der überflüssigen Versicherungen für Ärzte, die ihre Praxis demnächst abgeben, stehen mit Sicherheit die Praxis-Betriebsunterbrechungs-, Inventar- sowie Elektronikversicherungen. Will der neue Inhaber sie nicht übernehmen, gilt es zeitnah zu kündigen.

Ebenso sinnlos sind im Ruhestand Berufsunfähigkeits-, Berufsrechtsschutz- und Sterbegeldversicherungen. Während die ersten beiden Policen nicht mehr gebraucht werden, können Ärzte auf die Sterbegeldversicherung, die für die Beerdigungskosten eines Versicherten aufkommt, in der Regel ebenfalls guten Gewissens verzichten. Der Versicherte zahlt über die Zeit hinweg nämlich meist mehr ein, als später zur Auszahlung kommt. Wer das Geld also einfach für den Notfall zur Seite legt, kommt somit besser weg.

Vorsicht auch vor speziellen Senioren-Unfallpolicen. Die Versicherer rühmen sich damit im Schadensfall Einkäufe zu erledigen oder einen Menüservice zu beauftragen. In der Regel übernehmen die Versicherer aber nur die Organisation dieser Leistungen, die Kosten selbst erstatten sie nicht.

Unverzichtbare Policen

Während viele Policen im Alter sinnlos erscheinen, gehören die nächsten Versicherungen in die Kategorie „Lebenswichtig“. Wie etwa die Berufshaftpflichtversicherung, die Mediziner vor einem finanziellen Fiasko schützt. Denn auch im Ruhestand gibt es nicht wenig Ärzte, die als Freiberufler oder ehrenamtlich tätig sind – und sich ohne Versicherungsschutz ruinieren könnten.

Unverzichtbar ist auch die Nachhaftungsversicherung, die einspringt, wenn Patienten dem Arzt nach seinem Ruhestand Behandlungsfehler vorwerfen. Dabei bieten einige Versicherer eine beitragsfreie Nachhaftung zwischen drei und zehn Jahren an – und manche enthalten sogar eine unbegrenzte Nachhaftungsversicherung.

Ein weiteres Muss ist die Privathaftpflichtversicherung: Hier kann es sich lohnen, alte Verträge mit einem aktuellen, besseren Angebot zu vergleichen. Ganz wichtig: Sollten sich Ärzte im Ruhestand ehrenamtlich in nicht medizinischen Bereichen engagieren, dann muss im Vertrag eine Klausel für die Mitversicherung von ehrenamtlichen Tätigkeiten verankert sein.

Wer viel reist, für den ist eine Auslandskrankenversicherung unabdingbar. Sie kommt für Behandlungskosten und Rücktransport in die Heimat auf. In manchen privaten Krankenkassentarifen ist ein solcher Schutz aber oft schon enthalten. Bevor Sie also unnötig Geld ausgeben, fragen Sie bei Ihrem Anbieter lieber nochmal nach.

Wichtig ist die Hausratsversicherung: Sie kommt für Schäden bei Feuer, Einbruch oder Hagel auf. Gerade Ältere haben ihren Hausrat oftmals unterversichert. Entsprechend sollte die Versicherungssumme von Zeit zu Zeit angepasst werden.

Besitzer eines Eigenheims benötigen eine Gebäudeversicherung. Sie kommt für Sturm- und Hagelschäden auf, aber auch für Schäden, die durch Feuer und Leitungswasser entstanden sind. Wer sein Tier liebt, der versichert es auch gut: Besitzer von Vierbeinern benötigen eine Tierhaftpflichtversicherung. Rennt ihr tierischer Freund auf die Straße und verursacht dadurch einen schweren Verkehrsunfall, haftet der Besitzer ohne Police für alle Kosten.

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Author's imageSteven OhleProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

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