Im vergangenen Jahr

Arzneimittelausgaben auf Rekordniveau

Die Arzneimittelausgaben haben im vergangenen Jahr in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht.

Mit 35,4 Milliarden Euro waren es 3,3 Milliarden Euro beziehungsweise 10,3 % mehr als im Jahr zuvor, heißt es in der aktuellen Ausgabe des Arzneiverordnungs-Reports. Den Autoren zufolge sind die Ausgaben nicht so stark gestiegen, weil Ärzte mehr Arzneimittel verordnet hätten – die Anzahl der Verordnungen ist mit einem Plus von 1,0 % nahezu konstant geblieben. Vielmehr sei der Ausgabenanstieg auf die gesetzliche Absenkung des Rabattes zurückzuführen, den pharmazeutische Unternehmen den gesetzlichen Krankenkassen pro verordneter Packung eines Arzneimittels, das keiner Festbetragsgruppe angehört, gewähren müssen: Der Herstellerabschlag beträgt seit 1. April 2014 nicht mehr 16 %, sondern 7 %.

Darüber hinaus machen die Herausgeber des Arzneiverordnungs-Reports hohe Preise für patentgeschützte Arzneimittel verantwortlich – insbesondere zur Behandlung von Krebserkrankungen und Hepatitis C. Im Jahr 2014 haben die Krankenkassen rund 570 Millionen Euro für Hepatitis-C-Arzneimittel gezahlt, wie es im Report heißt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres lägen die Ausgaben bei rund 700 Millionen Euro und könnten bis Jahresende bis auf 1,4 Milliarden Euro zunehmen. Auch in anderer Hinsicht gab es 2014 einen Rekord: In Deutschland kamen 46 neue Arzneimittel auf den Markt, deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Sie wurden der frühen Nutzenbewertung unterzogen, die gezeigt habe, dass neue Arzneimittel nicht automatisch besser oder fortschrittlicher seien als bereits etablierte Vergleichstherapien, wie die Autoren betonen. So weist der Report darauf hin, dass von den 46 neuen Wirkstoffen beziehungsweise Wirkstoffkombinationen nur 13 einen geringen oder beträchtlichen Zusatznutzen anerkannt bekommen hätten und bei sieben Wirkstoffen der Zusatznutzen nicht quantifizierbar gewesen sei.

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