Gastbeitrag von Markus Richert

Aktienmarkt: Auf die Verlierer setzen kann sich lohnen

Als „Dogs” bezeichnet man im Englischen umgangssprachlich minderwertige Sachen. Im Falle von Aktien sind damit die Titel gemeint, die im vergangenen Jahr am schlechtesten abgeschnitten haben. Über längere Zeiträume kann es sich auszahlen, auf die Verlierer der Vergangenheit zu setzen, meint Markus Richert, Finanzplaner bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH in Köln.

Die „Dogs of the Dow”-Strategie basiert auf der Betrachtung der Dividendenrenditen von Aktien. Der Value-Investor Michael O’Higgins hatte berechnet, dass sich die Aktien des US-Leitindex Dow Jones Industrial Average in der Vergangenheit besonders gut entwickelt hatten, die am Anfang eines jeden Jahres die höchste Dividendenrendite auswiesen.

Die Umsetzung ist auch für Privatanleger möglich. Am Ende eines Jahres werden die zehn Werte mit der höchsten Dividendenrendite gekauft beziehungsweise im Depot gehalten, alle anderen Werte verkauft. Diese Prozedur ist völlig unabhängig vom allgemeinen Marktgeschehen.

Kursentwicklungen der Aktien

Oft aber zieht die Dividendenrendite einer Aktie an, weil der Kurs gesunken ist. O’Higgins hatte beobachtet, dass sich gerade die Kurse dieser Verlierer im darauffolgenden Jahr durchschnittlich besser entwickelten als die der anderen Papiere im Dow Jones. Diese „Dogs” sind die Titel, die im vergangenen Jahr am schlechtesten abgeschnitten haben.

Im Prinzip setzt man bei dieser Strategie auf die Verlierer der Vergangenheit. Über längere Zeiträume zeigte diese Vorgehensweise eine bessere Entwicklung als der Dow Jones. Allerdings gab es auch immer wieder Phasen, in denen diese Methode nicht aufging.

Die Foolish-Four-Dividendenstrategie

In den letzten Jahren entwickelten sich eine ganze Reihe von Varianten. Bei der Foolish-Four-Dividendenstrategie werden aus den zehn Werten mit der höchsten Dividendenrendite nur die fünf mit dem niedrigsten Aktienkurs ausgewählt. Die Aktie mit dem niedrigsten Aktienkurs wird gestrichen und dafür die mit dem zweitniedrigsten Aktienkurs doppelt gewichtet. Es gab Marktphasen, in denen diese Strategie etwas besser abgeschnitten hat. Allerdings besteht das Depot nur aus vier Aktien.

Die Dobermann-Strategie

Bei der Dobermann-Strategie werden zusätzlich die Eigenkapitalrendite und der freie Cashflow der auszuwählenden Unternehmen berücksichtigt. Allen Strategien ist gemein, dass sie über längere Marktphasen ein besseres Ergebnis als der Index erzielen konnten, allerdings gab es auch gegenläufige Entwicklungen. Den wissenschaftlichen Beweis sind alle Strategien bis jetzt schuldig geblieben. Der größte Vorteil solcher Strategien ist, dass der Investor eine gewisse Disziplin mitbringen muss und immer zu 100 Prozent in allen Marktphasen involviert ist. Emotionen werden bei der Anlageentscheidung völlig ausgeklammert.

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