Arztkittel & Co.

Berufskleidung von der Steuer absetzen: So geht’s

Ausgaben für Arztschuhe oder Arztkittel können Mediziner in der Regel ohne Probleme beim Fiskus angeben – sie gelten als typische Berufskleidung. Doch erkennt das Finanzamt auch Ausgaben für hochwertige Anzüge oder Kostüme an, die man für Vorstellungsgespräche oder Kongresse benötigt?

(dpa/tmn) Ärzte, die sich Kleidung für ihre berufliche Tätigkeit kaufen, können die Ausgaben unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten absetzen. Das Finanzamt erkennt aber nur Kosten an, die man für berufsspezifische Textilien ausgegeben hat. Die Grenzen dabei sind durchaus fließend: So werden in der Regel nicht nur der Arztkittel, sondern auch z.B. die weiße Hose oder die weißen Schuhe für die Praxis anerkannt. Dabei könnte man die theoretisch ja auch in der Freizeit tragen.

Ähnlich sieht es mit einem hochwertigen Business-Dress aus: Der wird für Kongresse und Vorstellungsgespräche benötigt, kann theoretisch aber auch bei privaten Gelegenheiten genutzt werden. Hier hört die Großzügigkeit der Finanzämter dann leider auch auf. Der Fiskus wird in seiner Auffassung von den Finanzgerichten bestätigt. Darauf macht die Bundessteuerberaterkammer in Berlin unter Berufung auf ein Urteil des Finanzgerichts Hamburg aufmerksam (Az.: 6 K 231/12).

Im konkreten Fall hatte sich ein Anwalt eine hochwertige Ausstattung gekauft, weil er in einer internationalen Kanzlei eine neue Stelle antreten wollte. Die Kosten für die Anzüge gab er beim Finanzamt an. Mit der Begründung: Es handele sich um berufstypische Kleidung, die entsprechend einer internationalen Kanzlei angemessen sei. Die Behörde berücksichtigte die Aufwendungen nicht steuermindernd.

Zu Recht, urteilten die Richter des Finanzgerichts Hamburg. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass man solche Business-Kleidung auch der allgemeinen Lebensführung zurechnen könne. Sie lasse sich ohne Probleme auch privat tragen.

Grundsätzlich gilt: Erkennt das Finanzamt Kleidung als berufstypisch an, sind bis zu 487,90 Euro direkt abzugsfähig. Liegen die Kosten für die Textilien über dieser Grenze, müssen Steuerzahler die teuren Stücke hingegen anteilig ihrer Nutzungsdauer ansetzen. Wer die Chancen erhöhen will, dass sich die Ausgaben steuermindernd auswirken, sollte die Textilien in speziellen Läden für Berufskleidung kaufen, rät die Bundessteuerberaterkammer. Die Rechnung können Steuerpflichtige dann als Nachweis der Steuererklärung beifügen.

Handelt es sich eindeutig um berufsspezifische Kleidung, gilt: Neben den Anschaffungskosten können Steuerpflichtige auch die Ausgaben für Reinigungsleistungen wie Waschen, Trocknen und Bügeln absetzen. Damit sich die Kosten steuermindernd auswirken, sollte auf der Rechnung ein Hinweis stehen, dass in diesem Fall Arbeitskleidung gereinigt wurde.

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