Krise

Behalten Sie Ihre Finanzen im Griff!

Horrormeldung in den ärztlichen Medien Anfang 2009: Jede siebte Praxis steht wegen der Regelleistungsvolumina vor der Pleite, 10.000 Praxen werden insolvent! Und was passierte dann?

Ganz so schlimm wie befürchtet, ist es nicht geworden. Zwar gab es auch in den beiden letzten Jahren immer wieder Insolvenzen von Arztpraxen, insgesamt aber konnten weder Honorarreform noch Finanz- und Wirtschaftskrise die Rentabilität der Niedergelassenen ernsthaft gefährden. Denn krank sind Menschen auch in der Krise.

Trotzdem ist Wachsamkeit angebracht. Nur durch eine engmaschige Kontrolle von Einnahmen und Ausgaben können wirtschaftliche Gefahren beizeiten erkannt werden. Dies gilt speziell für Arztpraxen, deren Finanzen ja oft mit den privaten Finanzen des Niedergelassenen verbunden und vermischt sind. Dagegen ermöglicht ein umfassender Überblick über die aktuelle finanzielle Situation, Probleme rechtzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Dazu fünf Ecovis-Tipps, wie Ärzte Ihre Finanzen jederzeit im Griff behalten:

Monatliche Buchhaltung: Die Zeiten, in denen es genügte, einmal jährlich einen Karton voll mit Belegen zum Steuerberater zu tragen, sind vorbei. Und auch die quartalsweise Buchhaltung sollte ist nicht mehr zeitgemäß. Ärzte sollten daher mit ihrem Steuerberater eine zeitnahe, monatliche Buchführung und eine ebenso zeitnahe betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) vereinbaren.

Liquiditätsplanung: Hier geht es darum zu ermitteln, welche Praxiseinnahmen und -ausgaben wann zu erwarten sind, und zwar wenigstens für ein Jahr im Voraus. Laufende Kosten wie Miete und Gehälter hat der Praxisinhaber zwar wahrscheinlich im Kopf, aber schon die alle drei Monate fällige Einkommensteuervorauszahlung ist für viele Ärzte immer noch eine unwillkommene Überraschung. Kommt dann noch eine „nachträgliche Vorauszahlung“ dazu, sind die Liquiditätsreserven oft aufgebraucht. Werden diese Ausgaben aber einmal erfasst und auf einzelne Monate heruntergebrochen, wissen die Ärzte im Voraus, was auf sie zukommt.

Kontrolle: Niedergelassene sollten ihre BWA nicht einfach ablegen, sondern der Auswertung einige Minuten widmen. Gerade der Vergleich mit dem Vorjahr gibt erste Anhaltspunkte, ob die Praxis auf dem richtigen Weg ist. Auch die Einhaltung des Liquiditätsplanes ist wichtig, insbesondere wenn die Einnahmen nicht so sprudeln, wie geplant. Dann muss nämlich auch die Ausgabenseite rechtzeitig angepasst werden.

Alle Ausgaben planen und kontrollieren! Das klingt wie eine Binsenweisheit, hat aber einen ernsten Hintergrund. Häufig liegen die Ursachen wirtschaftlicher Schieflagen von Ärzten nämlich nicht im Praxisbetrieb, sondern im Privaten. Oft läuft die Arztpraxis anständig, der Steuerberater hat nichts zu mäkeln, und trotzdem fehlt dem Arzt regelmäßig das Geld, um alle anfallenden Ausgaben zu begleichen. Das kann daran liegen, dass der Steuerberater die privaten Geldabflüsse des Arztes nicht kennt.

Hier kommt aber einiges zusammen: der Kapitaldienst oder die Miete für Haus oder Wohnung, Kranken- und Lebensversicherung, Urlaub – auch ohne teure Hobbies eine schöne Summe. Kommt dann noch eine gescheiterte Ehe mit daraus resultierenden Unterhaltspflichten dazu, ist die ganz private Finanzkrise perfekt. Deshalb ist es ratsam, in die Liquiditätsplanung auch die Ausgaben im privaten Bereich einzustellen, um sich so manche unangenehme Überraschung zu ersparen.

Und wenn alles nichts hilft? Wenn der Arzt trotz Planung und Kontrolle merkt, dass die Praxis wirtschaftlich abrutscht, hilft nur rechtzeitiges Gegensteuern! Also: Berater hinzuziehen, bevor das Wasser bis zum Hals steht. Kosten reduzieren, Einnahmen erhöhen, Überbrückungsdarlehen zu günstigen Konditionen beantragen, Zahlungsziele verlängern oder sogar eine außergerichtliche Sanierung – all das braucht Zeit und lässt sich aus einer Position relativer Stärke einfacher bewerkstelligen als mit dem Rücken zur Wand. Auch hier sollte der Steuerberater erste Anlaufstelle sein. Kennt er doch die wirtschaftlichen Verhältnisse seines Mandanten am besten und kann bei Bedarf kompetente Rechtsanwälte, Finanz- und Unternehmensberater hinzuziehen.

A&W-KOMPAKT

Die Betriebswirtschaftliche …
… Auswertung (BWA) basiert in der Regel auf den laufenden Daten der fortgeschriebenen Finanzbuchhaltung. Sie gibt dem Praxisinhaber während des laufenden Finanzjahres jederzeit schnelle Auskunft über seine jeweilige Kosten- und Erlössituation und damit über die Ertragslage. Im Gegensatz zur Bilanz, die meist ja erst mit einigen Monaten Zeitverzögerung erstellt wird, kann gerade die BWA die Zahlen zur aktuellen Lage der Praxis liefern.

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