Beliebtes Pflichtelement: Zusatzversorgungskassen

Besonderheiten der Altersversorgung für angestellte Ärzte

Im ersten Teil der Beitragsserie zum Thema Ärzteversorgung wurde vor kurzem das Pflichtelement Versorgungswerk beleuchtet. Als nächste Säule der Altersversorgung für angestellte Ärzte widmet sich das Experten-Onlineportal altersversorgung-aerzte.de dem ebenfalls unfreiwilligen Element der Zusatzversorgungskasse (ZVK). Welche Besonderheiten es hier zu beachten gilt, erläutert Teil 2 der Artikelserie.

Immer dann, wenn angestellte Ärzte den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes unterliegen, sind sie Pflichtmitglied der Zusatzversorgungskassen, deren Leistungen größtenteils durch die Arbeitgeber aufgebracht werden – zu einem kleineren Teil auch durch die Ärzte selbst. Ebenso wie alle Versorgungsangebote, die über ein Umlageverfahren laufen, haben auch die Zusatzversorgungskassen aufgrund großer demographischer Veränderungen Schwierigkeiten. „Umlagefinanzierte Systeme werden es immer schwerer haben, die Renten für ihre Rentner zu finanzieren. Deswegen werden die Beiträge steigen“, erklärt Sven Küstner, Geschäftsführer der bAV Innovationspartner GmbH, die das Onlineportal altersversorgung-aerzte.de betreibt. „Nichtsdestotrotz sind die Zusatzversorgungskassen ein solider Finanzierungsbaustein für die Altersversorgung angestellter Ärzte, auch wenn sie nicht ausreichen werden, um den gesamten Versorgungsbedarf zu decken.“

Freiwillige Vorsorge für außertariflich angestellte Ärzte

Für Pflichtmitglieder der Zusatzversorgungskassen besteht mangels Handlungsmöglichkeiten ohnehin kein Bedarf, sich weitere Gedanken über dieses Altersvorsorgeelement zu machen. Interessant ist diese zweite Säule allerdings für Ärzte, die außertariflich angestellt sind und teilweise vor die Wahl gestellt werden, ob sie an der Zusatzversorgung freiwillig teilnehmen wollen. Für diese stellt sich dann allerdings die Frage, ob diese Wahl eine sinnvolle Investition ist.

Hilfreich ist hierzu ein Vergleich mit einer anderen betrieblichen Altersvorsorgeform, der sogenannten Unterstützungskasse.

Eine Beispielrechnung:

Für einen außertariflich beschäftigten Arzt mit einem Jahresbruttoeinkommen von 180.000 € werden im Fall der ZVK Baden-Württemberg jährlich ca. 11.700 € in die Zusatzversorgungskasse eingezahlt. In die alternative betriebliche Altersversorgung – die Unterstützungskasse – könnten aufgrund der Steuerfreiheit der Beiträge für den Arzt in Summe sogar ca. 21.000 € investiert werden. Dieser immense Beitragsunterschied von ca. 9.300 Euro ohne Mehraufwand für den Arzt kommt deshalb zustande, weil fast die kompletten ZVK-Beiträge schon heute besteuert werden müssen, während die Beiträge zur Unterstützungskasse vollständig steuerfrei sind.

Fazit: Bei den meisten Vergleichsberechnungen reichen die Vorteile der Zusatzversorgungskassen nicht aus, um den großen Beitragsunterschied zur Unterstützungskasse wieder wett zu machen. In den allermeisten Fällen wird der Arzt aus der Unterstützungskasse eine höhere Nettorente erhalten.

Der nächste Teil der Artikelserie befasst sich mit dem ersten freiwilligen Element der Altersvorsorgepyramide für angestellte Ärzte, den freiwilligen betrieblichen Zusatzversorgungsmöglichkeiten.

Hier finden Sie den ersten Teil der Serie.

FeedbackSenden
Anzeige

Honorararzttätigkeit und ihre Tücken

Die Tätigkeit als Honorararzt ist ein Trend, von dessen Flexibilität Auftraggeber und Arbeitnehmer profitieren. Allerdings gibt es bei der Vereinbarung einige kritische Punkte, die man genau prüfen... Mehr
Author's imageAxel SchirpProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:

Grafik der Woche

Das Risiko für Altersarmut steigt


Konservative Anlagestrategie bevorzugt

Altersvorsorge: Risikobereitschaft bei der Anlage steigt


Commerzbank ist Testsieger

Altersvorsorgeberatung bei Banken: fachkundig, aber nicht individuell


Geldverlust vermeiden

Sieben häufige Fehler bei der Altersvorsorge


Auch Steuerbefreiung auf Einzahlungen zweifelhaft

Keine Steuerermäßigung für Kapitalauszahlung aus Pensionskasse


Anzeige
Drucken