Anschaffungs- und Reinigungskosten

Berufskleidung von der Steuer absetzen

Ärzte können nicht nur ihre Berufskleidung von der Steuer absetzen, sondern auch die dazugehörigen Reinigungskosten. Damit das Finanzamt die Abzugsfähigkeit anerkennt, muss man allerdings einige Regeln beachten.

Wenn es um ihre Berufskleidung geht, sind Bäcker, Schornsteinfeger und Mechaniker gegenüber vielen anderen Arbeitnehmern steuerlich klar im Vorteil.

Doch auch Ärzte haben gut lachen, wenn es darum geht, ihre weißen Kittel, Hosen und Hemden von der Steuer abzusetzen: Auch sie werden vom Finanzamt als notwendige und damit steuerlich relevante Berufskleidung anerkannt.

Strikte Voraussetzungen für die Absetzung

Der aktuelle Trend, in der Praxis auch mal etwas Farbe zu zeigen, könnte dieses Privileg jedoch zunichtemachen. Wer also, um den Anschein des „Halbgottes in Weiß“ zu vermeiden, lieber im dunkelblauen oder roten Polohemd seinen Dienst am Patienten versieht, muss mit abschlägigen Bescheiden seitens des Fiskus rechnen. Denn damit das Finanzamt die Anschaffungskosten für Berufskleidung als steuermindernd anerkennt, müssen einige recht strikte Voraussetzungen erfüllt sein.

Faustregel: Sobald ein Kleidungsstück im großen Umfang auch außerhalb der Berufsausübung tragbar ist, sind die Aufwendungen für ihre Anschaffung nicht abzugsfähig – und zwar selbst dann nicht, wenn ein Arzt die besagten Stücke fast ausschließlich während der Praxiszeiten trägt (vgl. dazu BFH Az. IV R 91 – 92/87).

Farbenlehre fürs Finanzamt

Berufsbekleidung ist vielfach zum Schutz ihres Trägers oder auch aus Hygienegründen vorgeschrieben. Bei niedergelassenen Ärzten dürften – abgesehen von Handschuhen und Mundschutz – aber vor allem Identifikationsgründe oder die Corporate Identity der eigenen Praxis eine Rolle spielen. Hier gilt es, gut zu argumentieren, warum auch ein Arzt, statt ganz in Weiß zu arbeiten, Mut zur Farbe zeigen darf.

Shoppen auf Kosten des Finanzamts

Ist die Anerkennung als „typische Berufskleidung“ erst einmal geschafft, sind Niedergelassene allerdings im Vorteil. In diesem Fall lassen sich nämlich nicht nur die Anschaffungskosten steuerlich geltend machen. Auch die Reinigungskosten sind grundsätzlich als Betriebskosten absetzbar.

Wer extern waschen lässt, sollte aber darauf achten, dass die Quittung der Textilreinigung das Kleidungsstück ausdrücklich benennt und als Berufskleidung identifiziert. Ärzte, die ihre Kittel lieber in der heimischen Waschmaschine sauber halten, dürfen ihre Kosten ebenfalls absetzen, müssen diese allerdings schätzen.

Dabei können sie neben den unmittelbaren Kosten für Wasser und Strom auch Ausgaben für Waschmittel und Weichspüler sowie die anteiligen Abnutzungs- und Wartungskosten für Waschmaschine, Trockner und Bügeleisen/Mangel angeben. Erfreulich: Ob der Kittel zusammen mit privater Wäsche in die Trommel kommt, spielt für die steuerliche Anerkennung der Reinigungskosten keine Rolle.

Nicht ganz einfach ist es jedoch, die relevanten Summen richtig zu veranschlagen, die pro Waschgang zu Hause anfallen.

Laut dem Bundesverband der Verbraucherzentralen sind folgende Werte realistisch:

Wäschepflege-Gesamtkosten – bezogen jeweils auf 1 kg Wäsche
Wäschepflege-Gesamtkosten im Haushalt 1-Person 2-Personen 3-Personen 4-Personen
Kochwäsche 95ºC 0,77 € 0,50 € 0,43 € 0,37 €
Buntwäsche 60ºC 0,76 € 0,48 € 0,41 € 0,35 €
Feinwäsche, Pflegeleicht 0,88 € 0,60 € 0,53 € 0,47 €
Trocknungskosten gesamt  (Kondensationstrockner) 0,55 € 0,34 € 0,29 € 0,24 €
Trocknungskosten gesamt (Ablufttrockner) 0,41 € 0,26 € 0,23 € 0,19 €
Bügelkosten 0,07 € 0,05 € 0,05 € 0,05 €

Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband unter http://bit.ly/1jLn97S (Stand: November 2015)

Surftipp: Formulare zur Ermittlung der Reinigungskosten von Berufskleidung im privaten Haushalt können Sie sich im Internet auch unter der folgenden Adresse herunterladen: http://www.gruenderlexikon.de/magazin/vorlage-reinigungskosten-fuer-berufsbekleidung

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