Krisenfest investieren

Anlagestrategie besser breit aufstellen

Niedrige Zinsen, verhaltener Aufschwung, unbewältigte Probleme. Experten raten dazu, das Ende der Krise mit Ruhe und Gelassenheit abzuwarten und das Vermögen breit auf verschiedene Anlagebereiche zu verteilen.

Rund 50 Prozent stieg der Dax seit seinem Tief vor einem Jahr – der Krise zum Trotz. Nur unverbesserliche Optimisten unterstellen deshalb ein Ende der Krise. Pessimisten erkennen dagegen schon wieder die nächste Blase und wissen: Rund um den Globus ist so viel billiges Zentralbankgeld im Umlauf, das fließt nicht in die Wirtschaft, wo es hingehört, sondern an die Aktienmärkte, weil den Händlern damit nichts besseres einfällt.

Aktuell rechnet kaum ein Finanzmarktexperte mit bald steigenden Zinsen. Staatsanleihen und Finanzierungsschätze verharren also wohl auf wenig attraktivem Niveau. Einen Zinsanstieg prognostizieren die meisten Experten erst für Anfang 2011. Sie alle hoffen, dass es den Zentralbanken gelingt, die zur Stützung ausgegebenen Gelder rechtzeitig wieder einzusammeln. Wenn nicht, wird die Inflation Fahrt aufnehmen. Ein noch größeres Risiko als die drohende Inflation sind allerdings die maroden Finanzen einiger EU-Länder wie Griechenland, Ungarn, aber auch Spanien und sogar England.

Keine guten Voraussetzungen, die weitere Geldanlage zu planen. Die immer wieder aktuelle Frage deshalb: Wo lässt sich Geld sicher und lukrativ anlegen? Anleger sollten breit streuen! Und unbedingt klären: Sind alle Risiken abgesichert? Liegt auf dem Tagesgeldkonto ein ausreichender Notgroschen? Sind noch Kredite abzuzahlen? Die Rückzahlung teurer Kredite rechnet sich meist. Kostet ein Darlehen etwa fünf Prozent und lassen sich die Kosten mithilfe des Fiskus um 50 Prozent drücken, bringt die Tilgung 2,5 Prozent Zinsvorteil nach Steuern. So hoch rentiert derzeit kaum eine festverzinsliche Anlage.

Um restliches Geld unterzubringen, müssen jetzt grundsätzliche Überlegungen angestellt werden. Wann werden welche Beträge benötigt? Wie groß ist die Risikofreude? Wer Risiken nicht scheut, kann Aktien kaufen. Die klassische Faustformel: 100 minus Lebensalter = sinnvoller prozentualer Aktienanteil am Ersparten. Allerdings macht es wenig Sinn, auf einzelne Werte zu setzen. Wer mit Einzelwerten sinnvoll investieren will benötigt große Summen, die er dann auf eine große Anzahl internationaler Werte verteilen sollte, um so einen Risikoausgleich zu gewährleisten.

Die Alternative: Indexfonds. Wer mehr Sicherheit sucht, sollte in Immobilienfonds anlegen. Zwar beklagen Kritiker, dass viele Gebäude immer noch überbewertet seien und die Fondsanteile damit zu teuer. Dem stehen aber reale  Gegenwerte gegenüber. Ebenfalls auf der ganz sicheren Seite sind Anleger, die sich auf eine Sicht von bis zu fünf Jahren für Festgeld und Sparbriefe entscheiden.

Etwa fünf Prozent des Anlagebetrags sollten in einem Rohstoff wie etwa Gold investiert sein; das schützt vor der Geldentwertung. Das edle Metall wirft zwar keine Zinsen ab, aber noch in jeder Krise konnten die Goldbesitzer ihre
Verluste auf anderen Gebieten immer mit dem Verkauf von Barren und Münzen ausgleichen. Mit einem mit kühler Überlegung breit aufgestellten Depot wappnet sich der Anleger gegen Krisen und ihre Folgen also am besten.

Anlagevorschlägen sollten Sparer grundsätzlich mit einer großen Portion Skepsis begegnen, ebenso den vermeintlich uneigennützigen Ratschlägen in einschlägigen Zeitschriften. Wer ihnen folgt, hat keine Garantie auf Anlageerfolg, heizt aber garantiert den Handel mit an und verhilft so vor allem den Banken zu Gewinnen.

Entsprechend warnen Experten wie der Mannheimer Professor für Finanzwirtschaft Martin Weber vor allem vor den Einflüsterungen vonseiten der Tippgeber, die immer schon alles im Voraus wissen: „Die Kurse folgen immer einem Zufallspfad! Sie lassen sich einfach nicht vorhersagen.“Er richtet sich an alle Anleger, die die Börse als ihr persönliches Hobby betrachten und glauben, alle Tricks zu kennen: „Privatanleger können nicht erwarten, den Markt zu schlagen.“

Auch Professor Weber sieht die einzige Chance, sein Depot krisenfest zu machen, in einer vorsichtigen Anlagestrategie, also einer breiten Streuung der Anlagen. Die Erfahrungen aus vielen Untersuchungen hat der umtriebige Mannheimer Professor in einen von seinem Institut aufgelegten Fonds eingebracht. Der Arero-Weltfonds legt sein Kapital weltweit in Aktien, Renten auf Eurobasis und Rohstoffen an. Auf einen Ausgabeaufschlag wird verzichtet und die Kostenpauschale beläuft sich auf 0,45 Prozent. Allerdings eignet sich ein solches Investment nur für risikofreudige Investoren. Egal, ob der Mut zum Risiko groß ist oder ob die Sicherheit die Auswahl der Anlage bestimmt: Entscheidend sind die persönlichen Verhältnisse, die Vorlieben des Sparers und eine gescheite Verteilung auf verschiedene Anlageklassen. Denn: Die nächste Blase platzt bestimmt.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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