Zu hohe Forderungen

Bei Steuernachzahlung: Legen Sie Einspruch gegen die Zinshöhe ein!

Auch in Zeiten des Zinstiefs fordern Finanzämter von den Steuerzahlern noch hohe Zinsen ein. So ist bei einer Steuernachzahlung in der Regel ein Zinszuschlag von sechs Prozent fällig. In Ordnung ist das aber wohl nicht: Der Bund der Steuerzahler rät Betroffenen, sich gegen einen solchen Bescheid zu wehren.

(dpa/tmn) Mit dem Steuerbescheid kommt für viele Ärzte der große Schock. Vor allem, wenn Nachzahlungen fällig werden. Das Finanzamt fordert nämlich nicht nur diesen Betrag, sondern auch noch einiges an Zinsen ein. Zuschläge von sechs Prozent pro Jahr sind derzeit üblich. Verlangt der Fiskus für eine Steuernachzahlung so hohe Zinsen, sollten Steuerzahler gegen die Zinshöhe aber unbedingt Einspruch erheben. Dazu rät jedenfalls der Bund der Steuerzahler aktuell.

Ist die Zinshöhe noch verfassungsgemäß?

„Aufgrund des deutlich niedrigeren Marktzinses stellen sich viele Steuerzahler die Frage, ob die Zinshöhe noch verfassungsgemäß ist“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Ein Betroffener lässt die Frage nun vor Gericht klären. Die Expertin verweist auf ein Verfahren, das dem Bundesfinanzhof vorliegt (Az.: I R 77/15) und rät: „Betroffene Steuerzahler können sich auf das Revisionsverfahren beziehen und Einspruch gegen den hohen Zinssatz einlegen.“ Von einem Urteil zugunsten des Klägers könnten nämlich auch andere Steuerzahler profitieren.

Wer jetzt das Ruhen des Verfahrens beantragt, muss zwar die Zinsen zunächst wohl trotzdem in voller Höhe zahlen. Doch je nach Entscheidung der Richter könnte sich der Steuerbescheid später dann noch ändern. Sollten die Gerichte den Zinssatz als zu hoch beurteilen, können Steuerzahler unter Umständen sogar Geld zurück bekommen.

Den Einspruch müssen Steuerzahler allerdings binnen eines Monats nach Bekanntgabe des Steuerbescheides schriftlich beim Finanzamt einlegen. Dafür reicht schon ein formloses Schreiben aus, denn die Finanzämter haben dafür kein eigenes Formular. Als Begründung für den Einspruch genügt es, wenn man auf das laufende Verfahren verweist.

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