Praxisfinanzierung

Worauf es bei der Finanzierung von Investitionen ankommt

Niedergelassene müssen sich immer wieder mit Investitionen in ihre Praxis befassen. Praxisberater und Finanzierungsexperte Raban von der Laue erklärt, worauf es bei der Finanzierung ankommt.

Herr von der Laue, Niedergelassene müssen immer wieder neu investieren, um ihre Praxen en jour zu halten. Was spricht gegen Kredit zum jetzigen Zeitpunkt?
Nichts, im Gegenteil. Das schlagkräftigste Argument ist das aktuell so überaus niedrige Sollzinsniveau.

Leasing ist jetzt derzeit aber auch recht günstig…
Richtig, doch bieten auf Kredit gründende Finanzierungskonzepte im Vergleich zu einigen Leasingarten eine feste Kalkulationsbasis und stellen sicher, dass die finanzielle Situation planbar bleibt.

Ich frage nach Kredit und Sie plaudern gleich über Finanzierungskonzepte.
Klar doch, eine Finanzierung macht nicht deshalb Sinn, weil der Zins niedrig ist. Sie muss sich umfassend an beruflicher und privater Situation des Investors orientieren. Mit anderen Worten: Laufzeit, Sollzinsbindung und Tilgungsanteile werden individuell definiert und vereinbart. Dann berücksichtigen sie auch die persönlichen Bedürfnisse.

Dafür gibt’s ja recht unterschiedliche Möglichkeiten, oder?
Ziel muss immer eine maßgeschneiderte Finanzierung sein. Dafür gibt‘s Darlehen mit variabler Sollzinsvereinbarung sowie Festzins- und Zinscap-Darlehen, die je nach individueller Praxissituation miteinander kombinierbar sind.

Was macht bei diesen genannten Varianten den Unterschied?
Während der Sollzins bei variablen Darlehen an die jeweilige Zinsentwicklung angepasst wird, ist er beim Festzinsdarlehen auf eine bestimmte, vordefinierte Laufzeit festgeschrieben. Beim Zinscap-Darlehen wiederum wird ein veränderlicher Sollzinssatz vereinbart, der sich innerhalb einer fest definierten Sollzinsober- und Sollzinsuntergrenze bewegt.

Solche Anpassungen wirken sich aber nicht zwangsläufig auf die Raten aus?
Richtig, hat man ein Darlehen mit konstanter Ratenzahlung vereinbart, ändert sich durch die Sollzinsanpassung lediglich das Verhältnis von Tilgungs- und Sollzinsanteil. Bei weiter sinkenden Zinsen zugunsten des Schuldners.

Sollte man neben der richtigen Finanzierungsart noch weitere Aspekte berücksichtigen?
Klar, doch. Wichtig ist, zunächst präzise den Rahmen abzustecken: Rechnet sich die Investition, ist sie rentabel? Ist das Vorhaben – etwa die Überführung einer Einzelpraxis in eine Kooperation – finanziell und betriebswirtschaftlich überhaupt realisierbar? Das sind wichtige Kernfragen, die auf jeden Fall beantwortet werden müssen. Schließlich muss jedes Konzept wirtschaftlich tragfähig sein. Ist es das nicht, kann eine Finanzierung noch so gut sein, die Investition rechnet sich einfach nicht.

Wie sollen Ärzte da vorgehen?
Die Rentabilität einer Investition in medizintechnische Geräte lässt sich ganz leicht mit Formeln berechnen. Bei komplexeren Zusammenhängen – etwa Umsetzung eines neuen Praxiskonzepts – müssen aufwändigere Investitions- und Kostenanalysen hinterlegt werden. So lässt sich errechnen, welcher Mindestumsatz notwendig ist, um ein Vorhaben auf wirtschaftlich sicheres Fundament zu stellen. Und geht man dann noch einen Schritt weiter und kalkuliert, wie sich die Änderungen der Einnahmen- und Kostenstruktur aufs verfügbare Einkommen auswirken, erkennt man schnell, was sich realisieren lässt und was nicht.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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