Ärzteversorgung

Freiwillige Zusatzversorgung lohnt sich

Immer mehr Ärzte entscheiden sich für die Freiwillige Zusatzversorgung. Und das aus gutem Grund: Die meisten Einrichtungen haben noch den Rechnungszins von vier Prozent.

Freiwillige Zusatzversorgung ist eine echte Alternative zu traditionellen Anlagen. Sie sichert nicht nur ein zusätzliches Rentenpolster, sondern beschert darüber hinaus auch viele Leistungen aus einer Hand – von der BU-Rente über Kinderzuschüsse bis hin zur Hinterbliebenenversorgung. Die Freiwillige Zusatzversorgung können alle Kammer-Mitglieder nutzen, die in der Grundversorgung die Höchstabgabe ausgeschöpft haben. Und das ohne Gesundheitsprüfung.

Angesichts magerer Verzinsung bei Alternativanlagen, ist der Rechnungszins von vier Prozent super. Zwar hat rund ein Drittel der Versorgungswerke den Garantiezins gesenkt, einige Einrichtungen erzielten etwa im Vorjahr aber höhere Ergebnisse. So erwirtschaftete die Berliner Ärzteversorgung 2010 etwa 4,8 Prozent netto. Die Sächsische Ärzteversorgung punktete gleichzeitig mit 4,3 Prozent. Über konkrete Beispiele informiert etwa die Ärzteversorgung Westfalen-Lippe ihre Mitglieder. Durch Zahlung eines einzigen Beitrages in Höhe von 10.636,80 Euro im Jahr 2011 erhält ein 45-jähriger Arzt eine zusätzliche Jahres-Rente in Höhe von Euro 1.320,98 ab dem 67. Lebensjahr. Und stockt ein 40-jähriger Arzt jedes Jahr bis zum 67. Lebensjahr 3.600 Euro auf, erwirbt er rund 9.400 Euro jährliche Zusatz-Rente.

Freilich: Auch berufsständische Versorgungseinrichtungen können in Schwierigkeiten geraten. Zwar bestehen Anlagevorschriften, bei denen die Sicherheit im Vordergrund steht. Dennoch haben einige Einrichtungen zu stark auf Risikopapiere gesetzt. Ferner erfordert das Thema Langlebigkeit eine deutliche Aufstockung der Rückstellungswerte und eine Korrektur bei den Rentenberechnungen. Außerdem: Zwar sind auch Zusatzbeiträge im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben steuerlich absetzbar, die spätere Rente unterliegt im Gegenzug aber der nachgelagerten Besteuerung und muss – wie die Rente aus der Grundversorgung auch – ab 2040 in voller Höhe besteuert werden.

A&W-TIPPS

Achten Sie darauf!

  • Freiwillige Zusatzbeiträge lohnen mehr als Tages-, Festgeld oder Anleihen;
  • Für 2011 erkennt das Finanzamt 72 Prozent von 40.000 Euro als Sonderausgaben (bei Verheirateten) an. Dieser Prozentsatz erhöht sich jährlich um zwei Prozent bis 2020, danach um ein Prozent bis 2040;
  • Freiwillige Mehrzahlungen werden wie Pflichtbeiträge verrentet. Sie nehmen im gleichen Umfang an der Dynamisierung teil;
  • Die durchschnittliche Rente im Ärzte- Versorgungswerk ist mit 2.200 Euro doppelt so hoch wie in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV);
  • Seit Kurzem können sich Mütter und Väter Erziehungszeiten bei der GRV anrechnen lassen.
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