PKV-UNISEX-TARIFE

Auch Ärztinnen zahlen jetzt viel mehr

Die neuen, verpflichtenden Unisextarife brachten eine unangenehme Überraschung: Entgegen allen Erwartungen zahlen auch Ärztinnen künftig mehr Beitrag. A&W-Autor Claus Cory nennt die Gründe.

In der PKV gab es lange Zeit deutliche Prämienunterschiede. Teilweise lagen sie bei zehn bis 20 Prozent zwischen den Geschlechtern. „Die Einführung einheitlicher Tarife lässt erwarten, dass die Beiträge für Frauen günstiger, für Männer erheblich teurer werden“, rechneten die Medien nach Bekanntgabe der kommenden Unixex-Tarife vor.

Das war vorschnell, wie sich jetzt zeigt. Warnende Stimmen wurden nicht ernst genommen. Und davon gab es einige. Etwa Thomas Ludolph, Geschäftsführer von Privamed24.de. Zu Recht orakelte er schon vor Monaten: „Die privaten Krankenversicherer werden die Unisextarife bewusst teurer kalkulieren, um einen Tarifwechsel aus den bisherigen, geschlechtsabhängig kalkulierten Tarifen in den neuen Unisextarife zu verhindern. Denn günstigere Frauen-Beiträge hätten eine Tarifwechselwelle in die neuen Unisextarife beschert. Genau dieses Wechselrecht und die weiterhin geltenden Männer- und Frauentarife in den Beständen führen dazu, dass die Policen für neue Kundinnen gleich bleiben oder sogar etwas gestiegen sind, während sie für neue (männliche) Kunden viel teurer ausfallen als erwartet. Das ist aber nur ein Grund.

Auch die Zins-Talfahrt spielt hier herein. Der Nürnberger-Assekuranz-Makler Bernd Helmsauer zu A&W: „Die PKV hat ihren Rechnungszins abgesenkt. 2012 lag der mit 3,5 Prozent noch doppelt so hoch wie in der Lebensversicherung. Da besteht und bestand tatsächlich also dringender Anpassungsbedarf.“ Zum anderen liegt die Ausgabenlast jedes Jahr deutlich über der Inflationsrate. Und schließlich „wurde auch eine kalkulatorische Sicherheitsmarge eingeführt, weil mit Unisextarifen ja noch Erfahrungen fehlen“, so Helmsauer. Unterkalkulation wollte man auf jeden Fall vermeiden, um Lücken nicht mit Eigenkapital decken zu müssen.

Ärztinnen sollten jedoch wissen, dass sie immer noch ohne erneute Gesundheitsprüfung in günstigere Paralleltarife wechseln können, wenn ihr jetziger Tarif zu teuer ist. Dieser generelle Umstieg ist nach Paragraf 204 Versicherungsvertragsgesetz allen Privatversicherten möglich.

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