"Ein für alle Seiten praktikabler Weg"

BG Kliniken und Marburger Bund erzielen Grundsatzeinigung

Die Verhandlungskommissionen der BG Kliniken (Klinikverbund der gesetzlichen Unfallversicherung) und des Marburger Bundes haben sich gestern in der fünften Runde ihrer aktuellen Tarifverhandlungen auf Eckpunkte einer neuen Tarifeinigung verständigt.

Die Tarifeinigung sieht eine lineare Steigerung der Ärztegehälter in zwei Schritten vor: Rückwirkend zum 1. Juli 2017 werden die Entgelte um 2,45 Prozent erhöht, ab 1. Juli 2018 um weitere 2,85 Prozent. Der neue Entgelttarifvertrag hat eine Mindestlaufzeit bis zum 30. September 2019.

Zusätzlich haben die Tarifvertragsparteien vereinbart, dass mit Zustimmung der Ärzte eine Arbeitnehmerüberlassung nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz auch über die Dauer von 18 Monaten hinaus bis zu einer Höchstüberlassungsdauer von 60 Monaten möglich ist. Ähnlich wie in anderen Tarifbereichen steigt die Arbeitnehmerbeteiligung an den Umlagebeträgen für die zusätzliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung um bis zu 0,4 Prozentpunkte.

Eigenständige Tarifverträge weiter möglich

Durch die Vereinbarung zum Umgang mit dem Tarifeinheitsgesetz wird sichergestellt, dass sowohl der Marburger Bund als auch die Gewerkschaft ver.di weiterhin nicht nur eigenständig Tarifverträge mit den BG Kliniken schließen, sondern auch anwenden können. Die BG Kliniken verpflichten sich, dass in Tarifverträgen mit ver.di wirkungsgleiche korrespondierende Regelungen getroffen werden und werden den Marburger Bund hierüber informieren.

Die Verhandlungspartner werden keinen Antrag auf Feststellung der gewerkschaftlichen Mehrheit im Betrieb stellen. Volle Gültigkeit erlangt die Übereinkunft zwischen BG Kliniken und Marburger Bund zum Umgang mit dem Tarifeinheitsgesetz, sobald mit ver.di gleichlautende Vereinbarungen getroffen worden sind.

Grundsatzeinigung von beiden Seiten begrüßt

„Mit dem Abschluss gehören die BG Kliniken weiterhin zu den Top-Arbeitgebern im Krankenhausbereich in Deutschland und werden damit auch hier ihrem Führungsanspruch gerecht“, so Ingo Thon, Verhandlungsführer der BG Kliniken. „Wichtig für die Aufrechterhaltung unserer vielfältigen Kooperationen ist insbesondere die Vereinbarung einer Ausweitung der Höchstüberlassungsdauer nach dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.“

„Mit der heutigen Grundsatzeinigung ist es gelungen, einen für alle Seiten praktikablen Weg zum Umgang mit dem Tarifeinheitsgesetz zu finden, der die verfassungsmäßigen Rechte unserer Mitglieder in den BG Kliniken wahrt. Die zweistufige Entgeltsteigerung trägt zusätzlich zur Attraktivität des neuen Tarifvertrages bei“, sagte Rolf Lübke, Verhandlungsführer des Marburger Bundes.

FeedbackSenden
Anzeige

Chronische Niereninsuffizienz – eine in der hausärztlichen Praxis häufig vernachlässigte Volkskrankheit

Nierenfunktionsstörungen wie die chronische Niereninsuffizienz kommen häufig vor und treten in der hausärztlichen Praxis mehrmals im Jahr in Erscheinung. Mit einer Evidenz von 7,2 % bei Patienten ... Mehr
Author's imageAxel SchirpProduktmarketing bei HDI Vertriebs AG

Weitere Artikel zum Thema:

Schwarzarbeit lohnt sich nicht

Haushaltshilfe anmelden hilft Steuern sparen


Grafik der Woche

Pro-Kopf-Umsatz mit rezeptfreien Medikamenten 2017


Mit 19.500 Euro dotiert

Deutscher Preis für Patientensicherheit ausgelobt


Grafik der Woche

Corruption Perceptions Index: Wie käuflich ist die Welt?


Versorgung soll erhalten werden

Unrentable Krankenhäuser in Facharzt-Zentren umwandeln?


Anzeige
Drucken