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Jobsharing: Besser als BAG oder in Anstellung?


Ärzte

Der Trend bei jungen Ärzten geht zur Teilzeit. Dennoch möchen viele Ärzte und Ärztinnen nicht auf eine eigene Praxis verzichten. Die cleverste Antwort heißt dann Jobsharing.

Jobsharing bei Ärzten zeigt sich in verschiedenen Facetten: Entweder man übt seine Profession gemeinsam mit einem Berufskollegen aus (Jobsharing-Berufsausübungsgemeinschaft). Oder aber man lässt sich in einer Praxis anstellen – so genannte Jobsharing- Anstellung. Egal, für welche Form man sich entscheidet, Jobsharing braucht grundsätzlich die Genehmigung des Zulassungsausschusses, der sie nur in gesperrten Planungsbezirken erteilt. Für den Jobsharing-Partner oder -Angestellten darf kein eigener Sitz zur Verfügung stehen.

Jobsharing-Partnerschaft

Hier gründet ein Niedergelassener, der seine Praxis bislang alleine führte (Senior), mit einem Kollegen (Junior) eine Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). Die Zulassung des Juniorpartners ist zeitlich unbefristet, jedoch an die des Seniors gebunden. Nach fünf Jahren hat der Junior Anspruch auf bevorzugte Berücksichtigung bei der Nachfolge. Und nach zehn Jahren steht dem Junior automatisch eine eigene Vollzulassung zu. In der BAG wird der Gewinn aus der ärztlichen Tätigkeit aller Partner auf der Ebene der Gesellschaft ermittelt. Dazu wird der Überschuss der Einnahmen aus vertrags- und privatärztlichen Honoraren über die Praxisausgaben ermittelt.

Jobsharing-Anstellung

Ganz anders funktioniert die Jobsharing-Anstellung. Wird im gesperrten Gebiet der Praxis eine vertragsärztliche Praxis zur Nachfolge frei, bevorzugt der Zulassungsausschuss angestellte Ärzte auch hier. Allerdings: Auch nach zehnjähriger Anstellung erhalten die nicht automatisch eine eigene Zulassung, wenn der Planungsbereich weiterhin gesperrt bleibt.

Was man mit Jobsharing verdienen kann

Das Jobsharer-Gehalt sowie die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung (einschließlich Beiträge zur Unfallversicherung und Umlagen zur Sozialversicherung) mindern den Praxisgewinn. Der Praxisinhaber versteuert den verbleibenden Praxisgewinn als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit. Gleichzeitig muss der angestellte Arzt im Rahmen seiner Veranlagung weitere Einkünfte erklären. Hat er solche und steuerlich relevante Aufwendungen nicht, braucht er meist gar keine Einkommensteuererklärung abgeben. Die monatlich einbehaltene Lohnsteuer hat dann abgeltende Wirkung.

 Wirtschaftlich sinnvolle Gründung

Ob die Gründung einer Jobsharing-BAG oder eine Jobsharing- Anstellung auch wirtschaftlich sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab. Problematisch ist immer, dass das Punktzahlvolumen der Praxis kaum überschritten werden darf. Zulässig sind maximal drei Prozent des Fachgruppendurchschnitts im Vorjahresquartal. Umsatzsteigerungen sind so kaum möglich. Also bietet sich Jobsharing vor allem für solche Ärzte an, die etwa wegen Kinderbetreuung gemeinsam in Teilzeit tätig werden möchten. Jobsharing kann aber auch rentabel sein, wenn umfangreiche Leistungen erbracht werden, die nicht unter die Budgetierung fallen, sondern über die GÖA abgerechnet werden können.

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