Einlagensicherung

Blockierte Investmittel: Und jetzt?

Bei der Wahl der Bank sollte man auf eine Einlagensicherung achten. Fast alle Banken gehören einem Sicherungsfonds an – indes: Bei der Pleite von Auslandsbanken kann auch ein solcher 100-prozentige Sicherheit nicht bieten.

Arzt Dr. Norbert L. ist fassungslos, seit ihm die deutsche Filiale der isländischen Bank Kaupthing Edge eine unerfreuliche eMail schickte. Darin stand, dass er bis auf Weiteres von seinem Tagesgeldkonto nichts mehr abheben könne. Zum Hintergrund: In Island hat sich die Finanzkrise so stark zugespitzt, dass der Staat mehrere große Banken unter seine Kontrolle stellte – auch Kaupthing Edge, deren Zahlungsfähigkeit nun geprüft wird. Für Dr. L und all die anderen Kunden heißt das: ihre Konten sind erst einmal eingefroren. Und wie es weitergeht, weiß im Moment noch niemand.

17.500 Euro hat der junge Hausarzt dort angelegt. Geld, das er bald braucht, wenn er sein neues Sonografiegerät bezahlen muss. Nie hätte er gedacht, seine Anlage könnte nicht sicher sein. Schließlich hatte er sich das Angebot der Bank vorher genau angesehen: „Bei Kaupthing Edge habe ich das Geld natürlich wegen der sehr attraktiven Zinsen geparkt. Dazu kam die Sicherheit, die überall angegeben war. Bis 20.000 Euro ein Einlagensicherungsfonds, der Ausfälle absichert“. Dass Dr. L. jetzt trotz allem um sein Geld zittern muss und nicht weiß, wann er was zurückbekommt, damit hatte er überhaupt nicht gerechnet.“

Und so geht es vielen. Bei den Verbraucherzentralen stehen die Telefone nicht mehr still. Tausende Anleger haben in den vergangenen Monaten ein Tagesgeldkonto bei Kaupthing eröffnet. Schließlich bot die Bank zuletzt 5,65 Prozent Zinsen. Was sollen die enttäuschten Sparer nun tun? „Das hängt erst einmal davon ab, wie es mit der Bank weitergeht“, meint Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen. „Bisher ist die Bank ja nicht pleite“. Also sei denkbar, dass die Bank frisches Geld bekommt und dann früher oder später ganz einfach wieder auszahlen kann. Wird allerdings die Insolvenz festgestellt, muss das Einlagensicherungssystem greifen. Und da es da offensichtlich Probleme gibt, wird letztendlich der isländische Staat geradestehen müssen. Aber der hängt ja selber in den Seilen. Vielleicht also ist das Geld tatsächlich verloren?

Die meisten Experten allerdings rechnen nicht damit, dass es so weit kommt. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht raten Anlegern deshalb, ihre Forderungen beim isländischen Einlagensicherungsfonds anzumelden – allerdings geht das nur bis zu einer Summe von 20.887 Euro pro Anleger. Ganz wichtig ist dabei aber, dass man dies zum richtigen Zeitpunkt tut: Es ist nicht sinnvoll, schon jetzt Ansprüche anzumelden. Sie könnten als verfrüht abgewehrt werden. Erst wenn der Einlagensicherungsfall festgestellt ist, sollte man den Antrag bei den isländischen Behörden stellen.

A&W-KOMPAKT
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Wer bei einer Bank Geld anlegt, die über einen EU-Staat abgesichert ist, dürfte auf der sicheren Seite sein – zumindest solange der Kunde keine größeren Summen anlegt. Das meint auch Professor Christoph Kaserer von der Technischen Universität München: „Ein Problem würde nur auftreten, wenn tatsächlich einer der EU-Staaten pleite ginge, aber das halte ich für ausgeschlossen. Und deshalb gibt es auch keinen Grund, sein Geld in den Sparstrumpf zu packen.“ Besonders beruhigt können übrigens auch jene Kunden sein, deren ausländische Bank über eine deutsche Tochter Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken ist.

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Author's imageJürgen VeitLeiter Kommunikation D-A-CH bei CompuGroup Medical Deutschland AG

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