Abgeltungssteuer

Abgeltungssteuer: 25 Prozent auf fast alles

Am 1. Januar 2009 tritt die Abgeltungsteuer in Kraft. Von fast allen Kapitalerträgen kassiert das Finanzamt dann 25 Prozent. Das ist so unangenehm nicht – vor allem für Gutverdiener.

Ab 1. Januar 2009 fallen auf alle Kapitalerträge aus Anlagen, die ab diesem Stichtag gekauft werden, 25 Prozent Abgeltungssteuer an. Dazu kommen der Solidaritätszuschlag und eventuell die Kirchensteuer, insgesamt knapp 28 Prozent. Für viele Anleger hängt die Abgeltungssteuer wie eine Drohung über ihrem Depot.

Dabei kann, wer genau hinschaut, bei dieser Art der Besteuerung durchaus auch Vorteile entdecken. So etwa erhöhen die Einkünfte aus dem Vermögen künftig nicht mehr das Einkommen. Das zu versteuernde Einkommen sinkt und mit ihm der persönliche Steuersatz. Ins Fäustchen lachen sich auch konservative Geldstrategen. Anders als bisher unterliegen Zinseinkünfte künftig nämlich nicht mehr der Einkommensteuer, es greift nur noch die Abgeltungsteuer. Dem Fiskus reichen fortan pauschale 25 Prozent der Kapitalerträge.

Damit sich die individuelle Besteuerung insgesamt aber nicht verschlechtert, sollte sich jeder Anleger fragen, wie der Systemwechsel sein Depot betrifft und wie er dessen Inhalt optimal der neuen Situation anpasst. Dazu muss er wissen, wie sich die Abgeltungsteuer im Detail auswirkt. Nachteile bringt die Abgabe vor allem für Aktien, Aktienfonds sowie für Zertifikate.

■ Aktien: Ab 2009 entfällt die Spekulationsfrist, alle Erträge unterliegen der Abgeltungssteuer. Das gilt auch für ausländische Aktien und Dividenden. Bereits im Ausland gezahlte Quellensteuern werden vom Finanzamt allerdings angerechnet.

■ Aktienfonds: Alles was vor dem 1. Januar 2009 gekauft wurde, wird vom Finanzamt nach altem Recht behandelt. Nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist bleiben die Kursgewinne steuerfrei, für die Dividenden gilt die Abgeltungssteuer. Nach dem Stichtag gekaufte Fondsanteile unterliegen komplett der neuen Abgabe.

■ Zertifikate: Die Anleger müssen drei Termine für Kauf und Verkauf beachten.

1. Vor dem 14. März 2007 gekauft: Alle Kursgewinne aus Zertifikaten, die vor diesem Stichtag erworben wurden, bleiben nach der einjährigen Spekulationsfrist steuerfrei.

2. Gekauft nach dem 14. März 2007, aber vor dem 30. Juni 2009 verkauft: Der Kursgewinn bleibt steuerfrei, sofern der Anleger die Papiere über den Zeitraum der einjährigen Spekulationsfrist gehalten hat, also rechtzeitig vor Ende Juni 2008 im Portfolio hat.

3. Nach dem 14. März 2007 gekauft und nach dem 30. Juni 2009 verkauft: Hier unterliegt der Kursgewinn grundsätzlich der Abgeltungssteuer.

Nicht zwingend negativ wirkt sich die Abgeltungssteuer bei den folgenden Anlagemöglichkeiten aus:

■ Anleihen: Wessen persönlicher Einkommenssteuersatz die 25-Prozent-Marke überschreitet, darf sich über Ersparnis freuen. Denn ab dem 1. Januar 2009 unterliegen die Zinsen nicht mehr wie bisher dem individuellen Steuersatz. Die Einkünfte werden pauschal versteuert.

■ Rentenfonds: Wurden sie vor dem Jahresende erworben, fallen auf die Zinsen 25 Prozent Steuern an, die Kursgewinne bleiben beim Verkauf nach Ende der Spekulationsfrist steuerfrei. Für später gekaufte Anteile fällt auch auf den Gewinn die Abgeltungssteuer an.

■ Thesaurierende Fonds: Enthalten Ausschüttungen Kursgewinne aus Papieren, die nach dem Jahreswechsel gekauft wurden, fallen darauf 25 Prozent Abgeltungssteuer an. Doch werden sie nur selten ausgeschüttet.

■ Dachfonds: Noch gilt die Regel, dass alle Käufe und Verkäufe innerhalb eines Fonds von der Abgeltungssteuer verschont bleiben. Entsprechend eignen sich Dachfonds besonders gut als langfristige Anlage.

■ Immobilienfonds: Die Fonds-Immobilien erzielen Mieterträge. Die Ausschüttungen des Fonds zählen zu den Kapitalerträgen, die ab 1. Januar 2009 mit der Abgeltungssteuer belastet werden. Gewinne aus Objektverkäufen, bei denen die zehnjährige Immobilien-Spekulationsfrist abgelaufen ist, bleiben auch künftig steuerfrei. Das heißt, schüttet der Fonds diese Gewinne aus, bleiben sie für den Anteilseigner steuerfrei. Bleiben sie im Fondsvermögen, erhöhen sie den Wert der Anteile. Bei deren Verkauf fällt dann aber auf den Gewinn die Abgeltungssteuer an.

■ Immobilien: Eigenheimbesitzer trifft die neue Steuer nicht. Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung unterliegen weiterhin der Einkommenssteuer. Gewinne aus Verkäufen bleiben nach Ablauf der zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei.

■ Klassische Lebensversicherung: Für Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden, bleiben die Erträge nach der Auszahlung steuerfrei. Voraussetzung: die Laufzeit beträgt mindestens zwölf Jahre, und mindestens fünf Jahre lang wurden Beiträge gezahlt. Die Regel für die nach dem 1. Januar 2005 abgeschlossenen Policen lautet: Nach zwölf Jahren Mindestlaufzeit und ab 60 Jahre Mindestalter des Versicherten bleiben 50 Prozent der Erträge steuerfrei. Die andere Hälfte unterliegt dem persönlichen Steuersatz.

■ Rentenversicherung: Ist die Lebensversicherung fällig und wählt der Versicherte statt einer Einmalzahlung die lebenslange Rente, bringt ihm diese Entscheidung steuerliche Vorteile. Denn im Rentenalter zahlt er nur auf den Ertragsanteil Steuern in Höhe seines persönlichen Satzes. Je älter der Versicherte zu Rentenbeginn ist, desto niedriger fällt der Ertragsanteil aus.

■ Riester- und Rürup-Verträge: Keine Form dieser Altersvorsorge ist von der Abgeltungssteuer betroffen.

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