Finanzamt an den Kosten beteiligen

Medizinstudium und Steuer: Kosten beim Finanzamt geltend machen?

Fachliteratur, Berufskleidung oder Computer – auch im Studium kommen auf Ärzte bzw. auf angehende MFA in der Ausbildung schon einige Ausgaben zu. Das Finanzamt erkennt einen Teil der sogenannten Ausbildungskosten an. Allerdings nur in bestimmten Fällen.

(dpa/tmn) Für angehende Mediziner und MFA gilt wie für andere „Lehrlinge“ auch: Eine Ausbildung kostet Geld. Die gute Nachricht: Genau wie Lehrlinge können sich auch Studenten zumindest einen einen Teil dieser Kosten vom Finanzamt zurückholen. Worauf man dabei achten muss, hat jetzt der Bund der Steuerzahler in Berlin erklärt.

Lehrlinge haben es besonders einfach: Erfolgt die Lehre im Rahmen eines betrieblichen Ausbildungsverhältnisses, können die Ausgaben für die Ausbildung als Werbungskosten abgesetzt werden. Dies können zum Beispiel Kosten für Fahrten zur Ausbildungsstelle oder Berufsschule, die Reinigung der Berufsbekleidung oder Ähnliches sein. Die Kosten kann der Lehrling in seiner Einkommensteuererklärung in der Anlage N eintragen. Diese Regel gilt sowohl für eine erste als auch eine zweite Berufsausbildung.

Bis 2014 konnten auch Studenten die Kosten ihres Erststudiums als sogenannte Werbungskosten absetzen. Beispielsweise die Fahrten zur Uni, Arbeitsmaterialien oder auch den Studienkredit.Seit 2015 ist das nicht mehr möglich. Entsprechende Kosten können jetzt nur noch als Sonderausgaben geltend gemacht werden, wobei eine Grenze von 6.000 Euro gilt. Die Grenze entfällt erst bei einem Zweitstudium.

Das heißt: Nur bei Studenten mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem abgeschlossenen Erststudium werden auch die Kosten für ein weiteres Studium als Werbungskosten anerkannt. Hier müssen die Ausgaben ebenfalls in der Einkommensteuererklärung in der Anlage N eintragen werden. Damit das Finanzamt aber weiß, dass es sich um ein zweites Studium handelt, muss der Studierende das der Behörde aber mitteilen. Dazu sollte er im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung die Berufsbezeichnung beziehungsweise den Studienabschluss genau angeben.

Wichtig zu wissen: Eine Erstausbildung liegt nach dem Gesetz bereits vor, wenn eine geordnete Ausbildung mit einer Dauer von mindestens zwölf Monaten mit einer Prüfung abgeschlossen wurde. Jede anschließende Ausbildung oder ein anschließendes Studium zählt als weitere Ausbildung. Bereits das Masterstudium nach dem Bachelor gilt damit als zweites Studium. Teure Projekte oder Auslandssemester sollten daher ins Masterstudium verlegt werden. Dann lassen sich Werbungskosten geltend machen.

Kosten für eine berufliche Fort- und Weiterbildung gelten übrigens immer als Werbungskosten und können entsprechend abgesetzt werden.

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