Bankverbindung

Bankberatung nach der Finanzkrise

Auch nach der Finanzkrise hat sich die Bankberatung kaum geändert. Die Anlageberater stehen auch nach der Finanzkrise unter massivem Verkaufsdruck. Das bedeutet für Kunden: Immer schön misstrauisch bleiben.

20 bis 30 Milliarden Euro gehen Anlegern jährlich verloren, schätzt das Verbraucherschutzministerium – weil Banken falsch beraten, aber auch, weil die Geldanlagen oft zu komplex und unverständlich sind. In den vergangenen Jahren ist darum viel darüber diskutiert worden, wie die Bankberatung besser werden könnte. Ist aber auch tatsächlich etwas passiert?

Anleger können Schadensersatz fordern

Zwar haben Anleger nach einer falschen Beratung jetzt deutlich mehr Zeit, Schadensersatz von der Bank zu fordern – nämlich bis zu zehn Jahre statt bisher nur drei. Und: Seit Januar müssen die Banken ihre Beratungsgespräche protokollieren – das heißt: genau aufschreiben, was mit dem Kunden besprochen wurde, welche Anlageziele er hat und welches Einkommen und warum ihm der Bankberater diese oder jene Anlageform empfiehlt.

Aus der Finanzkrise nichts gelernt

Aus der Finanzkrise haben viele Banken offenbar aber nichts gelernt: Eine objektive Kundenberatung findet nach wie vor nur selten statt. Im Arbeitsalltag des Kundenberaters, der anonym bleiben möchte, zählen nur Abschlüsse und Provisionen: „Der Druck ist jetzt sogar noch viel höher. Der Verkaufsdruck ist derselbe, nur vor der Lehmann- Krise war es noch einfacher, die Sachen an den Mann zu bringen!“ Nach wie vor werden geschlossene Fonds an 80-jährige oder Lebensversicherungen mit 40 Jahren Laufzeit verkauft.

Produkte mit hohen Provisionen

Da das Zertifikate-Risiko durch die Finanzkrise publik wurde, werden bei vielen Beratungsgesprächen jetzt eben Versicherungen, Bausparverträge und Rentenfonds angepriesen – auch sie bringen hohe Provisionen. Ob diese Produkte zum Kunden passen, ist oft unerheblich. Und wer die vorgegebenen Verkaufszahlen nicht erreicht, muss mit Konsequenzen rechnen. Sie reichen von schriftlichen Stellungnahmen und Überstunden bis hin zur Urlaubssperre oder Kündigung. Immerhin: Angesichts der alarmierenden Entwicklung in der Branche melden sich selbst Bankenvertreter inzwischen zu Wort und drängen auf eine Verbesserung des Verbraucherschutzes.

Finanzen-KOMPAKT
Aufgepasst!

  • Achten Sie auf das Protokoll, das alle Infos über Risiken, Rendite, Kosten, Dauer, Besteuerung, Fälligkeit, persönliche Situation et cetera enthalten muss.
  • Die Verjährungsfrist für Falschberatung wurde von drei auf zehn Jahre verlängert.
  • Sie können jetzt innerhalb einer Woche vom Wertpapiergeschäft zurücktreten.
  • Lassen Sie sich die genauen Kosten der Anlage aufschlüsseln.
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