Gebührenordnung

Basistarif und kein Ende

Viele Ärzte fürchten, der Basistarif führe zu großen Einbußen im Bereich der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Experten sehen dies nicht unbedingt so. Der Basistarif wird keinen großen Zulauf haben.

Schon geht das böse Wort von der Dreiklassen-Medizin um: 1. Privatpatienten, 2. GKV-Mitglieder, 3. Basisversicherte. „Wie in der GKV wird es im Rahmen des PKV-Basistarifs Wirtschaftlichkeits- Prüfungen in Arztpraxen, Rabatte auf Arzneimittelpreise und einen erschwerten Zugang zu Fachärzten geben. Dieses Szenario ist keine Drohung, sondern eine unmittelbare Konsequenz aus dem Gesetz“, unkt denn auch Volker Leienbach, PKV-Verbandsdirektor.

Wenig Anwärter. „Der Basistarif wird kaum zu Honorareinbußen bei den Niedergelassenen führen“, heißt es etwa bei der Privatärztlichen Verrechnungsstelle Baden-Württemberg. Für den Basistarif kommen nämlich drei Gruppen infrage, die kaum auf diesen Zug aufspringen werden, und zwar Nichtversicherte, freiwillige GKV-Mitglieder und Bestandskunden. Natürlich gibt es in Berlin Kräfte, die den Basistarif als Start für die Gleichschaltung von GKV und PKV sehen. Auch die Tatsache, dass die PKV wegen der Belastung der Bestandstarife zur Subventionierung des Basistarifs an Attraktivität verlieren wird, sieht die BÄK als politisch gewollt.

Als erste Zielgruppe nannte Ulla Schmidt die Unversicherten. Laut Mikrozensus von 2003 waren das rund 200.000. Davon gehören die meisten zur GKV. Zehn Prozent, also vielleicht 20.000, könnten zur PKV kommen. Die zweite Gruppe, freiwillige GKVMitglieder, dürften keinen Anlass haben, in einen Tarif mit gleichartigen Leistungen zu wechseln. Das werden schon die PKV-Vertreter zu verhindern wissen, die für den Basisversicherten keine allzu hohe Provision bekommen. Bleibt noch die dritte Gruppe, die Bestandskunden. Die konnten schon bislang in den ungeliebten Standarttarif umsteigen, was bisher nur 20.000 Personen taten.

Aber welche Privatpatienten werden ihre Versicherung ganz wechseln? 2005 waren es rund 280.000. „Diese Zahl wird sich 2009 stark erhöhen“, meint die Agentur Fitch. Grund: Dann darf einen Teil der Alterungsrückstellung mitgenommen werden. Die Krux, dies dürften nur 30 bis 40 Prozent sein, wie A&W aus interner Quelle erfuhr. Denn die gesamte Alterungsrückstellung kann leicht einen fünfstelligen Betrag erreichen. Positiv sieht die Agentur, dass die PKV-Unternehmen vorsichtiger mit Beitragserhöhungen umgehen werden, um keine Wechselgelüste auszulösen.

A&W-KOMPAKT

Alterungsrückstellung

■ Für das mit dem Alter wachsende Krankheitsrisiko werden Rückstellungen gebildet.

■ Einem 60-jährigen Privatpatienten, der seit 30 Jahren top-versichert ist, würden 2007 eine Altersrückstellung von insgesamt 3.252 Euro zugeordnet (siehe unten). Ermittelt wird dies durch die Differenz des Beitrags beim Neueintritt und des Jetztbeitrags eines länger Versicherten.

  Beitrag

(Alter 60 Jahre, Eintritt mit 30 Jahren)                     372,53 €

Beitragsnachlass (= Altersrückstellung)                 270,85 €

Neuzugangsbeitrag (60 Jahre)                                643,38 €

Quelle: Debeka

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