Bankberater

Bankberater: Auch mit „Beipackzettel“ sind sie Verkäufer!

Mit einem Infoblatt wollen Bankberater „richtige“ Produktinfos geben. Aber: auch „Beipackzettel“ ändern nichts an der Malaise bei der Anlageberatung: Der Berater ist zugleich Verkäufer! A&W-Autor Claus Cory über die Einzelheiten.

Beratung: Note 5. Immer noch ungenügend ist der Beratungsstandard bei den Kreditinstituten. Finanztest hat dieses Urteil nach 147 Beratungsgesprächen gefällt. Keines der getesteten Institute kam auch nur über ein „befriedigend“ hinaus. Dabei gelten seit Jahresanfang strengere Regeln bei der Anlageberatung durch Banken. Sie müssen von jedem Beratungsgespräch ein Protokoll anfertigen und es den Anlegern geben. Aber wie die Protokolle inhaltlich aussehen, das steht dahin. Jeder kann machen was er will. Da liegt der Verdacht nahe, dass es den Geldinstituten in erster Linie darum geht, sich von einer eventuellen Haftung zu entbinden.

„Ohne Beipackzettel darf in Deutschland kein Medikament über den Laden- tisch. Was für Kopfschmerztabletten gilt, muss auch bei Geldanlagen Standard sein“, sagt Verbraucherministerin Ilse Aigner. Sie machte mächtig Dampf. Als erste Bank preschte daraufhin die Diba mir einem standardisierten Infoblatt vor, das übrigens auch bei der telefonischen Beratung eingesetzt wird. Die Deutsche Bank listet inzwischen über sieben grafische Symbole die wichtigsten Infos zu einem Produkt auf.

Wichtig: Der Kunde hat die Möglichkeit, noch eine Woche nach Erhalt des Protokolls von seiner Entscheidung zurückzutreten. Allerdings: Der Zoff ist auch damit vorprogrammiert – und zwar immer dann, wenn der Kunde nach sieben Tagen zurücktritt und sich seine Anlage negativ entwickelt hat. Wer trägt dann das Kursrisiko? Die Banken versuchen dem vorzubeugen und den Anlegern eine Vermögensverwaltung nahe zu legen. In solchen Fällen gelten die neuen Regeln mit den neuen Rücktrittsfristen gar nicht. Clever, aber für wen?

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